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# 81. Verordnung:Salzachauen-Europaschutzgebietsverordnung

81. Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 19. September 2024, mit der Teile der Gemeinden Anthering, Nußdorf am Haunsberg, Oberndorf bei Salzburg und St. Georgen bei Salzburg zu einem Europaschutzgebiet erklärt werden (Salzachauen-Europaschutzgebietsverordnung)

> Auf Grund des § 22a des Salzburger Naturschutzgesetzes 1999 – NSchG, LGBl Nr 73/1999, in der geltenden Fassung wird verordnet:

### Grenzen des Schutzgebietes {#prov_grenzen_des_schutzgebietes}

### § 1 {#par_1}

(1) Die in den Gemeindegebieten von Anthering, Nußdorf am Haunsberg, Oberndorf bei Salzburg und St. Georgen bei Salzburg gelegenen Teile der Salzach, der Antheringer Au, der Weitwörther Au und der Irlacher Au werden zum Europaschutzgebiet erklärt.

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sowie die Grenzen des nach der FFH-Richtlinie ausgewiesenen Bereichs („FFH-RL“) und des nach der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesenen Bereichs („VS-RL“) sind in Lageplänen im Maßstab 1 : 5.000 festgelegt. Diese Pläne sind wesentlicher Inhalt der Verordnung und liegen beim Amt der Salzburger Landesregierung, bei der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung sowie bei den Gemeinden Anthering, Nußdorf am Haunsberg, Oberndorf bei Salzburg und St. Georgen bei Salzburg während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden zur allgemeinen Einsicht auf.

### Schutzzweck {#prov_schutzzweck}

### § 2 {#par_2}

Diese Verordnung dient folgenden Zielen:

### Schutzbestimmungen {#prov_schutzbestimmungen}

### § 3 {#par_3}

(1) Im Schutzgebiet sind alle Eingriffe in die Natur untersagt.

(2) Als verbotene Eingriffe gelten insbesondere:

(3) Von den Verboten der Abs 1 und von den in der folgenden Tabelle jeweils angeführten Verboten des Abs 2 ausgenommen sind folgende Maßnahmen:

Maßnahmen:

Ausgenommen von Abs 1 und folgenden Z des Abs 2:

1. die bisher ausgeübte ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Nutzung

Z 6, Z 7, Z 8

2. Maßnahmen, die in Landschaftspflegeplänen einschließlich allfälliger Detailpläne (§ 35 NSchG) vorgesehen sind und Nutzungsmaßnahmen, die solchen Plänen entsprechen;

Z 1, Z 2, Z 4, Z 6, Z 7, Z 8, Z 9

3. die temporäre Errichtung von ortsüblichen Kulturschutzzäunen für Flächengrößen bis 2000 m2, und zwar für forstwirtschaftliche Kulturen bis zum Zeitpunkt des Entwachsens der Äserhöhe bzw für landwirtschaftliche Kulturen bis zum Zeitpunkt der Ernte

Z 1

4. die rechtmäßige Ausübung von Einforstungsrechten entsprechend den geltenden Regulierungsurkunden

Z 7, Z 8

5. die rechtmäßige Ausübung der Jagd einschließlich der Errichtung oder Aufstellung ortsfester und ortsüblicher Bodenansitze, Hochsitze und Hochstände

Z 1, Z 5, Z 6, Z 7, Z 8

6. die rechtmäßige Ausübung der Fischerei

Z 6, Z 7, Z 8

7. notwendige Betreuungs- und Erhaltungsmaßnahmen an rechtmäßig bestehenden Anlagen unter den Voraussetzungen, dass

Z 1, Z6, Z 7, Z 8

8. Maßnahmen zur Durchführung der Gewässerpflege an der Salzach nach Maßgabe der §§ 41, 47 und 50 WRG 1959, BGBl 215/1959, in der Fassung des Gesetzes BGBl I Nr 73/2018, unter den Voraussetzungen, dass

Z 1, Z 7, Z 8

9. Ambulanz-, Such-, Rettungs- und Einsatzflüge

Z 4

10. Pflegemaßnahmen und wissenschaftliche Erhebungsarbeiten, welche von der Landesregierung selbst vorgenommen oder über deren Auftrag durchgeführt werden

Z 1 und 4 bis 9

11. Tätigkeiten von Organen der öffentlichen Sicherheit und Aufsicht

Z 5, Z 6, Z 7, Z 8

12. Badenutzung des Teiches auf der Grundparzelle 764/2 westlich der Freizeithaussiedlung

Z 6

### Ausnahmebewilligungen {#prov_ausnahmebewilligungen}

### § 4 {#par_4}

Die Landesregierung kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, wenn keine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzgebietes in seinen für die Erhaltungsziele gemäß § 2 Z 1 und 2 wesentlichen Bestandteilen zu erwarten ist.

### Kennzeichnung des Schutzgebietes {#prov_kennzeichnung_des_schutzgebietes}

### § 5 {#par_5}

Die Kennzeichnung des Schutzgebietes erfolgt durch Tafeln, die die Aufschrift „Europaschutzgebiet Salzachauen“ und das Salzburger Landeswappen tragen. Weitere den Erhaltungszielen entsprechende Hinweise sind zulässig.

