# Europaschutzgebiet „Görtschacher Moos - Obermoos im Gailtal“

56. Verordnung der Kärntner Landesregierung vom 21. Juni 2011, Zahl: 15-NAT2015/136/2011, mit der die Gebiete Görtschacher Moos, Obermoos, Untermoos sowie Teile der Gail zum Europaschutzgebiet „Görtschacher Moos – Obermoos im Gailtal“ erklärt werden.

Aufgrund des § 24a des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002, LGBl. Nr. 79/2002, idF LGBl Nr. 42/2010 sowie des § 2a Abs. 1 und 2 des Kärntner Kundmachungsgesetzes (KKMG), LGBl Nr. 25/1986, zuletzt geändert durch das Landesverfassungsgesetz LGBl. Nr. 57/2002, wird verordnet:

§ 1 Schutzgebiet

(1) Die Gebiete Görtschacher Moos, Obermoos, Untermoos sowie Teile der Gail werden zum Europaschutzgebiet „Görtschacher Moos

– Obermoos im Gailtal“ erklärt.

(2) Das Europaschutzgebiet „Görtschacher Moos – Obermoos im Gailtal“ umfasst Gebietsteile der Gemeinden Hermagor-Pressegger See, St. Stefan im Gailtal, Feistritz an der Gail und Nötsch im Gailtal (politische Bezirke Hermagor und Villach-Land) und ist innerhalb der im Abs. 3 umschriebenen Grenzen in den Katastralgemeinden Görtschach, Nampolach, Vorderberg, Feistritz an der Gail, St. Paul, Köstendorf, St. Stefan, Saak und Kerschdorf im Gailtal gelegen.

(3) Die Grenzen des Europaschutzgebietes sind in der planlichen Darstellung der Abteilung 20 – Landesplanung des Amtes der Kärntner Landesregierung vom Jänner 2011 (Datum Bearbeitungsstand) samt Detailplänen 4617-5103, 4717-5002, 4617-5301, 47175200, 4717-5201, 4617-5303, 4717-5202, 47175203, 4717-5302, 4717-5303 und 4817-5202 jeweils im Maßstab 1:10.000 – DIN A3 vom Jänner 2011 (Datum Bearbeitungsstand) festgelegt. Diese planliche Darstellung ist wesentlicher Inhalt dieser Verordnung und liegt bei der für rechtliche Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung und bei den Bezirkshauptmannschaften Hermagor und Villach sowie bei den Gemeinden Hermagor-Pressegger See, St. Stefan im Gailtal, Feistritz a.d. Gail und Nötsch im Gailtal während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 5 AVG) zur allgemeinen Einsicht auf.

§ 2 Erhaltungsziele

Diese Verordnung dient der Bewahrung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der im Europaschutzgebiet Görtschacher Moos – Obermoos im Gailtal vorkommenden Schutzgüter. Das sind Vogelarten des Anhangs I und regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie (79/409/EWG) angeführt sind sowie natürliche Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten der Anhänge I, II und IV der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) bzw. der in der

./. Anlage aufgelisteten Schutzgüter. Das Erhaltungsziel ist daher die Erhaltung des Landschaftsmosaiks aus naturnahen Au- und Bruchwäldern, Gewässer- und Moorlebensräumen sowie der wertvollen Elemente der Kulturlandschaft, insbesondere der artenreichen Hochstauden-, Wiesen- und Weideflächen mitsamt den strukturierenden Gebüschgruppen, Feldgehölzen und Einzelbäumen als Lebensraum für die hier vorkommenden Populationen von Arten von gemeinschaftlichem Interesse.

§ 3 Schutzbestimmungen

Im Europaschutzgebiet sind folgende Eingriffe, unbeschadet der Bestimmungen der §§ 4 und 5, untersagt:

land- und forstwirtschaftlichen Gütern.

§ 4

Ausnahmen von den Schutzbestimmungen

(1) Von den Schutzbestimmungen nach § 3 sind ausgenommen:

gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen nach dem Wasserrechtsgesetz 1959, BGBl Nr. 215 idFdG BGBl I Nr. 14/2011 und nach dem Forstgesetz 1975, BGBl Nr. 440 idFdG BGBl I Nr. 55/2007 sowie nach dem Kärntner Jagdgesetz 2000, LGBl Nr. 21, idFdG LGBl 33/2010, wie insbesondere die Nachsuche, die Seuchenbekämpfung und ähnliche Maßnahmen;

(2) Eine Bewirtschaftung der so genannten Garantieflächen, welche in der planlichen Darstellung gemäß § 1 Abs. 3 verortet sind, das sind Ackerächen, Intensivgrünlandflächen und Wechselwiesen, ist im Rahmen der guten fachlichen Praxis uneingeschränkt möglich.

§ 5 Ausnahmebewilligungen

(1)

Die Bezirksverwaltungsbehörde kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen für die im Abs. 2 angeführten Maßnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen soweit diese Maßnahmen den Erhaltungszielen nach § 2 nicht widersprechen und keine erhebliche Beeinträchtigung des Europaschutzgebietes zu erwarten ist.

