173.711.33

# Reglement des Bundesstrafgerichts über die Grundsätze der Information

vom 24. Januar 2012 (Stand am 1. Oktober 2025)

Das Bundesstrafgericht (BStGer),

gestützt auf Artikel 63 Absatz 3 des Strafbehördenorganisatonsgesetzes vom<br />19. März 2010[^1](StBOG),

beschliesst:

## **1. Abschnitt:** Allgemeine Bestimmungen {#sec_1}
##### **Art. 1** Zweck {#sec_1/art_1 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--1}
Dieses Reglement regelt die Information der Öffentlichkeit über die Tätigkeit des Bundesstrafgerichts (Gericht).

##### **Art. 2** Grundsätze und Zuständigkeiten {#sec_1/art_2 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--2}
1. Das Gericht informiert sachlich und transparent und wahrt dabei die berechtigten Interessen der Parteien und der anderen Verfahrensbeteiligten.
2. Die Information erfolgt durch das Generalsekretariat auf Anweisung der Gerichtspräsidentin oder des Gerichtspräsidenten.

## **2. Abschnitt:** Information von Amtes wegen {#sec_2}
##### **Art. 3** Grundsatz {#sec_2/art_3 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--3}
1. Das Gericht informiert die Öffentlichkeit über seine Rechtsprechung (Art. 63 Abs. 1 StBOG) insbesondere durch die regelmässige Veröffentlichung seiner Entscheide im Internet und durch die Aufnahme einer Auswahl der wichtigsten Entscheide in einer entsprechenden amtlichen Sammlung (Entscheide des Schweizerischen Bundesstrafgerichts, TPF).
2. Ist das Verfahren öffentlich, so informiert das Gericht in erster Linie durch mündliche Eröffnung des Urteils im Sinne von Artikel 84 Absätze 1 und 3 der Strafprozessordnung[^2](StPO).
3. Das Gericht legt seine Urteile nach deren Eröffnung und nach Ablauf der Sperrfrist während 30 Tagen in der Gerichtskanzlei zur Einsichtnahme auf. Vorbehalten bleiben Bundesgesetze, die von diesem Reglement abweichende Bestimmungen für den Zugang zu den Entscheiden vorsehen.[^3]
4. Hinsichtlich der Justizverwaltung informiert das Gericht die Öffentlichkeit hauptsächlich über wichtige organisatorische und personelle Änderungen.
5. Zeitpunkt und Gegenstand der öffentlichen Verhandlungen werden im Internet bekannt gemacht.
6. Wenn nötig informiert das Gericht zudem mit Medienmitteilungen oder ausnahmsweise über Medienkonferenzen.

##### **Art. 4** Entscheiddatenbank {#sec_2/art_4 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--4}
1. Das Gericht veröffentlicht grundsätzlich alle Endentscheide in seiner im Internet einsehbaren Datenbank. Andere Entscheide werden nur veröffentlicht, soweit sie von öffentlichem Interesse sind.
2. Die Entscheide werden ungekürzt veröffentlicht; vorbehalten bleiben die Bestimmungen über die Anonymisierung nach Artikel 6.
3. Der Zugang zur Entscheiddatenbank ist unentgeltlich.

##### **Art. 5** Amtliche Entscheidsammlung {#sec_2/art_5 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--5}
1. Das Gericht veröffentlicht in der amtlichen Entscheidsammlung die rechtskräftigen Entscheide von besonderer juristischer Bedeutung.
2. Es gelten die folgenden Grundsätze:
a. Jedem Entscheid wird eine Zusammenfassung seines Inhalts (Regeste) in den drei Amtssprachen vorangestellt.
b. Die zum Verständnis der rechtlichen Erwägungen notwendigen Elemente des Sachverhalts werden in einer auf das Wesentliche reduzierten Form dargestellt.
c. Es werden nur die wichtigsten rechtlichen Erwägungen veröffentlicht.
3. Die amtliche Sammlung «Entscheide des Schweizerischen Bundesstrafgerichts (TPF)» wird kostenlos im Internet und gegen Entgelt in gedruckter Form zur Verfügung gestellt.

##### **Art. 6** Anonymisierung {#sec_2/art_6 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--6}
1. Das Gericht veröffentlicht seine Entscheide grundsätzlich in anonymisierter Form (Art. 63 Abs. 2 StBOG).
2. Die Namen der Parteien können ausnahmsweise veröffentlicht werden, wenn die öffentlichen Interessen an deren Kenntnis die privaten Interessen der Parteien überwiegen, insbesondere wenn es sich um einen bekannten Fall handelt («causes célèbres») und die Namen der Öffentlichkeit ohnehin schon bekannt sind.
3. Die Einzelheiten zur Anonymisierung, die Zuständigkeiten und das Verfahren werden in internen Weisungen des Generalsekretariats festgelegt.

