714b
# Verordnung zum Schutze des Wauwilermooses
Vom 10.07.1970 (Stand 01.01.2020)

## 1 Geschütztes Gebiet

### **Art. 1** Zweck {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--1}

1. Das Gebiet der Staatsdomäne Wauwilermoos, ausgenommen das die Gebäulichkeiten der Strafanstalt umfassende Areal und das Gebiet des Rorbelmooses, wird zur Sicherung der Landschaft vor Verunstaltung sowie zur Erhaltung der Pflanzen und Tiere, insbesondere der Sumpf- und Wasservögel, unter Schutz gestellt.

### **Art. 2** Zonenplan {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--2}

1. Das Schutzgebiet wird eingeteilt in:
   a. ein Naturschutzreservat, welches die Flachteile und das südlich, westlich und östlich an die Teiche angrenzende Sumpfgebiet umfasst;
   b. eine Landschaftsschutzzone, welche das übrige geschützte Gebiet umfasst.
2. Das Schutzgebiet ist auf einem Plan 1:5000 eingezeichnet, welcher Bestandteil dieser Verordnung ist.
3. Der Plan liegt in den Gemeinden Egolzwil, Ettiswil, Schötz und Wauwil, auf der Verwaltung der Strafanstalt Wauwilermoos und in der Dienststelle Landwirtschaft und Wald zur Einsicht auf.

### **Art. 3** Betreuung des Naturschutzreservates {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--3}

1. Das Naturschutzreservat wird der Schweizerischen Stiftung Vogelwarte Sempach vertraglich zur wissenschaftlichen Betreuung überlassen.
2. Rechte und Pflichten der Stiftung werden im Vertrag geregelt, soweit sie sich nicht aus dieser Verordnung ergeben.

## 2 Zonenvorschriften

### **Art. 4** Naturschutzreservat, a. Pflanzen- und Vogelschutz {#art_4 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--4}

1. Im Naturschutzreservat ist es untersagt, Pflanzen zu pflücken, auszugraben und auszureissen, Feuer zu machen und die Vögel zu stören.

### **Art. 5** b. Verbot von baulichen Anlagen {#art_5 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--5}

1. Im Naturschutzreservat dürfen keine Hoch- und Tiefbauten irgendwelcher Art errichtet, keine Masten, Freileitungen, festen Einfriedungen und Reklamevorrichtungen angelegt sowie keine Abgrabungen, Aufschüttungen und Bodenverbesserungen, die den Wasserhaushalt verändern, vorgenommen werden.
2. …

### **Art. 6** c. Zutritt {#art_6 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--6}

1. Das Naturschutzreservat darf vom 1. März bis 31. Oktober nur auf dem markierten Fussweg zwischen den Teichen und der Ron betreten werden.
2. Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald bezeichnet die Personen, die berechtigt sind, jederzeit das gesamte Areal des Naturschutzreservates zu betreten.

### **Art. 7** d. Nutzung {#art_7 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--7}

1. Im Naturschutzreservat sind die Jagd auf Sumpf- und Wasservögel sowie die Ausübung der Fischerei in den Flachteichen untersagt.
2. Jede Düngung ist untersagt.

### **Art. 8** Landschaftsschutzzone {#art_8 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--8}

1. In der Landschaftsschutzzone dürfen nur bauliche Anlagen für die landwirtschaftliche Nutzung erstellt werden. Sie sind so anzulegen, dass sie das Landschaftsbild nicht verunstalten.
2. …
3. Für alle Bauten ist ein Gewässerabstand von 10 m einzuhalten.

## 3 Gemeinsame Bestimmungen

### **Art. 9** Untersagte Massnahmen {#art_9 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--9}

1. Im Schutzgebiet sind verboten:
   1. das Ablagern von Materialien jeder Art wie Schutt, Kehricht, Motorfahrzeuge und dergleichen;
   2. das Aufstellen von Zelten, Wohnwagen und dergleichen.

### **Art. 10** Nutzung {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--10}

1. Die ordentliche landwirtschaftliche Nutzung und die Ausübung der Jagd und Fischerei bleiben vorbehältlich § 7 der Verordnung gewährleistet.

### **Art. 11** Ausnahmebewilligungen {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--11}

1. Ausnahmen von den Schutzvorschriften können bewilligt werden
   a. im Interesse der Schutzziele oder
   b. wenn ausserordentliche Verhältnisse vorliegen und die Anwendung der Schutzvorschriften nicht zumutbar ist; die Schutzziele dürfen nicht wesentlich beeinträchtigt werden.
2. Vorbehalten bleiben die Artikel 24 ff. des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) und die Bestimmungen des Planungs- und Baugesetzes vom 7. März 1989.

## 4 Bewilligungsverfahren

### **Art. 12** Zuständigkeit {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--12}

1. Zuständig ist
   a. für Ausnahmebewilligungen im Sinn der Artikel 24 ff. RPG die Dienststelle Raum und Wirtschaft gemäss § 58 der Planungs- und Bauverordnung vom 27. November 2001,
   b. für andere Ausnahmebewilligungen die Dienststelle Landwirtschaft und Wald.

### **Art. 13** &hellip; {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--13}

### **Art. 14** &hellip; {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--14}

## 5 Straf- und Schlussbestimmungen&nbsp;<strong>*</strong>

### **Art. 15** Strafbestimmungen {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--15}

1. Wer vorsätzlich und ohne Berechtigung geschütztes Gebiet zerstört oder schwer beschädigt, wird gemäss § 53 Absatz 1 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz vom 18. September 1990 mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. In leichten Fällen oder wenn der Täter oder die Täterin fahrlässig handelt, ist die Strafe Busse bis 40 000 Franken.
2. Wer gegen die Vorschriften in den §§ 4, 5 Absatz 1, 6 Absatz 1, 7, 8 Absätze 1 und 3 sowie 9 verstösst, wird gemäss § 53 Absatz 2 des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz mit Busse bis zu 20 000 Franken, in leichten Fällen bis zu 5000 Franken bestraft. Vorbehalten bleibt das Ordnungsbussenverfahren.
3. Im übrigen bleiben die Strafbestimmungen des eidgenössischen und des kantonalen Jagdrechts, insbesondere hinsichtlich des Schutzgebietes gemäss Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV) vom 21. Januar 1991 vorbehalten.

### **Art. 16** Inkrafttreten {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-lu--714b--16}

1. Die Verordnung tritt am 1. August 1970 in Kraft. Sie ist zu veröffentlichen.