444.1

# Bundesgesetz über den internationalen Kulturgütertransfer

(Kulturgütertransfergesetz, KGTG)

vom 20. Juni 2003 (Stand am 1. März 2026)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 69 Absatz 2 und 95 Absatz 1 der Bundesverfassung[^1],<br />in Ausführung des Übereinkommens vom 14. November 1970[^2]über Massnahmen zum Verbot und zur Verhütung der rechtswidrigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut (UNESCO-Konvention 1970)<br />und des Übereinkommens vom 2. November 2001[^3]über den Schutz des Unterwasser-Kulturerbes (UNESCO-Übereinkommen 2001),[^4]<br />nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 21. November 2001[^5],

beschliesst:

## **1. Abschnitt:** Allgemeine Bestimmungen {#sec_1}
##### **Art. 1** Gegenstand und Zweck {#sec_1/art_1 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--1}
1. Dieses Gesetz regelt die Einfuhr von Kulturgut in die Schweiz, seine Durch- und Ausfuhr sowie seine Rückführung aus der Schweiz.
2. Mit diesem Gesetz will der Bund einen Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes der Menschheit leisten und Diebstahl, Plünderung und illegale Ein- und Ausfuhr von Kulturgut verhindern.

##### **Art. 2** Begriffe {#sec_1/art_2 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--2}
1. Als*Kulturgut* gilt ein aus religiösen oder weltlichen Gründen für Archäologie, Vorgeschichte, Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft bedeutungsvolles Gut, das einer der Kategorien nach Artikel 1 der UNESCO-Konvention 1970 oder nach Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe a des UNESCO-Übereinkommens 2001 angehört.[^6]
2. Als*kulturelles Erbe* gilt die Gesamtheit der Kulturgüter, die einer der Kategorien nach Artikel 4 der UNESCO-Konvention 1970 angehören.
2bis. Als*historisch belastetes Kulturerbe* gilt die Gesamtheit der Kulturgüter, deren Herkunft oder Eigentumsverhältnisse aufgrund von Rechtsübertragungen im Kontext des Nationalsozialismus oder des Kolonialismus Fragen aufwerfen.[^7]
3. Als*Vertragsstaaten* gelten Staaten, welche die UNESCO-Konvention 1970 ratifiziert haben.
4. Als*Fachstelle* gilt die Verwaltungsstelle, die für den Vollzug der in Artikel 18 bezeichneten Aufgaben zuständig ist.
5. Als*rechtswidrige Ein-, Durch- oder Ausfuhr* gilt eine Ein-, Durch- oder Ausfuhr, die eine Vereinbarung im Sinne von Artikel 7 oder eine Massnahme im Sinne von Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe a verletzt.[^8]

## **2. Abschnitt:** Kulturgüterverzeichnisse {#sec_2}
##### **Art. 3** Bundesverzeichnis {#sec_2/art_3 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--3}
1. Kulturgüter im Eigentum des Bundes, die von wesentlicher Bedeutung für das kulturelle Erbe sind, werden im Bundesverzeichnis eingetragen.
2. Die Eintragung bewirkt, dass:
a. das Kulturgut weder ersessen noch gutgläubig erworben werden kann;
b. der Herausgabeanspruch nicht verjährt;
c. die definitive Ausfuhr des Kulturguts aus der Schweiz verboten ist.
3. Der Eintrag eines Kulturgutes im Bundesverzeichnis kann gestrichen werden, sofern:
a. das Kulturgut seine wesentliche Bedeutung für das kulturelle Erbe eingebüsst hat;
b. die Zusammenführung zu Gunsten eines Ensembles dafür spricht;
c. der Bund sein Eigentum am Kulturgut verliert oder darauf verzichtet.
4. Die Fachstelle führt das Bundesverzeichnis in Form einer elektronischen Datenbank und veröffentlicht es.

##### **Art. 4** Verzeichnisse der Kantone {#sec_2/art_4 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--4}
1. Zur Vereinfachung der Kontrolle an der Grenze können die Kantone, welche die Ausfuhr von Kulturgütern auf ihrem Gebiet regeln, mit der Datenbank des Bundes verbinden:
a. Verzeichnisse ihrer Kulturgüter;
b. Verzeichnisse der Kulturgüter von Privatpersonen, wenn diese ihre Einwilligung dazu gegeben haben.
2. Die Kantone können erklären, dass Kulturgüter in ihren Verzeichnissen weder ersessen noch gutgläubig erworben werden können und dass der Herausgabeanspruch nicht verjährt.

