941.216

# Verordnung des EJPD über audiometrische Messmittel

(Audiometrieverordnung)

vom 9. März 2010 (Stand am 12. Juni 2018)

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD),

gestützt auf die Artikel 5 Absatz 2, 8 Absatz 2, 16 Absatz 2, 17 Absatz 2,<br />24 Absatz 3 und 33 der Messmittelverordnung vom 15. Februar 2006[^1]<br />(Messmittelverordnung),[^2]

verordnet:

##### **Art. 1** Gegenstand {#art_1 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--1}
Diese Verordnung regelt:
a. die Anforderungen an audiometrische Messmittel;
b. das Verfahren für das Inverkehrbringen audiometrischer Messmittel;
c. die Verfahren zur Erhaltung der Messbeständigkeit audiometrischer Messmittel.

##### **Art. 2** Geltungsbereich {#art_2 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--2}
Dieser Verordnung unterstehen Messmittel, die für audiometrische Prüfungen zu gesundheitsrelevanten Zwecken verwendet werden, namentlich:
a. Audiometer;
b. Hörprüfkabinen.

##### **Art. 3** Begriffe {#art_3 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--3}
In dieser Verordnung bedeuten:
a. *audiometrische Prüfung:* Prüfung, die der Feststellung der Hörfähigkeit dient;
b. *Audiometer:* Messmittel, das der Ermittlung der Hörschwelle für Töne verschiedener Frequenzen oder der Sprachverständlichkeit dient, einschliesslich Geräuschquellen, wie Abspielvorrichtungen mit zugehörigen Tonträgern und Dateien, und Schallwandlern, wie Kopf- und Knochenleitungshörer sowie Lautsprecher für das freie Schallfeld;
c. *Hörprüfkabine:* schallabsorbierend ausgekleidete Messkabine, in der audiometrische Prüfungen vorgenommen werden.

##### **Art. 4** Anforderungen {#art_4 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--4}
Audiometer und Hörprüfkabinen müssen die grundlegenden Anforderungen nach Anhang 1 der Messmittelverordnung und die entsprechenden Anforderungen nach dem Anhang dieser Verordnung erfüllen.

##### **Art. 5** Verfahren für das Inverkehrbringen {#art_5 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--5}
1. Audiometer und Hörprüfkabinen bedürfen einer ordentlichen Zulassung und einer Ersteichung nach Anhang 5 der Messmittelverordnung.
2. Bei der Installation einer neuen Hörprüfkabine hat eine Abnahmemessung durch das Eidgenössische Institut für Metrologie[^3](METAS) oder eine Eichstelle zu erfolgen.

##### **Art. 6** Nacheichung von Audiometern {#art_6 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--6}
1. Audiometer müssen jährlich einer Nacheichung nach Anhang 7 Ziffer 1 der Messmittelverordnung unterzogen werden.[^4]
2. Das METAS oder eine Eichstelle führt die Nacheichung durch.
3. Das METAS kann die Fristen für einzelne Messmittel oder Bauarten verlängern oder verkürzen, wenn die messtechnischen Eigenschaften dies erlauben oder verlangen.

##### **Art. 7** Nacheichung von Hörprüfkabinen {#art_7 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--7}
1. Die Nacheichung von Hörprüfkabinen erfolgt alle sechs Jahre.
2. Wird die Hörprüfkabine baulich verändert, muss eine neue Abnahmemessung nach Artikel 5 Absatz 2 durchgeführt werden.

##### **Art. 8** Übergangsbestimmung {#art_8 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--8}
Messmittel, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung in Verkehr gebracht wurden, können weiterhin verwendet werden, sofern sie den Anforderungen nach Artikel 4 genügen.

##### **Art. 9** Inkrafttreten {#art_9 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--9}
Diese Verordnung tritt am 1. April 2010 in Kraft.

