# Europaschutzgebiet „Hörfeld Moor“

37. Verordnung der Kärntner Landesregierung vom 28. Mai 2010 Zahl: 15-NAT-2009/17/2010, mit der das bestehende Naturschutzgebiet „Hörfeld“ zum Europaschutzgebiet „Hörfeld Moor“ erklärt wird.

Aufgrund des § 24a des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002, LGBl Nr. 79/2002, idF LGBl Nr. 10/2009 sowie des § 2a Abs. 1 und 2 des Kärntner Kundmachungsgesetzes (K-KMG), LGBl Nr. 25/1986, zuletzt geändert durch das Landesverfassungsgesetz LGBl Nr. 57/2002, wird verordnet:

§ 1

Schutzgebiet

(1) Das bestehende Naturschutzgebiet „Hörfeld“, das mit Verordnung der Landesregierung vom 10. Juli 1984, kundgemacht im Landesgesetzblatt Nr. 37/1984 idF LGBl Nr. 1/2003, als solches verordnet wurde, wird zum Europaschutzgebiet „Hörfeld Moor“ erklärt.

(2) Das Europaschutzgebiet „Hörfeld Moor“ umfasst Gebietsteile der Marktgemeinde Hüttenberg (politischer Bezirk St. Veit a. d. Glan) und ist innerhalb der im Abs. 3 umschriebenen Grenzen in den Katastralgemeinden Unterwald und St. Martin am Silberberg gelegen.

(3) Die Grenzen des Europaschutzgebietes sind in der planlichen Darstellung (Maßstab 1:10.000 – DIN A3) vom Juli 2009 (Datum Bearbeitungsstand) festgelegt. Diese planliche Darstellung ist wesentlicher Inhalt dieser Verordnung und liegt bei der für rechtliche Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung und bei der Bezirkshauptmannschaft St. Veit a. d. Glan sowie bei der Marktgemeinde Hüttenberg während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 5 AVG) zur allgemeinen Einsicht auf.

§ 2

Erhaltungsziele

Diese Verordnung dient der Bewahrung, Entwicklung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der im Europaschutzgebiet Hörfeld Moor vorkommenden Schutzgüter gemäß Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie (79/409/EWG) und den Anhängen I, II und IV der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) bzw der in der Anlage aufgelisteten Schutzgüter.

§ 3

Schutzbestimmungen

Im Europaschutzgebiet sind folgende Eingriffe untersagt:

?1.Die Errichtung von Bauwerken aller Art, auch solcher, die keiner Baubewilligung bedürfen und das Abändern von bestehenden Gebäuden, wenn dies nach außen in Erscheinung tritt.

?2.Das Abbauen von Bodenbestandteilen, die Vornahme von Sprengungen, Grabungen, Anschüttungen oder die Veränderung der Bodengestaltung auf andere Weise.

?3.Die Änderung der Wasserläufe und Wasserflächen, die Ableitung von Wasser oder die sonstige Beeinträchtigung des natürlichen Wasserhaushaltes.

?4.Heimische, wild wachsende Moose, Flechten und Pflanzen (Gräser, Kräuter, Stauden, Sträucher und Bäume) zu beschädigen oder von ihrem Standort zu entfernen.

?5.Frei lebende, im Gebiet in natürlicher Weise vorkommende und nicht als Wild geltende und nicht dem Fischereirecht unterliegende Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu verfolgen, zu verletzen, zu fangen, zu sammeln, zu töten oder sich anzueignen. Dieser Schutz bezieht sich auf alle ihre Entwicklungsformen und Bestandteile (Federn, Bälge usw.), Brutstätten, Nester und Einstandsplätze.

?6.Das Anbringen von Tafeln, Inschriften oder dgl., soweit es sich nicht um amtliche oder im amtlichen Auftrag anzubringende handelt, sowie Tafeln, die von den alpinen Vereinen zum Zwecke der Wegmarkierung angebracht werden.

?7.Das Lagern und Zelten sowie das Abstellen von Wohnwägen.

?8.Die Erregung störenden Lärms einschließlich der Lärmerregung durch Kofferradios, CD-Players und dgl.

?9.Das Verlassen der öffentlichen Fahrwege und sonstigen Wege mit Kraftfahrzeugen aller Art.

§ 4

Ausnahmen von den Schutzbestimmungen

Von den Schutzbestimmungen nach § 3 sind ausgenommen:

§ 5

Ausnahmebewilligungen

(1) Die Bezirksverwaltungsbehörde kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen für die im Abs. 2 angeführten Maßnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, soweit diese Maßnahmen den Erhaltungszielen nach § 2 nicht widersprechen und keine erhebliche Beeinträchtigung des Europaschutzgebietes zu erwarten ist.