## **3. Abschnitt:** Ein-, Durch- und Ausfuhr {#sec_3}
##### **Art. 4a** Zollanmeldung {#sec_3/art_4_a omnilex-key=ch-fedlex--444.1--4a}
Wer Kulturgut nach Artikel 2 Absatz 1 ein-, durch- oder ausführt, hat dies beim Zoll anzumelden.

##### **Art. 5** Ausfuhrbewilligung für im Bundesverzeichnis eingetragenes Kulturgut {#sec_3/art_5 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--5}
1. Wer Kulturgut, das im Bundesverzeichnis eingetragen ist, aus der Schweiz ausführen will, braucht eine Bewilligung der Fachstelle.
2. Die Bewilligung wird erteilt, wenn:
a. das Kulturgut vorübergehend ausgeführt wird; und
b. die Ausfuhr zum Zweck der Forschung, Konservierung, Ausstellung oder aus ähnlichen Gründen erfolgt.

##### **Art. 6** Rückführungsansprüche der Schweiz {#sec_3/art_6 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--6}
1. Wurde Kulturgut, das im Bundesverzeichnis eingetragen ist, rechtswidrig aus der Schweiz ausgeführt, so macht der Bundesrat gegenüber anderen Vertragsstaaten Rückführungsansprüche geltend. Anfallende Entschädigungen und Kosten gehen zu Lasten des Bundes.
2. Wurde Kulturgut, das in einem kantonalen Verzeichnis erfasst ist, rechtswidrig aus der Schweiz ausgeführt, so macht der Bundesrat auf Antrag des Kantons gegenüber anderen Vertragsstaaten Rückführungsansprüche geltend. Anfallende Entschädigungen und Kosten gehen zu Lasten des ersuchenden Kantons.

##### **Art. 7** Vereinbarungen {#sec_3/art_7 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--7}
1. Zur Wahrung kultur- und aussenpolitischer Interessen und zur Sicherung des kulturellen Erbes kann der Bundesrat mit Vertragsstaaten Staatsverträge über die Einfuhr und die Rückführung von Kulturgut abschliessen (Vereinbarungen).
2. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:
a. Gegenstand der Vereinbarung muss ein Kulturgut von wesentlicher Bedeutung für das kulturelle Erbe des jeweiligen Vertragsstaates sein;
b. das Kulturgut muss im jeweiligen Vertragsstaat Ausfuhrbestimmungen unterliegen, die den Schutz des kulturellen Erbes bezwecken; und
c. der Vertragsstaat muss Gegenrecht gewähren.

##### **Art. 8** Befristete Massnahmen {#sec_3/art_8 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--8}
1. Um das kulturelle Erbe eines Staates, das wegen ausserordentlicher Ereignisse gefährdet ist, vor Schaden zu bewahren, kann der Bundesrat:
a. die Ein-, Durch- und Ausfuhr von Kulturgut ermöglichen, an Bedingungen knüpfen, einschränken oder verbieten;
b. sich an gemeinsamen internationalen Aktionen im Sinne von Artikel 9 der UNESCO-Konvention 1970 beteiligen.
2. Die Massnahmen sind zu befristen.