(2)

Als Maßnahmen, die einer Bewilligung im Sinne des Abs. 1 zugänglich sind, werden insbesondere festgelegt: 1.Vorhaben von wissenschaftlichen Institutionen und Fachgelehrten, wenn diese Vorhaben im Interesse der Wissenschaft und Erforschung des Gebietes (zB Überwachung des Erhaltungszustandes von Schutzgütern oder im Rahmen von Berichtspflichten gem. Art. 11 und 17 FFH-Richtlinie, 92/43/EWG) gelegen sind;

Die Kennzeichnung des Schutzgebietes hat durch Tafeln, die die Aufschrift „Europaschutzgebiet Görtschacher Moos – Obermoos im Gailtal“ und das Kärntner Landeswappen tragen, zu erfolgen. Weitere, dem Schutzzweck entsprechende Hinweise sind zulässig.

§7 Strafen

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden als Verwaltungsübertretung nach § 67 des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 bestraft.

Für die Kärntner Landesregierung:

Der Landeshauptmann:

Dörfler

Anlage:

Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensräume und Tierarten.

Vogelarten nach Anhang I Vogelschutz-Richtlinie

Code Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name

A021 Rohrdommel Botaurus stellaris

A022 Zwergrohrdommel Ixobrychus minutus

A026 Seidenreiher Egretta garzetta

A030 Schwarzstorch Ciconia nigra

A031 Weißstorch Ciconia ciconia

A072 Wespenbussard Pernis apivorus

A081 Rohrweihe Circus aeruginosus

A082 Kornweihe Circus cyaneus

A083 Steppenweihe Circus macrourus

A084 Wiesenweihe Circus pygargus

A103 Wanderfalke Falco peregrinus

A119 Tüpfelsumpfhuhn Porzana porzana

A120 Kleines Sumpfhuhn Porzana parva

A121 Zwergsumpfhuhn Porzana pusilla

A122 Wachtelkönig Crex crex

A215 Uhu Bubo bubo

A224 Ziegenmelker Caprimulgus europaeus

A229 Eisvogel Alcedo atthis

A234 Grauspecht Picus canus

A236 Schwarzspecht Dryocopus martius

A338 Neuntöter Lanius collurio

Regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der

Richtlinie 79/409/EWG angeführt sind

Code Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name

A097 Rotfußfalke Falco vespertinus

A099 Baumfalke Falco subbuteo

A118 Wasserralle Rallus aquaticus

A153 Bekassine Gallinago gallinago

A155 Waldschnepfe Scolopax rusticola

A207 Hohltaube Columba oenas

A232 Wiedehopf Upupa epops

A256 Baumpieper Anthus trivialis

A257 Wiesenpieper Anthus pratensis

A259 Wasserpieper Anthus spinoletta

A260 Schafstelze Motacilla ava

A275 Braunkehlchen Saxicola rubetra

A276 Schwarzkehlchen Saxicola torquata

A277 Steinschmätzer Oenanthe oenanthe

A286 Rotdrossel Turdus iliacus

A309 Dorngrasmücke Sylvia communis

A336 Beutelmeise Remiz pendulinus

A337 Pirol Oriolus oriolus

A371 Karmingimpel Carpodacus erythrinus

A381 Rohrammer Emberiza schoeniclus

A383 Grauammer Miliaria calandra

Säugetiere nach Anhang II und IV FFH-RL

Code Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name

1303 Kleine Hufeisennase Rhinolophus hipposideros

1321 Wimperedermaus Myotis emarginatus

1324 Großes Mausohr Myotis myotis

1354 *Braunbär Ursus arctos

1355 Fischotter Lutra lutra

Fische nach Anhang II FFH-RL

Code Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name

1098 Ukrainisches Bachneunauge Eudontomyzon mariae

1105 Huchen Hucho hucho

1131 Strömer Leuciscus soufa

1134 Bitterling Rhodeus sericeus amarus

1163 Koppe Cottus gobio

Amphibien nach Anhang II und IV FFH-RL

Code Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name

1167 Alpenkammmolch Triturus carnifex

1193 Gelbbauchunke Bombina variegata

Wirbellose nach Anhang II FFH-RL Lebensräume nach Anhang I

FFH-RL

Code Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name

1016 Bauchige Windelschnecke Vertigo moulinsiana

1078 Russischer Bär Callimorpha quadripunctaria

Code Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name

1903 Glanzstendel Liparis loeselii

Code Nr. Lebensraumtyp

3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions

3240 Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Salix eleagnos 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion uitantis und des Callitricho-Batrachion 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia)

6410 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torgen und tonig-schlufgen Böden (Molinion caeruleae)

6430 Feuchte Hochstaudenuren der planaren und montanen bis alpinen Stufe

6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba ofcinalis)

7120 Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore

7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore

7230 Kalkreiche Niedermoore

91D0 *Moorwälder

91E0 *Auwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior

(Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

*prioritärer Lebensraumtyp oder prioritäre Art nach Anhang I bzw. II FFH-Richtlinien.