(Art. 4)
### Anforderungen an die Eichung von Audiometern und Hörprüfkabinen {#annex_u1/lvl_u1 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--annex-1}
#### **1** Einleitung {#annex_u1/lvl_u1 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--annex-1/lvl_1}
1.1 Die Anforderungen an die Eichung von Audiometern und Hörprüfkabinen finden sich in den untenstehenden Tabellen und Erläuterungen.
1.2 Die folgenden Normen und Empfehlungen können als Vollzugshilfen herangezogen werden:
    a. OIML International Recommendation R104: Pure Tone Audiometers;
    b. OIML International Recommendation R122: Equipment for speech audiometry;
    c. IEC 60645-1: Audiometers, Part 1: Pure-tone audiometers;
    d. IEC 60645-2: Audiometers, Part 2: Equipment for speech audiometry;
    e. ISO 8253: Acoustics – Audiometric test methods.

#### **2** Eichung von Audiometern {#annex_u1/lvl_u1 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--annex-1/lvl_2}
2.1 Es werden gemäss den Tabellen 1–4 zwei Eichverfahren mit den Bezeichnungen «A» und «B» unterschieden. Bei jeder Installation, sei es erstmalig nach der Beschaffung oder erneut nach einer Neuinstallation wie bei einem Umzug, werden Audiometer nach beiden Verfahren geeicht. Danach werden sie jährlich, alternierend nach Verfahren A und B, beginnend mit Verfahren A, geeicht. Eine Eichung umfasst Messungen:
    – mit Kopfhörer und künstlichem Ohr für die Luftleitung: Tabelle 1;
    – mit Knochenhörer und Mastoid für die Knochenleitung: Tabelle 2;
    – mit Lautsprecher in der Kabine für das Freifeld: Tabelle 3;
    – mit rein elektrischen Signalen zur Überprüfung der Linearität: Tabelle 4.
2.2 Zusätzlich sind für die Sprach-Audiometrie die folgenden Prüfungen vorzunehmen, die sowohl mit Kopfhörer als auch im freiem Schallfeld durchzuführen sind:
    – Überprüfung des Abspielgerätes;
    – Kalibrierung der Pegel im Kuppler und im freien Schallfeld für alle verwendeten Tonträger; Falls nötig wird eine Liste mit Einstellwerten für die einzelnen Tonträger erstellt;
    – Überprüfung der Störgeräusche in der Kabine, Kontrolle der Lüftungsgeräusche;
2.3 Für die Eichung des Sprachsignals wird der Pegel in dB SPL angegeben. Die Messung erfolgt mit «Impuls» und linearer Frequenzbewertung. Es werden die Messungen von 10 Sätzen gemittelt.

Tabelle 1

Luftleitung: Messungen mit Kopfhörer und künstlichem Ohr

| Signalart | Parameter | Messbereich | Toleranz | Seite | Verfahren |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Sinuston | Frequenz | 125 Hz–8 kHz (11 Messpunkte) bei einem Pegel zwischen 75 und 110 dB~HL~ | ± 5 % | Links (L) und rechts (R) | A und B |
| | Pegel | | ± 3 dB<br>(125 Hz–4 kHz)<br>± 5 dB<br>(4 kHz–8 kHz) | | |
| | Klirrfaktor | 125 Hz–4 kHz (9 Messpunkte) bei einem Pegel zwischen 75 und 110 dB~HL~ | 2,5 % | | |
| Schmalbandrauschen | Pegel | 125 Hz–8 kHz (11 Messpunkte) bei einem Pegel zwischen 60 und 80 dB~HL~ | ± 3 dB<br>(125 Hz–4 kHz)<br>± 5 dB<br>(4 kHz–8 kHz) | | |
| Weisses Rauschen | | bei einem Pegel zwischen 70 und 90 dB~HL.~Der Sprachpegel muss auf Linear/Impuls gemessen werden. Die Justierung ist ohne Korrekturfaktor auszuführen. | ± 5 dB | | |
| Sprachrauschen | | | | | |
| Sprache | | | | | |