##### **Art. 9** Rückführungsklagen auf Grund von Vereinbarungen {#sec_3/art_9 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--9}
1. Wer ein Kulturgut besitzt, das rechtswidrig in die Schweiz eingeführt worden ist, kann vom Staat, aus dem das Kulturgut rechtswidrig ausgeführt worden ist, auf Rückführung verklagt werden. Der klagende Staat hat insbesondere nachzuweisen, dass das Kulturgut von wesentlicher Bedeutung für sein kulturelles Erbe ist und rechtswidrig eingeführt wurde.
2. Das Gericht kann den Vollzug der Rückführung aussetzen, bis das Kulturgut bei einer Rückführung nicht mehr gefährdet ist.
3. Die Kosten der erforderlichen Massnahmen für die Sicherung, Erhaltung und Rückführung des Kulturguts trägt der klagende Staat.
4. Die Rückführungsklage des Staats verjährt ein Jahr nachdem seine Behörden Kenntnis erlangt haben wo und bei wem sich das Kulturgut befindet, spätestens jedoch 30 Jahre nachdem das Kulturgut rechtswidrig ausgeführt worden ist.
5. Wer das Kulturgut in gutem Glauben erworben hat und es zurückgeben muss, hat im Zeitpunkt der Rückführung Anspruch auf eine Entschädigung, die sich am Kaufpreis und an den notwendigen und nützlichen Aufwendungen zur Bewahrung und Erhaltung des Kulturguts orientiert.
6. Die Entschädigung ist vom klagenden Staat zu entrichten. Bis zur Bezahlung der Entschädigung hat die Person, die das Kulturgut zurückgeben muss, ein Retentionsrecht an diesem.

## **4. Abschnitt:** Rückgabegarantie {#sec_4}
##### **Art. 10** Antrag {#sec_4/art_10 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--10}
Wird ein Kulturgut aus einem Vertragsstaat für eine Ausstellung an ein Museum oder eine andere kulturelle Einrichtung in der Schweiz vorübergehend ausgeliehen, so kann die leihnehmende Institution bei der Fachstelle beantragen, dass diese der leihgebenden Institution eine Rückgabegarantie für die im Leihvertrag vereinbarte Ausstellungsdauer erteilt.

##### **Art. 11** Veröffentlichung und Einspracheverfahren {#sec_4/art_11 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--11}
1. Der Antrag wird im Bundesblatt veröffentlicht. Die Veröffentlichung enthält eine genaue Beschreibung des Kulturguts und seiner Herkunft.
2. Erfüllt der Antrag die Bedingungen für die Erteilung einer Rückgabegarantie offensichtlich nicht, so wird er abgelehnt und nicht veröffentlicht.
3. Wer nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968[^9]über das Verwaltungsverfahren Partei ist, kann innert 30 Tagen bei der Fachstelle schriftlich Einsprache erheben. Die Frist beginnt mit der Veröffentlichung.
4. Wer keine Einsprache erhoben hat, ist vom weiteren Verfahren ausgeschlossen.

##### **Art. 12** Erteilung {#sec_4/art_12 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--12}
1. Die Fachstelle entscheidet über den Antrag auf Erteilung einer Rückgabegarantie.
2. Die Rückgabegarantie kann erteilt werden, wenn:
a. niemand mit Einsprache einen Eigentumstitel am Kulturgut geltend gemacht hat;
b. die Einfuhr des Kulturguts nicht rechtswidrig ist;
c. im Leihvertrag vereinbart ist, dass das Kulturgut nach Abschluss der Ausstellung in den Vertragsstaat zurückkehrt, aus dem es entliehen worden ist.
3. Der Bundesrat kann zusätzliche Voraussetzungen festlegen.

##### **Art. 13** Wirkung {#sec_4/art_13 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--13}
Die Rückgabegarantie bewirkt, dass Private und Behörden keine Rechtsansprüche auf das Kulturgut geltend machen können, solange sich das Kulturgut in der Schweiz befindet.

## **5. Abschnitt:** Finanzhilfen zu Gunsten der Erhaltung des kulturellen Erbes {#sec_5}
##### **Art. 14** Finanzhilfen {#sec_5/art_14 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--14}
1. Der Bund kann Finanzhilfen gewähren:
a. Museen oder ähnlichen Institutionen in der Schweiz für die vorübergehende treuhänderische Aufbewahrung und konservatorische Betreuung von Kulturgütern, die Teil des kulturellen Erbes anderer Staaten sind und die dort wegen ausserordentlicher Ereignisse gefährdet sind;
b. für Projekte zur Erhaltung des kulturellen Erbes in andern Vertragsstaaten;
c. in Ausnahmefällen, um die Wiedererlangung des kulturellen Erbes von Vertragsstaaten zu erleichtern;
d.[^10] für den Aufbau und den Betrieb einer öffentlich zugänglichen Datenbank zur Provenienzforschung zu Kulturgütern.
2. Finanzhilfen nach Absatz 1 Buchstabe a können nur ausgerichtet werden, wenn die treuhänderische Aufbewahrung:
a. im Einvernehmen mit den Behörden des anderen Staates stattfindet; oder
b. unter der Schirmherrschaft der UNESCO oder einer anderen internationalen Organisation zum Schutz von Kulturgut steht.

