# Verordnung des Landeshauptmanns von Oberösterreich, mit der Ausnahmen für das Verbrennen von schädlings- und krankheitsbefallenen biogenen Materialien zugelassen werden (Oö. Schädlingsverbrennungs-Verordnung 2012)

Nr. 26

Verordnung

des Landeshauptmanns von Oberösterreich, mit der Ausnahmen für das Verbrennen von schädlings- und

krankheitsbefallenen

biogenen Materialien zugelassen werden

(Oö. Schädlingsverbrennungs-Verordnung 2012)

Auf Grund des § 3 Abs. 4 Z 1 und Abs. 6 Bundesluftreinhaltegesetz

(BLRG), BGBl. I Nr. 137/2002, in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 77/2010, wird verordnet:

§ 1

Ausnahmen vom Verbot des Verbrennens

(1) Vom Verbot des Verbrennens biogener Materialien außerhalb von Anlagen (§ 3 Abs. 1 Bundesluftreinhaltegesetz - BLRG) ausgenommen ist das Verbrennen von schädlings- und krankheitsbefallenen biogenen Materialien, sofern sie von einem oder mehreren Schädlingen und Krankheiten im Sinn des § 2 befallen sind.

(2) Diese Verordnung gilt nicht für Forstschädlinge gemäß § 43 Abs. 2 Forstgesetz 1975, BGBl. Nr. 440, in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 55/2007. Verordnungen nach dem Forstgesetz 1975 werden durch diese Verordnung nicht berührt.

§ 2

Schädlinge und Krankheiten

Schädlinge und Krankheiten für biogene Materialien sind:

Schadorganismus

(lat.)

Schadorganismus (dt.)

Wirtspflanze

Anoplophora

chinensis

Citrusbockkäfer

Ahorn, Kastanie,

Buche

Anoplophora

glabripennis

Asiatischer

Laubholzbockkäfer

Ahorn, Kastanie,

Buche

Clavibacter

michiganensis ssp.

michiganensis

Bakterielle

Tomatenwelke

Tomate, Paprika,

Aubergine

Cylindrocladium

buxicola

Triebsterben an

Buchsbaum

Buchs

Daktuoshaira

vitifoliae

Reblaus

Wein

Dryocosmus

kuriphilus

Japan. Esskastanien-Gallwespe

Esskastanie

Erwinia amylovora

Feuerbrand

Apfel, Birne, Quitte

Grapevine

flavescence dorée

phytoplasma

Weinrebe

Guignardia piricola

Apfel, Birne, Quitte

Lecanosticta-Nadelbräune

Braunfleckenkrankheit

Kiefer und andere

Koniferen

Monilinia fructicola

Monilia

Pfirsich, Marille,

Zwetschke, Kirsche

Pear decline

mycoplama

Birnenverfall

Birne, Quitte

Phytophthora

fragariae

Rote Wurzelfäule der Erdbeere

Erdbeere

Phytophthora ramorum

Rhododendron,

Schneeball, Magnolie

Plum pox virus

Scharkakrankheit

Pfirsich, Marille,

Zwetschke, Kirsche

Pseudomonas syringae

pv. persicae

Pfirsich, Nektarine

Phytoplasma mali

Apfeltriebsucht

Apfel

Rhynchophorus

ferrugineus

Indomalaiischer

Palmenrüssler

Palme

Xanthomonas

arboricola pv. pruni

Bakt.

Blattfleckenkrankheit

Pfirsich, Pflaume,

Marille, Kirsche

Xanthomonas

fragariae

Eckige

Blattfleckenkrankheit

der Erdbeere

Erdbeere

§ 3

Zeitlicher Geltungsbereich

Das Verbrennen von schädlings- und krankheitsbefallenen biogenen Materialien gemäß § 2 ist ganzjährig zulässig, soweit dies zu ihrer wirksamen Bekämpfung unbedingt erforderlich ist und § 5 nicht anderes bestimmt.

§ 4

Sicherheitsvorkehrungen

(1) Das Verbrennen von biogenen Materialien gemäß § 1 Abs. 1 ist spätestens zwei Werktage vor der Durchführung der Gemeinde, in der das Verbrennen vorgesehen ist, unter Nennung von Namen, Anschrift und Telefonnummer der verantwortlichen Person und der in Anspruch genommenen Grundstücke zu melden.

(2) Die verantwortliche Person hat dafür zu sorgen, dass

(1) Diese Verordnung tritt mit Ablauf des Tages ihrer Kundmachung im Landesgesetzblatt für Oberösterreich in Kraft.

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Oö. Verbrennungsverbot-Ausnahmeverordnung, LGBl. Nr. 67/2004, außer Kraft.

Für den Landeshauptmann:

Anschober

Landesrat