(2) Als Maßnahmen, die einer Bewilligung im Sinne des Abs. 1 zugänglich sind, werden insbesondere festgelegt:

§ 6

Kennzeichnung des Schutzgebietes

Die Kennzeichnung des Schutzgebietes hat durch Tafeln, die die Aufschrift „Europaschutzgebiet Hörfeld Moor“ und das Kärntner Landeswappen tragen, zu erfolgen. Weitere, dem Schutzzweck entsprechende Hinweise sind zulässig.

§ 7

Strafen

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden als Verwaltungsübertretung nach § 67 des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 bestraft.

Der Landeshauptmann:

Gerhard Dörfler

Anlage:

Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensräume und Tierarten.

Vogelarten nach Anhang I Vogelschutz-Richtlinie

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

A021 RohrdommelBotaurus stellaris

A023NachtreiherNycticorax nycticorax

A026SeidenreiherEgretta garzetta

A029PurpurreiherArdea purpurea

A030SchwarzstorchCiconia nigra

A031WeißstorchCiconia ciconia

A072WespenbussardPernis apivorus

A073SchwarzmilanMilvus migrans

A074RotmilanMilvus milvus

A081RohrweiheCircus aeruginosus

A082KornweiheCircus cyaneus

A094FischadlerPandion haliaetus

A103WanderfalkeFalco peregrinus

A119TüpfelsumpfhuhnPorzana porzana

A120Kleines SumpfhuhnPorzana parva

A122WachtelkönigCrex crex

A127KranichGrus grus

A151KampfläuferPhilomachus pugnax

A166BruchwasserläuferTringa glareola

A197TrauerseeschwalbeChlidonias niger

A215UhuBubo bubo

A217SperlingskauzGlaucidium passerinum

A223RauhfußkauzAegolius funereus

A224ZiegenmelkerCaprimulgus europaeus

A229EisvogelAlcedo atthis

A234GrauspechtPicus canus

A236SchwarzspechtDryocopus martius

A272BlaukehlchenLuscinia svecica

A321HalsbandschnäpperFicedula albicollis

A338NeuntöterLanius collurio

Säugetiere nach der FFH-RL Anhang II und IV

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

1324Großes MausohrMyotis myotis

1354Braunbär*Ursus arctos

Amphibien nach der FFH-RL Anhang II und IV

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

1193GelbbauchunkeBombina variegata

Fische nach der FFH-RL Anhang II

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

1163KoppeCottus gobio

Wirbellose nach der FFH-RL Anhang II

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

1013Vierzähnige WindelschneckeVertigo geyeri

Moose nach der FFH-RL Anhang II

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

1393Firnisglänzendes SichelmoosDrepanocladus vernicosus

Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I

Code Nr.Lebensraumtyp

6410Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und

tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)

6430Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe

6510Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

7110*Lebende Hochmoore

7140Übergangs- und Schwingrasenmoore

7230Kalkreiche Niedermoore

91D0*Moorwälder

91E0*Auwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior

(Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

9410Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea)

* prioritärer Lebensraumtyp oder prioritäre Art nach Anhang I bzw. II FFH-Richtlinie

Regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG angeführt sind

Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name

A168FlussuferläuferActitis hypoleucos

A054SpießenteAnas acuta

A056LöffelenteAnas clypeata

A055KnäkenteAnas querquedula

A051SchnatterenteAnas strepera

A257WiesenpieperAnthus pratensis

A259WasserpieperAnthus spinoletta

A059TafelenteAythya ferina

A061ReiherenteAythya fuligula

A088RaufußbussardButeo lagopus

A145ZwergstrandläuferCalidris minuta

A149AlpenstrandläuferCalidris alpina

A366BluthänflingCarduelis cannabina

A136FlussregenpfeiferCharadrius dubius

A322TrauerschnäpperFicedula hypoleuca

A360BergfinkFringilla montifringilla

A233WendehalsJynx torquilla

A152ZwergschnepfeLymnocryptes minimus

A070GänsesägerMergus merganser

A277SteinschmätzerOenanthe oenanthe

A249UferschwalbeRiparia riparia

A276SchwarzkehlchenSaxicola torquata

A172Spatel-RaubmöweStercorarius pomarinus

A164GrünschenkelTringa nebularia

A165WaldwasserläuferTringa ochropus

A052KrickenteAnas crecca

A118WasseralleRallus aquaticus

A142KiebitzVanellus vanellus

A275BraunkehlchenSaxicola rubetra

A153BekassineGallinago gallinago

A371KarmingimpelCarpodacus erythrinus