##### **Art. 14a** Finanzierung {#sec_5/art_14 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--14_a}
Die Finanzierung der Finanzhilfen nach Artikel 14 richtet sich nach Artikel 27 des Kulturförderungsgesetzes vom 11. Dezember 2009[^11].

## **6. Abschnitt:** Übertragung von Kulturgut {#sec_6}
##### **Art. 15** Übertragung an Institutionen des Bundes {#sec_6/art_15 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--15}
1. Institutionen des Bundes dürfen keine Kulturgüter erwerben oder ausstellen, die:
a. gestohlen worden sind, gegen den Willen der Eigentümerin oder des Eigentümers abhanden gekommen sind oder rechtswidrig ausgegraben worden sind;
b. Teil des kulturellen Erbes eines Staates sind und rechtswidrig aus diesem ausgeführt worden sind.
2. Die Institutionen des Bundes, denen solche Güter angeboten werden, benachrichtigen unverzüglich die Fachstelle.

##### **Art. 16** Sorgfaltspflichten {#sec_6/art_16 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--16}
1. Im Kunsthandel und im Auktionswesen darf Kulturgut nur übertragen werden, wenn die übertragende Person nach den Umständen annehmen darf, dass das Kulturgut:
a. nicht gestohlen worden ist, nicht gegen den Willen der Eigentümerin oder des Eigentümers abhanden gekommen ist und nicht rechtswidrig ausgegraben worden ist;
b. nicht rechtswidrig eingeführt worden ist.
2. Die im Kunsthandel und im Auktionswesen tätigen Personen sind verpflichtet:
a. die Identität der einliefernden Personen oder der Verkäuferin oder des Verkäufers festzustellen und von diesen eine schriftliche Erklärung über deren Verfügungsberechtigung über das Kulturgut zu verlangen;
b. ihre Kundschaft über bestehende Ein- und Ausfuhrregelungen von Vertragsstaaten zu unterrichten;
c. über die Beschaffung von Kulturgut Buch zu führen und namentlich den Ursprung des Kulturgutes, soweit er bekannt ist, und den Namen und die Adresse der einliefernden Person oder der Verkäuferin oder des Verkäufers, die Beschreibung sowie den Ankaufspreis des Kulturguts aufzuzeichnen;
d. der Fachstelle alle nötigen Auskünfte über die Erfüllung dieser Sorgfaltspflichten zu erteilen.
3. Die Aufzeichnungen und Belege sind während 30 Jahren aufzubewahren. Artikel 962 Absatz 2 des Obligationenrechts[^12]gilt sinngemäss.

##### **Art. 17** Kontrolle {#sec_6/art_17 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--17}
1. Um die Einhaltung der Sorgfaltspflichten zu kontrollieren, hat die Fachstelle Zutritt zu den Geschäftsräumen und Lager der im Kunsthandel und im Auktionswesen tätigen Personen.
2. Wenn sie begründeten Verdacht hat, dass eine strafbare Handlung nach diesem Gesetz vorliegt, erstattet die Fachstelle der zuständigen Strafverfolgungsbehörde Anzeige.

## **7. Abschnitt:** Behörden {#sec_7}
##### **Art. 18** Fachstelle {#sec_7/art_18 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--18}
Für den Vollzug dieses Gesetzes bezeichnet der Bund eine Fachstelle, die namentlich folgende Aufgaben übernimmt:
a. sie berät und unterstützt die Bundesbehörden in Fragen des Kulturgütertransfers und koordiniert die Arbeiten;
b. sie berät die kantonalen Behörden in Fragen des Kulturgütertransfers und arbeitet mit ihnen zusammen;
c. sie vertritt die Schweiz gegenüber ausländischen Behörden in Fragen des Kulturgütertransfers;
d. sie arbeitet mit den Behörden anderer Staaten zusammen, um deren kulturelles Erbe zu sichern;
e. sie erteilt den im Kunsthandel und im Auktionswesen tätigen Personen sowie weiteren interessierten Kreisen Auskünfte in Fragen des Kulturgütertransfers;
f. sie führt eine Liste der Auskunftsstellen über gestohlen gemeldete Kulturgüter;
g. sie führt das Bundesverzeichnis in Form einer elektronischen Datenbank und veröffentlicht es (Art. 3);
h. sie erteilt Rückgabegarantien (Art. 10–13);
i. sie kontrolliert die Einhaltung der Sorgfaltspflichten der im Kunsthandel und Auktionswesen tätigen Personen (Art. 16 und 17).

