# Europaschutzgebiet „Guntschacher Au“

58. Verordnung der Kärntner Landesregierung vom 15. September 2009 , Zahl 15-NAT-2029/15/2009, mit der das Naturschutzgebiet Guntschacher Au zum Europaschutzgebiet erklärt wird

Aufgrund des § 24a des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002, LGBl. Nr. 79/2002, idF LGBl. Nr. 10/2009, sowie des § 2a Abs. 1 und 2 des Kärntner Kundmachungsgesetzes, LGBl. Nr. 25/1986, zuletzt geändert durch das Landesverfassungsgesetz LGBl. Nr. 57/2002, wird verordnet:

§ 1

Schutzgebiet

(1) Das Naturschutzgebiet Guntschacher Au in der Gemeinde Maria Rain am orografisch linken Drauufer wird zum Europaschutzgebiet „Guntschacher Au“ erklärt.

(2) Das Europaschutzgebiet „Guntschacher Au“ umfasst Gebietsteile der Gemeinde Maria Rain (politischer Bezirk Klagenfurt Land) und ist innerhalb der im Abs. 3 umschriebenen Grenzen in der Katastralgemeinde Göltschach gelegen.

(3) Die Grenzen des Europaschutzgebietes sind in der planlichen Darstellung – Anlage B (Maßstab 1:7000 – DIN A3) vom April 2008 (Datum Bearbeitungsstand) festgelegt. Diese planliche Darstellung ist wesentlicher Inhalt dieser Verordnung und liegt bei der für rechtliche Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung und bei der Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt sowie bei der Gemeinde Maria Rain während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 5 AVG) zur allgemeinen Einsicht auf.

§ 2

Erhaltungsziele

Diese Verordnung dient der Bewahrung, Entwicklung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der im Europaschutzgebiet Guntschacher Au vorkommenden Schutzgüter gemäß Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie (79/409/EWG) und den Anhängen I, II und IV der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) bzw der in der Anlage A aufgelisteten Schutzgüter.

§ 3

Schutzbestimmungen

(1) Im gesamten Europaschutzgebiet sind folgende Eingriffe untersagt:

(2) Innerhalb der in der planlichen Darstellung (Anlage B) ausgewiesenen Naturruhezone mit Betretungsverbot ist jeder menschliche Eingriff, insbesondere das Betreten und Befahren, in der Zeit vom 1. Jänner bis 31. Juli eines jeden Jahres verboten.

§ 4

Ausnahmen von den Schutzbestimmungen

(1) Von den Schutzbestimmungen nach § 3 Abs. 1 sind ausgenommen:

(2) Von den Schutzbestimmungen nach § 3 Abs. 2 sind die Maßnahmen nach Abs. 1 Z 2 bis 8 ausgenommen.

§ 5

Ausnahmebewilligungen

(1) Die Bezirksverwaltungsbehörde kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, soweit diese Maßnahmen den Erhaltungszielen nach § 2 nicht widersprechen und keine erhebliche Beeinträchtigung des Europaschutzgebietes zu erwarten ist.

(2) Als Maßnahmen, die einer Bewilligung im Sinne des Abs. 1 zugänglich sind, werden insbesondere festgelegt:

§ 6

Kennzeichnung des Schutzgebietes

Die Kennzeichnung des Schutzgebietes hat durch Tafeln, die die Aufschrift „Europaschutzgebiet Guntschacher Au“ und das Kärntner Landeswappen tragen, zu erfolgen. Weitere, dem Schutzzweck entsprechende Hinweise sind zulässig.

§ 7

Strafen

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden als Verwaltungsübertretung nach § 67 des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 bestraft.

Für die Kärntner Landesregierung:

Der Landeshauptmann:

D ö r f l e r

Anlage A:

Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensräume und Tierarten.

Säugetiere nach der FFH-Richtlinie Anhang II:

Code Nr. Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

1303

Kleine Hufeisennase

Rhinolophus hipposideros

1337

Eurasischer Biber

Castor fiber

Amphibien nach der FFH-Richtlinie Anhang II:

Code Nr. Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

1167

Alpenkammmolch

Triturus carnifex

1193

Gelbbauchunke

Bombina variegata

Weichtier nach der FFH-Richtlinie Anhang II

Code Nr. Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

1040

Bauchige Windelschnecke

Vertigo moulinsiana

Amphibien nach der FFH-Richtlinie Anhang II:

Code Nr. Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

1105

Huchen

Hucho hucho

1114

Frauennerfling

Rutilus pigus virgo

1134

Bitterling

Rhodeus sericeus amarus

Schmetterling nach der FFH-Richtlinie Anhang II:

Code Nr. Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

*1078

Russischer Bär

Callimorpha quadripunctaria

Lebensräume nach der FFH-Richtlinie Anhang I:

Code Nr. Lebensraumtyp

3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions

6430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis

alpinen Stufe

*91E0

Auwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior

Arten der FFH-Richtlinie Anhang IV:

Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

Würfelnatter

Natrix tessellata

Schlingnatter

Coronella austriaca

Laubfrosch

Hyla aborea

Springfrosch

Rana dalmatina

Vogelarten nach der Vogelschutzrichtlinie Anhang I:

Code Nr. Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

A022

Zwergdommel

Ixobrychus minutus

A073

Schwarzmilan

Milvus migrans

A119

Tüpfelsumpfhuhn

Porzana porzana

A215

Uhu

Bubo Bubo

A229

Eisvogel

Alcedo atthis

A234

Grauspecht

Picus canus

A236

Schwarzspecht

Dryocopus martius

A338

Neuntöter

Lanius collurio

A029

Purpurreiher

Ardea purpurea

A060

Moorente

Aythya nyroca

A021

Rohrdommel

Botaurus stellaris

A197

Trauerseeschwalbe

Chlidonias niger

A081

Rohrweihe

Circus aeruginosus

A027

Silberreiher

Egretta alba

A026

Seidenreiher

Egretta garzetta

A103

Wanderfalke

Falco peregrinus

A023

Nachtreiher

Nycticorax nycticorax

A094

Fischadler

Pandion haliaetus

A166

Bruchwasserläufer

Tringa glareola

(* prioritärer Lebensraumtyp oder prioritäre Art nach Anhang I bzw. II FFH-Richtlinie)