740.110
# Verordnung über die jagdliche Schiesspflicht
(VJSP)
Vom 20.01.2015 (Stand 01.05.2020)

## 1. Allgemeine Bestimmungen

### **Art. 1** Grundsatz {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--1}

1. Die Erfüllung der jährlichen Schiesspflicht ist Voraussetzung für den Patentbezug. Diese kann auf allen vom Amt anerkannten Jagdschiessständen erfolgen.

### **Art. 2** Durchführung der Schiesspflicht, 1. Organisation {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--2}

1. Mit der Durchführung der Schiesspflicht kann das Amt insbesondere den Bündner Kantonalen Patentjäger-Verband (BKPJV) sowie Jagdfachgeschäfte mit eigenen Schiessanlagen im Kanton beauftragen. Es kann hierfür entsprechende Vereinbarungen abschliessen.

### **Art. 3** 2. Aufsicht {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--3}

1. Die Aufsicht über die Durchführung der Schiesspflicht obliegt dem Amt.
2. Die Mitarbeitenden des Amtes sind berechtigt, die Durchführung der Schiesspflicht zu kontrollieren.

### **Art. 4** Ausweis {#art_4 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--4}

1. Die Jägerin oder der Jäger hat den Schiessverantwortlichen einen Personalausweis oder das Jagdpatentbüchlein zur Überprüfung der Identität vorzulegen.

### **Art. 5** Bestätigung {#art_5 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--5}

1. Die Schützin oder der Schütze sowie die oder der Schiessstandverantwortliche haben die Erfüllung der Schiesspflicht mit ihrer Unterschrift und dem Stempel des Schiessstandes auf dem Formular des Amtes zu bestätigen.
2. Der Schiessnachweis ist bis Ende des laufenden Kalenderjahrs gültig.

### **Art. 6** Gebühren {#art_6 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--6}

1. Für die Durchführung der Schiesspflicht und die Abgabe der entsprechenden Bestätigung hat die Jägerin oder der Jäger der oder dem Schiessstandverantwortlichen eine Gebühr von 15 Franken zu entrichten.

## 2. Erfüllung der Schiesspflicht

### **Art. 7** Zeitraum, Jagdwaffe {#art_7 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--7}

1. Die Schiesspflicht ist von der Jägerin oder dem Jäger im laufenden Kalenderjahr, bevor das Patent gelöst wird, zu erfüllen.
2. Für die Erfüllung der Schiesspflicht ist die Jagdwaffe mit einer im Kanton Graubünden zugelassenen Zielvorrichtung zu verwenden.
3. Hilfsmittel, insbesondere Schiessjacken, Polsterungen, Schlaufriemen, Schiessbrillen, Schiessmützen und Schiessbänder oder spezielle Schiesshandschuhe, sind nicht gestattet.

### **Art. 8** Anforderungen, 1. Allgemeine Anforderungen {#art_8 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--8}

1. Die Schiesspflicht ist erfüllt, wenn folgende Trefferzahl erreicht wird:
   a) Kugelprogramm: Gämsscheibe mit Zehnereinteilung (DJV-4, stehender Gämsbock); Rehscheibe mit Zehnereinteilung (DJV-1, stehender Rehbock); Mindestanforderung vier Treffer in Folge im 8er- bis 10er-Ring, Distanz mindestens 100 m, Schiessposition frei;
   b) Schrotprogramm: Mindestanforderung vier Treffer in Folge auf bewegliche Ziele (laufende dreiteilige Kippscheibe [Hase/Fuchs], Rollhase oder Wurftaube). Bei der dreiteiligen Kippscheibe gelten die vorderste und die mittlere Klappe oder beide Klappen als Treffer. Rollhase und Wurftaube dürfen doubliert werden. Distanz 30 bis 35 m, Schiessposition frei.
2. Das Schiessprogramm kann im Zeitraum gemäss Artikel 7 Absatz 1 dieser Verordnung beliebig wiederholt werden.

### **Art. 9** 2. Hoch-, Steinwild- und Sonderjagd {#art_9 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--9}

1. Jägerinnen und Jäger, welche ein Hoch-, Steinwild- oder Sonderjagdpatent lösen, haben nur den Nachweis gemäss Artikel 8 Absatz 1 Litera a dieser Verordnung zu erbringen.

### **Art. 10** 3. Nieder- und Passjagd {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--10}

1. Wer nur die Nieder- oder Passjagd ausübt, hat den Nachweis gemäss Artikel 8 Absatz 1 Litera b dieser Verordnung zu erbringen.

### **Art. 11** Anerkennung von Schiessausweisen {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-gr--740.110--11}

1. Schiessausweise anderer Kantone werden anerkannt, sofern diese mindestens den Anforderungen des Kantons Graubünden entsprechen.
2. In Zweifelsfällen entscheidet die Vorsteherin oder der Vorsteher des Amtes über die Anerkennung von Schiessausweisen.