##### **Art. 18a** Kommission für historisch belastetes Kulturerbe {#sec_7/art_18 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--18_a}
1. Der Bundesrat setzt eine Kommission für historisch belastetes Kulturerbe ein. Sie ist eine Verwaltungskommission nach Artikel 8*a* Absatz 2 der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 25. November 1998[^13].
2. Die Kommission hat folgende Aufgaben:
a. Sie berät den Bundesrat und die Bundesverwaltung in Fragen im Zusammenhang mit historisch belastetem Kulturerbe.
b. Sie berät den Bundesrat und die Bundesverwaltung betreffend den Umgang mit historisch belasteten Kulturgütern im Eigentum der Eidgenossenschaft.
c. Sie erarbeitet auf Gesuch und im Einverständnis mit den Parteien im Einzelfall nicht bindende Empfehlungen zu historisch belasteten Kulturgütern; sie kann auf Gesuch von natürlichen Personen oder auf Gesuch von Museen oder Sammlungen oder deren Trägern im Einzelfall nicht bindende Empfehlungen erarbeiten für Kulturgüter, die im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus stehen und sich in Museen oder Sammlungen befinden, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden.
3. Die Kommission kann zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach Absatz 2 Buchstaben b und c Daten natürlicher und juristischer Personen, einschliesslich besonders schützenswerter Daten, bearbeiten, bekanntgeben und öffentlich zugänglich machen.
4. Die Kommission kann zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach Absatz 2 Buchstabe c Verfahrensvorschriften erlassen. Sie tritt nur auf Gesuche ein, bei denen der Eigentumsanspruch auf das umstrittene Kulturgut glaubhaft gemacht ist und angemessene Bestrebungen zur Einigung sowie zur Nachforschung der Provenienz des Kulturgutes erfolgt sind. Die Kommission informiert die Parteien über den Gesuchseingang. Diese haben einen Anspruch auf Anhörung.

##### **Art. 18b** Evaluation {#sec_7/art_18 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--18_b}
Der Bundesrat evaluiert innerhalb von drei Jahren ab Inkrafttreten von Artikel 18*a* die Funktionsweise der Kommission für belastetes Kulturerbe und legt dem Parlament einen entsprechenden Bericht vor.

##### **Art. 19** Zoll {#sec_7/art_19 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--19}
1. Die Zollbehörden kontrollieren den Kulturgütertransfer an der Grenze.
2. Sie sind ermächtigt, verdächtige Kulturgüter bei der Ein-, Durch- und Ausfuhr zurückzubehalten und den Strafverfolgungsbehörden Anzeige zu erstatten.
3. Die Einlagerung von Kulturgut in Zolllagern gilt als Einfuhr im Sinne dieses Gesetzes.

##### **Art. 20** Strafverfolgungsbehörden {#sec_7/art_20 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--20}
1. Besteht der Verdacht, dass Kulturgut gestohlen worden ist, gegen den Willen der Eigentümerin oder des Eigentümers abhanden gekommen ist oder rechtswidrig in die Schweiz eingeführt worden ist, so ordnen die zuständigen Strafverfolgungsbehörden seine Beschlagnahme an.
2. Jede Beschlagnahme muss unverzüglich der Fachstelle gemeldet werden.

## **8. Abschnitt:** Amts- und Rechtshilfe {#sec_8}
##### **Art. 21** Amtshilfe in der Schweiz {#sec_8/art_21 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--21}
Die zuständigen Behörden des Bundes, der Kantone und der Gemeinden geben einander und den jeweiligen Aufsichtsbehörden alle Daten bekannt, die für den Vollzug dieses Gesetzes notwendig sind.

