257.920
# Vertrag über die Opferberatungsstellen beider Basel
Vom 13.04.1999 (Stand 01.01.2009)

## I. Gemeinsame Beratungsstellen

### **Art. 1** Grundsatz {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--1}

1. Die beiden Kantone sorgen gemeinsam für Opferberatungsstellen im Sinne von Art. 9 OHG.

### **Art. 2** Auftrag an private Organisationen {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--2}

1. Die Kantone beauftragen eine oder mehrere private Organisationen mit den Aufgaben der Opferberatungsstellen. Sie schliessen mit ihnen Verträge, in denen die gegenseitigen Rechte und Pflichten festgelegt werden.
2. Die Beratungsstellen sind fachlich selbständig (Art. 3 Abs. 1 OHG). Die beauftragten Organisationen sind den Kantonen gegenüber verantwortlich für die fachgerechte, umfassende und effiziente Erfüllung der übertragenen Aufgabe.

### **Art. 3** Effizienz {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--3}

1. Die Verwaltungstätigkeit der Beratungsstellen muss wirtschaftlich organisiert und ihr Finanzwesen durchschaubar sein.

## II. Gemeinsame Kommission

### **Art. 4** Auftrag, Konstituierung {#art_4 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--4}

1. Die Kantone setzen eine gemeinsame Kommission ein, welche die Umsetzung und Anwendung des Opferhilfegesetzes begleitet und überwacht.
2. In die gemeinsame Kommission bestellt jeder Kanton 3 Vertreterinnen und Vertreter spezifischer Organisationen sowie Fachleute im Bereich der Opferhilfe im besonderen und auf psychosozialem und juristischem Gebiet im allgemeinen. Mindestens die Hälfte der Mitglieder soll weiblichen Geschlechts sein.
3. Den Vorsitz der Kommission hat alle zwei Jahre abwechselnd ein Vertreter oder eine Vertreterin einer der beiden Kantone. Im Übrigen konstituiert sich die Kommission selbst.

### **Art. 5** Aufgaben {#art_5 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--5}

1. Die Kommission hat insbesondere folgende Aufgaben:
   a) Ausarbeiten von Richtlinien für die Beratungstätigkeit und für finanzielle Belange;
   b) Erteilen von Kostengutsprachen und Erlass von Verfügungen für längerfristige Hilfe gemäss Art. 13 Abs. 2 OHG in Verbindung mit Art. 14 OHG im Auftrag der Kantone;
   c) Aufsicht über die Beratungsstellen im Bereich der finanziellen Leistungen.

## III. Rechtsmittel

### **Art. 6** Verwaltungsgericht {#art_6 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--6}

1. Gegen Entscheide der Kommission gemäss § 5 lit. d dieses Vertrags kann das Opfer innert 10 Tagen ab Zustellung schriftlich und begründet wie folgt Beschwerde erheben:
   a) bei Wohnsitz in einem der beiden Kantone beim Verwaltungsgericht dieses Kantons;
   b) bei Wohnsitz ausserhalb, aber Tatort in einem der beiden Kantone beim Verwaltungsgericht dieses Kantons;
   c) in allen übrigen Fällen beim Verwaltungsgericht am Sitz der ersuchenden Beratungsstelle.
2. Auf begründetes Gesuch hin kann die Frist zur Einreichung der Beschwerdebegründung verlängert werden.
3. Das Verfahren richtet sich nach den kantonalen Bestimmungen über die Verwaltungsgerichtsbarkeit.

## IV. Geschäftsverkehr, Aktuariat

### **Art. 7** Vorsitzender Kanton {#art_7 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--7}

1. Den Geschäftsverkehr zwischen Kantonen, Kommission und den Beratungs- und Fachstellen besorgt der den Vorsitz innehabende Kanton.

### **Art. 8** Geschäftsführende Stelle {#art_8 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--8}

1. Die beiden Kantone stellen der Kommission zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben Stellenpensen von je 30% zur Verfügung.

## V. Finanzierung

### **Art. 9** Kostenverteilung {#art_9 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--9}

1. Die Kantone tragen die aus dem Vollzug des OHG anfallenden Kosten unter Vorbehalt von Abs. 2 und 3 dieser Bestimmung je zur Hälfte.
2. Die Kosten der längerfristigen Hilfe gemäss Art. 13 Abs. 2 OHG trägt unter Vorbehalt von Abs. 3 dieser Bestimmung der nach Art. 18 Abs. 1 OHG zuständige Kanton.
3. Wurde die Tat in keinem der beiden Kantone verübt, gilt Art. 18 Abs. 2 OHG.

## VI. Dauer

### **Art. 10** Geltungsdauer, Abänderung und Kündigung {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--10}

1. Dieser Vertrag gilt unbeschränkt. Er kann unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem halben Jahr auf die Mitte oder auf das Ende eines Kalenderjahres schriftlich gekündigt werden. Schriftliche Abänderungen im gegenseitigen Einvernehmen sind jederzeit möglich.

## VII. Streiterledigung

### **Art. 11** Schiedsgericht {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--11}

1. Streitigkeiten zwischen den Kantonen aus diesem Vertrag sollen möglichst unter Ausschluss des Rechtsweges beigelegt werden.
2. Ist eine Verständigung nicht möglich, so entscheidet abschliessend als Schiedsgericht das Verwaltungsgericht desjenigen Kantons, der zum Zeitpunkt der Anrufung des Gerichts den Vorsitz der gemeinsamen Kommission nicht inne hat.

## VIII. Übergangsbestimmung

### **Art. 12** Vertragsgenehmigung {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--12}

1. Der Abschluss des vorliegenden Vertrags durch den Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt erfolgt unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch den Grossen Rat.

### **Art. 13** Inkrafttreten {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-bs--257.920--13}

1. Dieser Vertrag wird per 1. Januar 1999 wirksam und ersetzt den Vertrag vom 13. Februar/23. Januar 1996.