Tabelle 2

Knochenleitung: Messungen mit Knochenhörer und Mastoid

| Signalart | Parameter | Messbereich | Toleranz | Seite | Verfahren |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Sinuston | Frequenz | 250 Hz–6 kHz (8 Messpunkte) bei einem Pegel zwischen 20 und 60 dB~HL~ | ± 5 % | Links (L) und rechts (R) | A und B |
| | Pegel | | ± 3 dB<br>(250 Hz–4 kHz)<br>± 5 dB<br>(4 kHz–6 kHz) | | |
| | Klirrfaktor | 250 Hz–4 kHz (8 Messpunkte) bei einem Pegel zwischen 20 und 60 dB~HL~ | 5,5 % | | |
| Schmalbandrauschen | Pegel | 250 Hz–6 kHz (8 Messpunkte) bei einem Pegel zwischen 20 und 60 dB~HL~ | ± 3 dB<br>(250 Hz–4 kHz)<br>± 5 dB<br>(4 kHz–6 kHz) | | freiwillig |
| Weisses Rauschen | | bei einem Pegel zwischen 20 und 60 dB~HL~ | ± 5 dB | | |
| Sprachrauschen | | | | | |
| Sprache | | | | | |

Tabelle 3

Freifeld: Messungen mit Lautsprecher in der Kabine

| Signalart | Parameter | Messbereich | Toleranz | Seite | Verfahren |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Wobbelton | Pegel | 125 Hz–8 kHz (11 Messpunkte) bei einem Pegel zwischen 60 und 90 dB~HL~ | ± 3 dB<br>(125 Hz–4 kHz)<br>± 5 dB<br>(4 kHz–8 kHz) | Links (L) und rechts (R) | A |
| Schmalbandrauschen | | bei einem Pegel zwischen 60 und 90 dB~HL~ | ± 5 dB | | A und B |
| Weisses Rauschen | | | | | |
| Sprachrauschen | | | | | |
| Sprache | | | | | |

Tabelle 4

Elektrische Messungen

| Signalart | Parameter | Messbereich | Toleranz | Seite | Verfahren |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Sinuston | Linearität | 20 dB–120 dB<br>in 5-dB-Schritten | ± 3 dB über den ganzen Bereich;<br>± 1 dB für einzelne Schritte | Links (L) und rechts (R) | B |

#### **3** Eichung von Hörprüfkabinen {#annex_u1/lvl_u1 omnilex-key=ch-fedlex--941.216--annex-1/lvl_3}
3.1 Das maximal tolerierbare Grundgeräusch ergibt sich aus folgenden Anforderungen:
    – Binaurale Freifeldmessungen sollen bis 0 dB HL hinunter möglich sein.
    – Die tiefste Testtonfrequenz soll 125 Hz sein können.
    – Die maximale grundgeräuschbedingte Unsicherheit darf 5 dB erreichen.
3.2 Es beträgt:

| Frequenz<br>(Hz) | Maximal zulässiger<br>Grundgeräuschpegel<br>(dB ref. 20 µPa) | Frequenz<br>(Hz) | Maximal zulässiger<br>Grundgeräuschpegel<br>(dB ref. 20 µPa) |
| --- | --- | --- | --- |
| 31.5 | 60 | 630 | 13 |
| 40 | 52 | 800 | 12 |
| 50 | 46 | 1000 | 12 |
| 63 | 40 | 1250 | 12 |
| 80 | 35 | 1600 | 13 |
| 100 | 30 | 2000 | 13 |
| 125 | 25 | 2500 | 11 |
| 160 | 22 | 3150 | 9 |
| 200 | 20 | 4000 | 7 |
| 250 | 18 | 5000 | 9 |
| 315 | 16 | 6300 | 14 |
| 400 | 14 | 8000 | 20 |
| 500 | 13 | | |

[^1]: SR  **941.210**
[^2]: Fassung gemäss Ziff. I 10 der V des EJPD vom 7. Dez. 2012 (Neue gesetzliche Grundlagen im Messwesen), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS  **2012**  7183).
[^3]: Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 der Publikationsverordnung vom 17. Nov. 2004 (AS  **2004**  4937) auf den 1. Jan. 2013 angepasst.
[^4]: Die Berichtigung vom 12. Juni 2018 betrifft nur den italienischen Text (AS  **2018**  2323).