##### **Art. 22** Internationale Amts- und Rechtshilfe {#sec_8/art_22 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--22}
1. Die für den Vollzug dieses Gesetzes zuständigen Bundesbehörden können mit den zuständigen ausländischen Behörden sowie mit internationalen Organisationen oder Gremien zusammenarbeiten und die Erhebungen koordinieren, sofern:
a. dies zum Vollzug dieses Gesetzes erforderlich ist; und
b. die ausländischen Behörden, internationalen Organisationen oder Gremien an das Amtsgeheimnis gebunden sind oder einer entsprechenden Verschwiegenheitspflicht unterliegen.
2. Sie können ausländische Behörden um Herausgabe der erforderlichen Daten ersuchen. Zu deren Erlangung können sie ihnen Daten bekannt geben, namentlich über:
a. Beschaffenheit, Menge, Bestimmungs- und Verwendungsort, Verwendungszweck sowie Empfängerinnen und Empfänger von Kulturgütern;
b. Personen, die an der Lieferung oder Vermittlung von Kulturgütern beteiligt sind;
c. die finanzielle Abwicklung der Transaktionen.
3. Die Bundesbehörden können die Daten nach Absatz 2 von sich aus oder auf Ersuchen des ausländischen Staates bekannt geben, wenn der betreffende Staat:
a. Gegenrecht hält;
b. zusichert, dass die Daten nur für Zwecke nach diesem Gesetz bearbeitet werden; und
c. zusichert, dass die Daten nur dann in einem Strafverfahren verwendet werden, wenn die Rechtshilfe in Strafsachen wegen der Art der Tat nicht ausgeschlossen wäre; in diesem Fall entscheidet vorgängig die zuständige Verwaltung des Bundes nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Justiz, ob die Rechtshilfe in Strafsachen möglich ist.

##### **Art. 23** Verhältnis zum Rechtshilfegesetz {#sec_8/art_23 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--23}
Bei Widerhandlungen gegen dieses Gesetz kann den zuständigen ausländischen Behörden Rechtshilfe geleistet werden. Solche Widerhandlungen gelten nicht als währungs-, handels- oder wirtschaftspolitische Delikte im Sinne von Artikel 3 Absatz 3 des Rechtshilfegesetzes vom 20. März 1981[^14]; dessen Verfahrensbestimmungen bleiben anwendbar.

## **9. Abschnitt:** Strafbestimmungen {#sec_9}
##### **Art. 24** Vergehen {#sec_9/art_24 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--24}
1. Sofern die Tat nicht nach einer anderen Bestimmung mit höherer Strafe bedroht ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich:[^15]
a. gestohlene oder gegen den Willen der Eigentümerin oder des Eigentümers abhanden gekommene Kulturgüter einführt, verkauft, vertreibt, vermittelt, erwirbt oder ausführt;
b. sich Grabungsfunde im Sinne von Artikel 724 des Zivilgesetzbuches[^16]aneignet;
c.[^17] Kulturgut rechtswidrig ein-, durch- oder ausführt;
c^bis^.[^18] bei der Ein-, Durch- oder Ausfuhr von Kulturgut in der Zollanmeldung keine oder falsche Angaben darüber macht;
d.[^19] im Bundesverzeichnis erfasste Kulturgüter ohne Bewilligung ausführt.
2. Handelt die Täterin oder der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Busse bis zu 20 000 Franken.
3. Handelt der Täter oder die Täterin gewerbsmässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe.[^20]

##### **Art. 25** Übertretungen {#sec_9/art_25 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--25}
1. Sofern die Tat nicht nach einer anderen Bestimmung mit höherer Strafe bedroht ist, wird mit Busse bis zu 20 000 Franken bestraft, wer im Kunsthandel oder Auktionswesen:
a. die Sorgfaltspflichten missachtet (Art. 16);
b. die Kontrolle vereitelt (Art. 17).
2. Versuch und Gehilfenschaft sind strafbar.
3. .[^21]

##### **Art. 26** Widerhandlung in Geschäftsbetrieben {#sec_9/art_26 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--26}
Für Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben gelten die Artikel 6 und 7 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974[^22]über das Verwaltungsstrafrecht.

