854.11
# Fischereiverordnung
(FV)
Vom 02.12.2008 (Stand 01.04.2026)

## 1. I. Allgemeine Bestimmungen

### **Art. 1** Aufsicht {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--1}

1. Das Volkswirtschaftsdepartement übt die Aufsicht über den Vollzug der Fischereigesetzgebung aus.

### **Art. 2** Zuständige Stelle {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--2}

1. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei vollzieht die Fischereigesetzgebung, soweit nichts anderes bestimmt ist.

## 2. II. Schutz und Förderung

### **Art. 3** Schonung, a) Grundsatz {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--3}

1. Fische und Krebse, die während der Schonzeit gefangen werden oder das Fangmass nicht erreichen, sind unverzüglich und sorgfältig in das Herkunftsgewässer zurückzusetzen.

### **Art. 4** b) Fangverbot {#art_4 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--4}

1. Fische und Krebse, die gemäss Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei nicht gefangen werden dürfen, sind ganzjährig geschont.
2. Zusätzlich ganzjährig geschont sind:
   a) Schneider, Moderlieschen und Strömer;
   b) Stein- und Dohlenkrebs;
   c) Bach- und Teichmuschel.

### **Art. 5** c) Schonzeiten {#art_5 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--5}

1. Die Schonzeiten richten sich nach Anhang 1 dieses Erlasses.
2. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann für einzelne Gewässer die Schonzeiten ändern und zusätzliche Schonzeiten einführen.

### **Art. 6** d) Fangmasse {#art_6 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--6}

1. Fische und Krebse, die das Fangmass nach Anhang 2 dieses Erlasses nicht erreichen, sind zu schonen.
2. Das Fangmass wird gemessen:
   a) bei Fischen von der Kopfspitze bis zu den Enden der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse;
   b) bei Krebsen vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende.
3. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann für einzelne Gewässer das Fangmass ändern und Fangfenster festlegen.

### **Art. 7** e) Schongebiete {#art_7 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--7}

1. Schongebiete werden insbesondere für die freie Fischwanderung und die Naturverlaichung ausgeschieden.
2. Sie sind zu kennzeichnen.

### **Art. 8** Fischfang, a) Angelrute {#art_8 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--8}

1. Der Fischfang wird mit der Angelrute betrieben.
2. Es dürfen verwendet werden:
   a) in fliessenden Gewässern eine Angelrute;
   b) in stehenden Gewässern zwei Angelruten;
   c) je Angelrute höchstens drei einfache Haken oder zwei Mehrfachhaken. In fliessenden Gewässern dürfen keine Mehrfachhaken verwendet werden, ausgenommen im Alpenrhein;
   d) ein Feumer zur Anlandung der gefangenen Fische.

### **Art. 9** b) Einschränkungen {#art_9 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--9}

1. Untersagt ist:
   a) in fliessenden Gewässern während der Forellenschonzeit nach Anhang 1 dieses Erlasses Löffel, Spinner, künstliche und natürliche Köderfische zu verwenden;
   b) in fliessenden Gewässern während der Forellenschonzeit nach Anhang 1 dieses Erlasses das Setzen auf Grund;
   c) den Fisch absichtlich an einem anderen Körperteil als dem Maul zu fangen;
   d) ferngesteuerte Geräte zum Ausbringen von Angel oder Köder zu verwenden.

### **Art. 10** c) Widerhaken {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--10}

1. Das Verwenden von Widerhaken ist verboten.
2. Wer über einen Sachkundenachweis nach der eidgenössischen Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei verfügt, darf in Seen und Stauhaltungen Widerhaken für die Hegenen- und Schleppangelfischerei verwenden.
3. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann das Verwenden von Widerhaken in einzelnen Gewässern für weitere Angelmethoden zulassen, wenn dies die befischten Tiere insgesamt weniger belastet.