## **3. Abschnitt:** Information auf Anfrage {#sec_3}
##### **Art. 7** Auskünfte {#sec_3/art_7 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--7}
Auskunftsanfragen sind an das Generalsekretariat zu richten. Sie sind grundsätzlich in schriftlicher Form oder per E-Mail einzureichen.

##### **Art. 8** Zugang zu amtlichen Dokumenten {#sec_3/art_8 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--8}
1. Der Zugang zu amtlichen Dokumenten richtet sich nach dem Öffentlichkeitsgesetz vom 17. Dezember 2004[^4], nach Artikel 22 des Organisationsreglement BStGer vom 31. August 2010[^5]und nach dem Reglement vom 17. Januar 2006[^6]über die Archivierung beim Bundesstrafgericht.
2. Über Einsichtsbegehren von Amtsstellen entscheidet das Generalsekretariat gemäss Artikel 194 StPO[^7]; betrifft ein solches Begehren Akten aus einem hängigen Verfahren, so entscheidet die Verfahrensleitung gemäss den Artikeln 101 und 102 StPO.

## **4. Abschnitt:** Gerichtsberichterstattung {#sec_4}
##### **Art. 9** Grundsätze {#sec_4/art_9 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--9}
Die Gerichtsberichterstattung hat die Persönlichkeitsrechte und insbesondere die Unschuldsvermutung zu wahren. Massgebend sind insbesondere die Richtlinien des Schweizer Presserats zur Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten.

##### **Art. 10** Aufnahmen {#sec_4/art_10 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--10}
Während der Verhandlungen ist es gerichtsexternen Personen untersagt, Ton- oder Bildaufzeichnungen zu erstellen. Das Verbot gilt sowohl innerhalb des Gerichtsgebäudes als auch für alle anderen Orte, an denen eine Verhandlung des Gerichts stattfindet (Art. 71 StPO[^8]).

## **5. Abschnitt:** Akkreditierte Journalistinnen und Journalisten {#sec_5}
##### **Art. 11** Geltungsbereich {#sec_5/art_11 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--11}
Die Bestimmungen dieses Abschnitts gelten für die beim Gericht akkreditierten Journalistinnen und Journalisten und sind für deren Akkreditierung massgebend.

##### **Art. 12** Akkreditierung {#sec_5/art_12 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--12}
1. Journalistinnen und Journalisten, die regelmässig über die Rechtsprechung des Gerichts Bericht erstatten wollen und sich verpflichten, die Bestimmungen nach Artikel 9 einzuhalten, werden auf Gesuch hin vom Generalsekretariat akkreditiert. Sie können überdies für einzelne Prozesse akkreditiert werden.[^9]
2. Als Journalistinnen und Journalisten gelten Personen, welche die Voraussetzungen für die Eintragung in das Berufsregister erfüllen.
3. Die bereits beim Bundesgericht oder beim Bundesverwaltungsgericht akkreditierten Journalistinnen und Journalisten werden beim Gericht auf Gesuch hin ohne besondere Formalitäten akkreditiert. Sie haben ihrem Gesuch lediglich eine Kopie der Akkreditierung bei den anderen Gerichten des Bundes und einen Lebenslauf mit Foto beizulegen.

##### **Art. 13** Akkreditierungsgesuch {#sec_5/art_13 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--13}
1. Dem schriftlichen Gesuch um Akkreditierung sind ein Lebenslauf mit Foto, eine Bestätigung des Arbeitgebers oder die Beschreibung der Tätigkeit als freiberufliche Journalistin oder als freiberuflicher Journalist, gegebenenfalls eine Kopie des Presseausweises und die E-Mail-Adresse beizulegen.
2. Jede Änderung ist dem Gericht mitzuteilen.

##### **Art. 14** Dauer und Aufhebung der Akkreditierung {#sec_5/art_14 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--14}
1. Die Akkreditierung ist persönlich und nicht übertragbar. Sie erfolgt für eine Dauer von vier Jahren oder während einer laufenden Vierjahresperiode für deren Rest. Das Gesuch um Erneuerung muss rechtzeitig vor Ablauf der Akkreditierungsdauer eingereicht werden; die Artikel 12 und 13 gelten dabei sinngemäss.[^10]
2. Wer nicht mehr über die Tätigkeit des Gerichts Bericht erstattet, hat dies dem Gericht unverzüglich mitzuteilen.
3. Das Generalsekretariat hebt die Akkreditierung auf, wenn die Voraussetzungen für deren Erteilung nicht mehr erfüllt sind.

