173.110.47

# Verordnung über die Eröffnung letztinstanzlicher kantonaler Entscheide in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten

vom 8. November 2006 (Stand am 1. Januar 2016)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 112 Absatz 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005[^1](BGG),

verordnet:

##### **Art. 1** Grundsatz {#art_1 omnilex-key=ch-fedlex--173.110.47--1}
Die kantonalen Behörden eröffnen den beschwerdeberechtigten Bundesbehörden sofort und unentgeltlich letztinstanzliche Entscheide, die vor Bundesgericht angefochten werden können mit:
a. Beschwerde in Zivilsachen nach Artikel 72 Absatz 2 Buchstabe b BGG;
b. Beschwerde in Strafsachen nach Artikel 78 Absatz 2 Buchstabe b BGG;
c. Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten.

##### **Art. 2** Ausnahmen {#art_2 omnilex-key=ch-fedlex--173.110.47--2}
Nicht zu eröffnen sind letztinstanzliche kantonale Entscheide:
a. auf dem Gebiet der Aufsicht über die Vormundschaftsbehörden, die Willensvollstrecker und Willensvollstreckerinnen und andere erbrechtliche Vertreter und Vertreterinnen;
b. über die Entmündigung, die Errichtung einer Beirat- oder Beistandschaft und die fürsorgerische Freiheitsentziehung;
c. auf dem Gebiet des Kindesschutzes;
d.[^2] in Anwendung des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979[^3], die Baubewilligungen innerhalb der Bauzonen betreffen, es sei denn, eine andere Bundesgesetzgebung findet zugleich Anwendung.

##### **Art. 3** Inkrafttreten {#art_3 omnilex-key=ch-fedlex--173.110.47--3}
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2007 in Kraft.

[^1]: SR  **173.110**
[^2]: Fassung gemäss Art. 12 Ziff. 2 der Zweitwohnungsverordnung vom 4. Dez. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS  **2015**  5669).
[^3]: SR  **700**