### **Art. 11** d) Köderfische {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--11}

1. Das Verwenden von lebenden Köderfischen ist verboten. Geschonte Fische und standortfremde Fischarten dürfen nicht als Köderfische verwendet werden.
2. Zum Köderfischfang darf ein Köderfischfanggerät für den eigenen Bedarf verwendet werden. Wer eine Köderflasche oder Köderfischreuse auslegt, hat diese mit dem Namen zu versehen und zu beaufsichtigen.
3. Der Fang von Köderfischen zu gewerblichen Zwecken ist verboten.

### **Art. 12** e) Fangzahl {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--12}

1. Die Fangzahl ist auf sechs Edelfische je Angelfischer oder Angelfischerin und Tag beschränkt.
2. Als Edelfische gelten Äschen, Felchen, Forellen und Saiblinge.

### **Art. 13** f) Nachtfangverbot {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--13}

1. Die Angelfischerei ist untersagt:
   a) während der Sommerzeit von 23.00 bis 04.00 Uhr;
   b) während der übrigen Zeit von 19.00 bis 06.00 Uhr.
2. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann Ausnahmen bewilligen.

### **Art. 14** g) Watverbot {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--14}

1. Das Waten im Rhein ist in der st.gallisch-graubündnerischen Grenzstrecke zwischen dem Grenzstein Nr. 2 bei Kilometer 24.3 und dem Ende des rechtsseitigen Rheinwuhrs bei Kilometer 33.6 verboten.

### **Art. 15** Krebsfang {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--15}

1. Der Krebsfang bedarf der Bewilligung des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei.
2. Die Bewilligung darf den Krebsbestand am Fangort nicht gefährden.
3. Krebse werden mit der Reuse gefangen.

### **Art. 16** Fischnährtiere und Futterfische {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--16}

1. Der gewerbsmässige Fang von Fischnährtieren und Futterfischen bedarf der Bewilligung des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei.
2. Die Bewilligung darf die Bestände am Fangort nicht gefährden.
3. In der Bewilligung werden die zulässigen Fanggeräte bezeichnet.

### **Art. 17** Markierungen {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--17}

1. Die Markierung von Fischen und Krebsen bedarf der Bewilligung des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei.
2. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann Markierungen anordnen.
3. Der Fang markierter Fische und Krebse ist unter Angabe von Länge, Gewicht, Fangort und Fangzeit dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei zu melden. Die Marke ist der Meldung beizulegen.

### **Art. 18** Laichfischfang {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--18}

1. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann den Fang von Fischen und Krebsen während der Schonzeit zur Gewinnung von Laichmaterial bewilligen oder anordnen. Es kann den Fang selbst vornehmen.

### **Art. 19** Besondere Fangmethoden {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--19}

1. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei kann für fischereiwirtschaftliche und wissenschaftliche Zwecke besondere Geräte und Fangmethoden bewilligen oder anwenden.
2. Die Bewilligung kann mit Bedingungen und Auflagen versehen werden.

### **Art. 20** Veranstaltungen, a) Grundsatz {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--20}

1. Nicht der Bewilligungspflicht nach der Fischereigesetzgebung unterliegen:
   a) Veranstaltungen, die nach der Einführungsgesetzgebung zum eidgenössischen Waldgesetz oder der eidgenössischen Gesetzgebung über die Schifffahrt bewilligungspflichtig sind;
   b) Veranstaltungen innerhalb von Bauzonen;
   c) Angelveranstaltungen.

### **Art. 21** b) Bewilligungspflicht {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--21}

1. In den übrigen Fällen unterliegen der Bewilligungspflicht durch das Amt für Natur, Jagd und Fischerei Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmenden.

## 3. III. Patent und Pacht

### **Art. 22** Berufsfischerei, a) Patent {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--22}

1. Gewässer für die Berufsfischerei sind Bodensee, Walensee, Zürichsee und Obersee.
2. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei erteilt das Berufsfischerpatent für höchstens acht Kalenderjahre.