### Hinweis auf Strafbestimmungen {#prov_hinweis_auf_strafbestimmungen}

### § 6 {#par_6}

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des § 3 oder der gemäß § 4 erlassenen Bescheide sowie die Beschädigung, eigenmächtige Entfernung, Verdeckung oder eine sonstige Beeinträchtigung der Wirksamkeit der Kennzeichnung des Schutzgebietes werden als Verwaltungsübertretungen gemäß § 61 des Salzburger Naturschutzgesetzes 1999 bestraft.

### Umsetzungshinweis {#prov_umsetzungshinweis}

### § 7 {#par_7}

Diese Verordnung dient der Umsetzung

### Inkrafttreten {#prov_inkrafttreten}

### § 8 {#par_8}

Diese Verordnung tritt mit 20. September 2024 in Kraft.

### Anlage {#prov_anlage}

Abschnitt 1: Lebensräume nach § 2 Z 1 lit a der Verordnung; die Nummernbezeichnung des Lebensraumtyps entspricht der Bezeichnung im Anhang I der FFH-Richtlinie (prioritäre natürliche Lebensraumtypen sind mit einem „*“ gekennzeichnet)

3140

Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen

3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions

3220

Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation

6430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe

6510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

7220*

Kalktuffquellen (Cratoneurion)

9170

Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald

(Calio-Carpinetum)

9180*

Schlucht- und Hangmischwälder

(Tilio-Acerion)

91E0*

Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

91F0

Hartholzauenwälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris)

Abschnitt 2: Pflanzen- und Tierarten nach § 2 Z 1 lit b der Verordnung

Name

Wissenschaftlicher Name

Pflanzenarten (Anhang II der FFH-Richtlinie)

Grünes Gabelzahnmoos

Dicranum viride

Tierarten (Anhang II der FFH-Richtlinie)

Bachmuschel

Unio crassus

Biber

Castor fiber

Fischotter

Lutra lutra

Huchen

Hucho hucho

Kleine Hufeisennase

Rhinolophus hipposideros

Koppe

Cottus gobio

Mopsfledermaus

Barbastella barbastellus

Scharlachkäfer

Cucujus cinnaberinus

Spanische Flagge

Euplagia quadripunctaria

Wimperfledermaus

Myotis emarginatus

Abschnitt 3: Vogel- und Zugvogelarten nach § 2 Z 2 der Verordnung

Vogelarten (Anhang I der Vogelschutzrichtlinie)

Bruchwasserläufer

Tringa glareola

Eisvogel

Alcedo atthis

Grauspecht

Picus canus

Halsbandschnäpper

Ficedula albicollis

Mittelspecht

Dendrocopos medius

Neuntöter

Lanius collurio

Rohrdommel

Botaurus stellaris

Schwarzmilan

Milvus migrans

Schwarzspecht

Dryoscopus martius

Silberreiher

Egretta alba

Wespenbussard

Pernis apivorus

Zwergsäger

Mergus albellus

Zugvogelarten (Art 4 Abs 2 der Vogelschutzrichtlinie)

Bachstelze

Motacilla alba

Baumfalke

Falco subbuteo

Baumpieper

Anthus trivialis

Bergpieper

Anthus spinoletta

Blässhuhn

Fulica atra

Braunkehlchen

Saxicola rubetra

Dorngrasmücke

Sylvia communis

Feldlerche

Alauda arvensis

Feldschwirl

Locustella naevia

Fitis

Phylloscopus trochilus

Flussuferläufer

Actitis hypoleucos

Gänsesäger

Mergus merganser

Gartengrasmücke

Sylvia borin

Gebirgsstelze

Motacilla cinerea

Gelbspötter

Hippolais icterina

Graugans

Anser anser

Graureiher

Ardea cinerea

Grauschnäpper

Muscicapa striata

Haubentaucher

Podiceps cristatus

Heckenbraunelle

Prunella modularis

Hohltaube

Columba oenas

Kiebitz

Vanellus vanellus

Knäkente

Anas querquedula

Krickente

Anas crecca

Kuckuck

Cuculus canorus

Lachmöwe

Larus ridibundus

Mauersegler

Apus apus

Mehlschwalbe

Delichon urbica

Mönchsgrasmücke

Sylvia atricapilla

Pfeifente

Anas penelope

Pirol

Oriolus oriolus

Rauchschwalbe

Hirundo rustica

Reiherente

Aythya fuligula

Ringeltaube

Columba palumbus

Rohrammer

Emberiza schoeniclus

Schellente

Bucephala clangula

Schlagschwirl

Locustella fluviatilis

Schnatterente

Anas strepera

Schwarzkehlchen

Saxicola torquata

Singdrossel

Turdus philomelos

Sommergoldhähnchen

Regulus ignicapillus

Spiessente

Anas acuta

Star

Sturnus vulgaris

Sturmmöwe

Larus canus

Sumpfrohrsänger

Acrocephalus palustris

Tafelente

Aythya ferina

Teichrohrsänger

Acrocephalus scirpaceus

Wachtel

Coturnix coturnix

Waldschnepfe

Scolopax rusticola

Waldwasserläufer

Tringa ochropus

Wasserralle

Rallus aquaticus

Zilpzalp

Phylloscopus collybita

Zwergtaucher

Tachybaptus ruficollis