# Europaschutzgebiet „Völkermarkter Stausee“

88. Verordnung der Kärntner Landesregierung vom 2. Dezember 2008, Zl. 15-NAT-2002/24/2008, mit der das Gebiet des Völkermarkter Stausees zum Europaschutzgebiet erklärt wird

Aufgrund des § 24a des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002, LGBl. Nr. 79/2002, idF LGBl. Nr. 63/2005 und LGBl. Nr. 103/2005, sowie des § 2a Abs. 1 und 2 des Kärntner Kundmachungsgesetzes (K-KMG), LGBl. Nr. 25/1986, zuletzt geändert durch das Landesverfassungsgesetz LGBl. Nr. 57/2002, wird verordnet:

§ 1

Schutzgebiet

(1) Ein Teil des Leitdammes im Völkermarkter Stausee sowie die Flächen zwischen dem Leitdamm und dem Uferdamm Rakollach werden zum Europaschutzgebiet „Völkermarkter Stausee“ erklärt.

(2) Das Europaschutzgebiet Völkermarkter Stausee umfasst Gebietsteile der Stadtgemeinde Völkermarkt (politischer Bezirk Völkermarkt) und ist innerhalb der im Abs. 3 umschriebenen Grenzen in den Katastralgemeinden Höhenbergen, Rakollach und Tainach gelegen.

(3) Die Grenzen des Europaschutzgebietes sind in der planlichen Darstellung (Maßstab 1:9000 – DIN A3) vom November 2007 (Datum Bearbeitungsstand) festgelegt. Diese planliche Darstellung ist wesentlicher Inhalt dieser Verordnung und liegt bei der für rechtliche Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung und bei der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt sowie bei der Stadtgemeinde Völkermarkt während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 5 AVG) zur allgemeinen Einsicht auf.

§ 2

Erhaltungsziele

Diese Verordnung dient der Bewahrung, Entwicklung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der in der Anlage aufgelisteten Schutzgüter.

§ 3

Schutzbestimmungen

(1) Die Schutzbestimmungen des § 2 Abs. 1 der Verordnung der Kärntner Landesregierung vom 13. Jänner 1981, Zl. Ro- 283/23/1980, LGBl. Nr. 10/1981, idF LGBl Nr. 1/2003, mit der ein Teil des Leitdammes im Völkermarkter Stausee zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, gelten auch für das Europaschutzgebiet.

(2) In dem Teil des Europaschutzgebietes, der außerhalb des verordneten Naturschutzgebietes gelegen ist, gelten die Schutzbestimmungen der in Abs. 1 genannten Verordnung ebenfalls.

(3) Im gesamten Europaschutzgebiet sind zusätzlich folgende Eingriffe untersagt:

§ 4

Ausnahmen von den Schutzbestimmungen

Von den Schutzbestimmungen nach § 3 sind ausgenommen:

§ 5

Ausnahmebewilligungen

(1) Die Bezirksverwaltungsbehörde kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, soweit diese Maßnahmen den Erhaltungszielen nach § 2 nicht widersprechen und keine erhebliche Beeinträchtigung des Europaschutzgebietes zu erwarten ist.

(2) Als Maßnahmen, die einer Bewilligung im Sinne des Abs. 1 zugänglich sind, werden insbesondere festgelegt:

§ 6

Kennzeichnung des Schutzgebietes

Die Kennzeichnung des Schutzgebietes hat durch Tafeln, die die Aufschrift „Europaschutzgebiet Völkermarkter Stausee“ und das Kärntner Landeswappen tragen, zu erfolgen. Weitere, dem Schutzzweck entsprechende Hinweise sind zulässig.

§ 7

Strafen

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden als Verwaltungsübertretung nach § 67 des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 bestraft.

Der Landeshauptmann:

D ö r f l e r

Der Landesamtsdirektor:

Dr. S l a d k o

Anlage:

Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensräume und Tierarten:

Vögel nach der VS-RL Anhang I

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

A002PrachttaucherGavia arctica

A021RohrdommelBotaurus stellaris

A022ZwergrohrdommelIxobrychus minutus

A023NachtreiherNycticorax nycticorax

A026SeidenreiherEgretta garzetta

A027SilberreiherCasmerodius albus

A029PurpurreiherArdea purpurea

A030SchwarzstorchCiconia nigra

A060MoorenteAythya nyroca

A073SchwarzmilanMilvus migrans

A075SeeadlerHaliaeetus albicilla

A081RohrweiheCircus aeruginosus

A082KornweiheCircus cyaneus

A094FischadlerPandion haliaetus

A103WanderfalkeFalco peregrinus

A119TüpfelsumpfhuhnPorzana porzana

A120Kleines SumpfhuhnPorzana parva

A151KampfläuferPhilomachus pugnax

A166BruchwasserläuferTringa glareola

A176SchwarzkopfmöweLarus melanocephalus

A190RaubseeschwalbeSterna caspia

A193FlussseeschwalbeSterna hirundo

A197TrauerseeschwalbeChlidonias niger

A215UhuBubo bubo

A229EisvogelAlcedo atthis

A234GrauspechtPicus canus

A338NeuntöterLanius collurio

Regelmäßig vorkommende Zugvögel

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

A008SchwarzhalstaucherPodiceps nigricollis

A017KormoranPhalacrocorax carbo

A050PfeifenteAnas Penelope

A051SchnatterenteAnas strepera

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

A052KrickenteAnas crecca

A054SpießenteAnas acuta

A055KnäkenteAnas querquedula

A056LöffelenteAnas clypeata

A059TafelenteAythya ferina

A061ReiherenteAythya fuligula

A067SchellenteBucephala clangula

A070GänsesägerMergus merganser

A118WasserralleRallus aquaticus

A136FlussregenpfeiferCharadrius dubius

A153BekassineGallinago gallinago

A164GrünschenkelTringa nebularia

Tierarten der FFH-Richtlinie der Anhänge II und IV im Gebiet

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

1098Ukrainisches BachneunaugeEudontomyzon mariae

1105HuchenHucho hucho

1114FrauennerflingRutilus pigus

1130RapfenAspius aspius

1134BitterlingRhodeus sericeus amarus

1308MopsfledermausBarbastella barbastellus

1324Großes MausohrMyotis myotis

Lebensraum nach der FFH-RL Anhang I

Code Nr.Lebensraumtyp

6430Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis

alpinen Stufe

91EOAuen-Wälder mit Erle und Esche