##### **Art. 27** Strafverfolgung {#sec_9/art_27 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--27}
Für die Verfolgung und die Beurteilung der strafbaren Handlungen nach diesem Gesetz sind die Kantone zuständig.

##### **Art. 28** Einziehung von Kulturgütern und Vermögenswerten {#sec_9/art_28 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--28}
Die nach den Artikeln 69–72 des Strafgesetzbuchs[^23]eingezogenen Kulturgüter und Vermögenswerte fallen an den Bund.[^24]Er berücksichtigt dabei die Ziele dieses Gesetzes.

##### **Art. 29** Mitteilungspflicht {#sec_9/art_29 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--29}
Die Zollbehörden und die zuständigen Strafverfolgungsbehörden sind verpflichtet, Widerhandlungen gegen dieses Gesetz der Fachstelle mitzuteilen.

## **10. Abschnitt:** Rechtsmittel und Datenschutz {#sec_10}
##### **Art. 30** {#sec_10/art_30 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--30}
1. Das Verfahren für Beschwerden gegen Verfügungen nach diesem Gesetz richtet sich nach den allgemeinen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege.
2. Die Bearbeitung der Personendaten richtet sich nach der Gesetzgebung über den Datenschutz.

## **11. Abschnitt:** Schlussbestimmungen {#sec_11}
##### **Art. 31** Vollzug {#sec_11/art_31 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--31}
Der Bundesrat erlässt die Ausführungsbestimmungen.

##### **Art. 32** Änderung bisherigen Rechts {#sec_11/art_32 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--32}
Die nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:

.[^25]

##### **Art. 33** Verbot der Rückwirkung {#sec_11/art_33 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--33}
Dieses Gesetz ist nicht rückwirkend anwendbar. Insbesondere findet es keine Anwendung auf Erwerbsvorgänge, die vor dessen Inkrafttreten stattgefunden haben.

##### **Art. 34** Referendum und Inkrafttreten {#sec_11/art_34 omnilex-key=ch-fedlex--444.1--34}
1. Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum.
2. Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten.

Datum des Inkrafttretens: 1. Juni 2005[^26]

[^1]: SR  **101**
[^2]: SR  **0.444.1**
[^3]: SR  **0.444.2**
[^4]: Fassung gemäss Anhang Ziff. 1 des BB vom 21. Juni 2019 über die Genehmigung des Übereinkommens über den Schutz des Unterwasser-Kulturerbes und über seine Umsetzung, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS  **2020**  3793;BBl  **2019**  467).
[^5]: BBl  **2002**  535
[^6]: Fassung gemäss Anhang Ziff. 1 des BB vom 21. Juni 2019 über die Genehmigung des Übereinkommens über den Schutz des Unterwasser-Kulturerbes und über seine Umsetzung, in Kraft seit 1. Nov. 2020 (AS  **2020**  3793;BBl  **2019**  467).
[^7]: Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2025, in Kraft seit 1. März 2026  (AS  **2026**  47;BBl  **2024**  753).
[^8]: Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Febr. 2021  (AS  **2021**  50;BBl  **2020**  3131).
[^9]: SR  **172.021**
[^10]: Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2025, in Kraft seit 1. März 2026  (AS  **2026**  47;BBl  **2024**  753).
[^11]: SR  **442.1**
[^12]: SR  **220**
[^13]: SR  **172.010.1**
[^14]: SR  **351.1**
[^15]: Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Febr. 2021  (AS  **2021**  50;BBl  **2020**  3131).
[^16]: SR  **210**
[^17]: Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Febr. 2021  (AS  **2021**  50;BBl  **2020**  3131).
[^18]: Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Febr. 2021  (AS  **2021**  50;BBl  **2020**  3131).
[^19]: Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Febr. 2021  (AS  **2021**  50;BBl  **2020**  3131).
[^20]: Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Febr. 2021  (AS  **2021**  50;BBl  **2020**  3131).
[^21]: Aufgehoben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, mit Wirkung seit 1. Febr. 2021  (AS  **2021**  50;BBl  **2020**  3131).
[^22]: SR  **313.0**
[^23]: SR  **311.0**
[^24]: Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Febr. 2021  (AS  **2021**  50;BBl  **2020**  3131).
[^25]: Die Änderungen können unterAS  **2005**  1869konsultiert werden.
[^26]: BRB vom 13. April 2005