312.410
# Verordnung zum Bundesgesetz über die Opferhilfe
(VOH)
Vom 16.06.2008 (Stand 01.01.2025)

### **Art. 1** Entschädigung und Genugtuung {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-ai--312.410--1}

1. Gesuche um Ausrichtung einer Entschädigung oder Genugtuung oder eines Vorschusses auf eine Entschädigung im Sinne von Art. 24 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten vom 23. März 2007 (OHG) werden von der Standeskommission auf Antrag des Justiz-, Polizei- und Militärdepartements entschieden.

### **Art. 2** Einreichung des Gesuches {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-ai--312.410--2}

1. Das Gesuch um Ausrichtung von Entschädigung oder Genugtuung ist mit einer Begründung dem Justiz-, Polizei und Militärdepartement einzureichen.

### **Art. 3** Entscheidungsgrundlagen {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-ai--312.410--3}

1. Die Standeskommission entscheidet aufgrund der Akten.
2. Das Opfer ist verpflichtet, alle zur Beurteilung des Gesuches erforderlichen Informationen und Unterlagen zur Verfügung zu stellen.

### **Art. 4** Rückgriff auf den Täter oder Dritte {#art_4 omnilex-key=ch-lexwork-ai--312.410--4}

1. Wird eine Entschädigung oder eine Genugtuung zugesprochen, entscheidet die Standeskommission über eine Rückgriffsforderung auf den Täter oder auf Dritte im Umfang der erbrachten Leistungen. Die Rückforderung ist auf dem Wege des Zivilprozesses geltend zu machen.

### **Art. 5** Beschwerdeinstanz {#art_5 omnilex-key=ch-lexwork-ai--312.410--5}

1. Entscheide der Standeskommission im Sinne von Art. 1 dieser Verordnung können innert 30 Tagen mit Beschwerde bei der kantonsgerichtlichen Kommission für Entscheide in Strafsachen angefochten werden.

### **Art. 6** Beratungsstelle {#art_6 omnilex-key=ch-lexwork-ai--312.410--6}

1. Die Standeskommission ist für die Einrichtung einer oder mehrerer Opferberatungsstellen im Sinne von Art. 9 OHG zuständig. Sie kann zu diesem Zwecke Vereinbarungen mit anderen Kantonen oder privaten Institutionen abschliessen oder sich daran beteiligen.

### **Art. 7** Inkrafttreten {#art_7 omnilex-key=ch-lexwork-ai--312.410--7}

1. Diese Verordnung tritt gleichzeitig mit der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007, Art. 5 bereits mit der Inkraftsetzung des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten vom 23. März 2007, in Kraft.