##### **Art. 15** Leistungen des Gerichts {#sec_5/art_15 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--15}
1. Die akkreditierten Journalistinnen und Journalisten erhalten vom Gericht:
a.[^11] nach vorhergehender Anfrage eine Kopie der Anklageschrift; diese wird in der Regel 14 Tage vor Beginn der Hauptverhandlung zugestellt;
b.[^12] …
c. Zugang zum Presseraum, sofern am Ort der Verhandlung ein solcher verfügbar ist;
d.[^13] …
e.[^14] eine nicht anonymisierte Kopie der Dispositive der eröffneten Urteile der Strafkammer und der Berufungskammer, unabhängig davon, ob die Eröffnung mündlich oder schriftlich erfolgt;
f. die zur Veröffentlichung vorgesehenen Entscheide;
g. den Geschäftsbericht;
h. auf Anfrage allfällige weitere Informationen zum Stand des Verfahrens;
i. Medienmitteilungen;
j.[^15] nach vorhergehender Anfrage eine nicht anonymisierte Kopie der Urteile der Strafkammer und der Berufungskammer; diese ist während 30 Tagen nach der Eröffnung und nach Ablauf der Sperrfrist erhältlich.
2. Der Versand der Entscheide nach Absatz 1 Buchstabe f erfolgt vor deren Veröffentlichung auf der Datenbank; falls nötig wird eine Sperrfrist festgesetzt.
3. Bei medienwirksamen Fällen erfolgt der Versand der Entscheide grundsätzlich gleichzeitig mit dem Versand an die Parteien und mittels Festlegung einer Sperrfrist.
4. Der Versand erfolgt in der Regel auf elektronischem Weg.

##### **Art. 16** Sperrfrist {#sec_5/art_16 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--16}
1. Das Gericht setzt in der Regel für die Verbreitung von im Bereich der Gerichtsberichterstattung erteilten Informationen eine Sperrfrist fest.
2. Die Sperrfrist fällt vor ihrem Ablauf dahin, wenn die Öffentlichkeit bereits aus einer anderen Quelle vom Inhalt der Information Kenntnis erhalten hat.

##### **Art. 17** Sanktionen {#sec_5/art_17 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--17}
1. Im Falle von Widerhandlungen gegen die Bestimmungen zur Akkreditierung kann das Generalsekretariat die betroffene Person verwarnen.
2. In schweren Fällen kann die Akkreditierung vorübergehend oder endgültig entzogen werden.
3. Das betroffene Medienunternehmen und der Schweizer Presserat können über solche Sanktionen informiert werden.

##### **Art. 18** Beschwerderecht {#sec_5/art_18 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--18}
Die Entscheide des Generalsekretariats über die Akkreditierung und über Sanktionen nach Artikel 17 können innerhalb von 30 Tagen nach ihrer Eröffnung bei der Verwaltungskommission des Gerichts angefochten werden.

## **6. Abschnitt:** Schlussbestimmungen {#sec_6}
##### **Art. 19** Aufhebung bisherigen Rechts {#sec_6/art_19 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--19}
Das Reglement vom 29. August 2006[^16]über die Grundsätze der Information und die Akkreditierung für die Gerichtsberichterstattung am Bundesstrafgericht wird aufgehoben.

##### **Art. 20** Inkrafttreten {#sec_6/art_20 omnilex-key=ch-fedlex--173.711.33--20}
Dieses Reglement tritt am 1. Juli 2012 in Kraft.

[^1]: SR  **173.71**
[^2]: SR  **312.0**
[^3]: Fassung gemäss Ziff. I der V des BStGer vom 27. Sept. 2016, in Kraft seit 1. Dez. 2016 (AS  **2016**  3923).
[^4]: SR  **152.3**
[^5]: SR  **173.713.161**
[^6]: SR  **152.12**
[^7]: SR  **312.0**
[^8]: SR  **312.0**
[^9]: Fassung gemäss Ziff. I der V des BStGer vom 29. Juli 2025, in Kraft seit 1. Okt. 2025  (AS  **2025**  498).
[^10]: Fassung gemäss Ziff. I der V des BStGer vom 29. Juli 2025, in Kraft seit 1. Okt. 2025  (AS  **2025**  498).
[^11]: Fassung gemäss Ziff. I der V des BStGer vom 15. Dez. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016  (AS  **2015**  5563).
[^12]: Aufgehoben durch Ziff. I der V des BStGer vom 29. Juli 2025, mit Wirkung seit  1. Okt. 2025 (AS  **2025**  498).
[^13]: Aufgehoben durch Ziff. I der V des BStGer vom 29. Juli 2025, mit Wirkung seit  1. Okt. 2025 (AS  **2025**  498).
[^14]: Fassung gemäss Ziff. I der V des BStGer vom 29. Juli 2025, in Kraft seit 1. Okt. 2025  (AS  **2025**  498).
[^15]: Eingefügt durch Ziff. I der V des BStGer vom 29. Juli 2025, in Kraft seit 1. Okt. 2025  (AS  **2025**  498).
[^16]: [AS  **2006**  4473]