### **Art. 23** b) Gehilfenpatent {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--23}

1. Das Gehilfenpatent berechtigt, als Gehilfe oder Gehilfin eines Berufsfischers oder einer Berufsfischerin tätig zu sein. Es wird an Personen erteilt, die sich in Ausbildung zum Berufsfischer oder zur Berufsfischerin befinden.
2. Der Gehilfe oder die Gehilfin übt die Fischerei in Begleitung des Berufsfischers oder der Berufsfischerin aus.
3. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei:
   a) erteilt das Gehilfenpatent;
   b) bewilligt die zeitlich befristete Stellvertretung des Berufsfischers oder der Berufsfischerin durch den Gehilfen oder die Gehilfin.

### **Art. 24** Angelfischerei, a) Patent- und Pachtgewässer {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--24}

1. Patentgewässer sind Bodensee, Walensee, Zürichsee und Obersee sowie Linthkanal und Rhein.
2. Die übrigen Gewässer können vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei als Pachtkreise für die Vereins- oder Einzelpacht ausgeschieden werden.

### **Art. 25** b) Nachweis fischereilicher Kenntnisse {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--25}

1. Die Erteilung des Patents setzt genügende fischereiliche Kenntnisse voraus.
2. Über genügende fischereiliche Kenntnisse verfügt, wer den Nachweis nach der eidgenössischen Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei erbringt.

### **Art. 26** c) Patent, 1. Kategorien {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--26}

1. Das Patent wird als Ufer- oder als Bootspatent erteilt.
2. Das Bootspatent berechtigt auch zur Angelfischerei vom Ufer aus.
3. Wer über das Bootspatent für ein Kalenderjahr verfügt, kann ein Gastpatent erwerben. Das Gastpatent berechtigt den Bootsfischer dazu, unter seiner Aufsicht einen Gast vom Boot aus, ohne zusätzliches Gerät und bei gleich bleibender Tagesfangzahl mitfischen zu lassen.

### **Art. 27** 2. Gültigkeitsdauer {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--27}

1. Das Patent wird für höchstens ein Kalenderjahr erteilt.

### **Art. 28** 3. Ausgabestellen {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--28}

1. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei bezeichnet die für die Ausgabe der Patente zuständigen Stellen.

### **Art. 29** d) Pacht, 1. Ausschluss der Unterpacht {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--29}

1. Die Unterpacht ist ausgeschlossen.

### **Art. 30** 2. Pachtzins {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--30}

1. Für Rückerstattungen des Pachtzinses an Pächterinnen und Pächter, die für Lebensraum und Lebensgemeinschaft ausserordentliche Leistungen erbracht haben, stehen jährlich höchstens fünf Prozent der Gesamtpachtzinseinnahmen des Kantons zur Verfügung.

## 4. IV. Schlussbestimmungen

### **Art. 33** Aufhebung bisherigen Rechts {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--33}

1. Aufgehoben werden:
   a) Fischereiverordnung vom 11. November 1980;
   b) Fischereiverordnung für den st.gallischen Rhein vom 9. Februar 1982.

### **Art. 34** Übergangsbestimmung {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--34}

1. Als Angelfischer oder Angelfischerin mit Sachkundenachweis nach Art. 25 Abs. 2 dieses Erlasses wird bis 31. Dezember 2010 anerkannt, wer:
   a) über Grundkenntnisse über die tierschutzgerechte Ausübung der Fischerei verfügt, die er oder sie vor dem 1. Januar 2009 im Rahmen einer Fischereiprüfung oder durch Kursbesuch erworben hat; oder
   b) für das Kalenderjahr 2004, 2005, 2006, 2007 oder 2008 eine Fischereiberechtigung mit einer Gültigkeitsdauer von wenigstens einem Monat bezogen hat.

### **Art. 35** Vollzugsbeginn {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-sg--854.11--35}

1. Dieser Erlasses wird ab 1. Januar 2009 angewendet.