435.146
# Verordnung über den Pflanzenschutz
Vom 20.10.1961 (Stand 23.02.1972)

### **Art. 1** {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--1}

1. Das Ausgraben, Abreissen, Abschneiden, Feilbieten und Versenden der in § 2 genannten Pflanzen, mit oder ohne Wurzeln, sowie das Pflücken ihrer Blüten ist untersagt.

### **Art. 2** {#art_2 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--2}

1. Dem Schutz nach § 1 werden unterstellt:
   a) Allermannsharnisch (Allium Victorialis);
   b) Alpenaster (Aster alpinus);
   c) Alpenseidelbast (Daphne alpina);
   d) Alpenveilchen (Cyclamen europaeum);
   e) Bergsteinkraut (Alyssum montanum);
   f) Enzian, stengelloser (Gentiana Clusii, Perr. und Song);
   g) Flühblume (Primula Auricula);
   h) Fluhnelke (Dianthus gratianopolitanus);
   i) Frauenschuh (Cypripedium Calceolus);
   j) Frühlings-Enzian (Gentiana verna L);
   k) Glockenenzian, stengelloser (Gentiana Clusii);
   l) Hirschzunge (Phyllitis Scolopendrium);
   m) Insektenorchis (Ophrys)-Arten;
   n) Juraleinkraut (Linaria alpina var. petraea);
   o) Jurassische Braunwurz (Scrophularia juratensis);
   p) Leberbalsam (Erinus alpinus);
   q) Leberblümchen (Anemone Hepatica);
   r) Männertreu Bränderli (Nigritella nigra);
   s) Märzenglöckchen (Leucoium vernum);
   t) Maiglöckchen (Convallaria majalis L);
   u) Meerzwiebel, zweiblättrige (Scilla bifolia L);
   v) Ravellenblümchen (Iberis saxatilis);
   w) Rohrkolben, breitblättriger (Typha latifolia L);
   x) Sadebaum Sevi (Juniperus Sabina);
   y) Schmalblättrige Spornblume (Kentranthus angustifolius);
   z) Schneeglöckchen (Galanthus nivalis);
   aa) Seerose, weisse (Nymphaea alba);
   bb) Seerose, gelbe (Nymphozanthus luteus);
   cc) Seidelbast (Daphne Mezereum);
   dd) Silberwurz (Dryas octopetala);
   ee) Steinröschen Jurarösli (Daphne Cneorum);
   ff) Trollblume Ankebälli (Trollius europaeus);
   gg) Türkenbundlilie (Lilium Martagon);
   hh) Veilchen, hohes (Viola elatior) Zwergmispel (Sorbus Chamaemespilus).
2. Der Regierungsrat kann die vorstehende Liste der geschützten Pflanzen jederzeit ergänzen.

### **Art. 3** {#art_3 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--3}

1. Alle Orchideenarten (Knabenkräuter), soweit sie nicht in Absatz 1 als vollständig geschützt aufgeführt sind, der Frühlings-Enzian (Gentiana verna) und der Frühlingskrokus (Crocus albiflorus) dürfen nur in einzelnen Exemplaren gepflückt werden.

### **Art. 4** {#art_4 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--4}

1. Verboten ist das Pflücken und Feilbieten von Haselnusszweigen und Weidekätzchen, vor und während der Blütezeit, das massenhafte Sammeln der verschiedenen Farnkräuterarten, das Ausgraben und Fällen von Stechpalmen von baumartigem Wuchs sowie das Roden von Buchs auf grösserer Fläche.
2. Alle übrigen Pflanzenarten dürfen nicht in solchen Mengen gesammelt werden, dass ihr Fortbestand bedroht ist.

### **Art. 5** {#art_5 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--5}

1. Für seltene Jura-, Moos- und Wasserpflanzen, die in ihrem Vorkommen bedroht sind, können besondere Schutzbestimmungen erlassen werden. Der Regierungsrat kann ausserdem historisch wichtige oder seltene Bäume, Baumgruppen und charakteristische Gesamtvegetationen schützen.

### **Art. 6** {#art_6 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--6}

1. Untersagt ist auch das Feilbieten von wildwachsenden Pflanzen, die aus einem Kanton stammen, der sie unter Schutz gestellt hat.

### **Art. 7** {#art_7 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--7}

1. In Kulturen gezogene Pflanzen können frei verkauft werden. Für Kulturpflanzen aus andern Kantonen ist den Kontrollorganen ein Ursprungsnachweis vorzulegen.

### **Art. 8** {#art_8 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--8}

1. Das Bau- und Justizdepartement kann Ausnahmen von dieser Verordnung gestatten, insbesondere:
   a) zum Sammeln einzelner Exemplare der geschützten Arten zu wissenschaftlichen Zwecken;
   b) zum Einführen und Verwerten von im Kanton Solothurn oder in andern Kantonen geschützten Pflanzen zu besonderen Zwecken.
2. Das Bau- und Justizdepartement entscheidet in diesen Fällen nach Einholung von Gutachten. Es kann die Bewilligung zurückziehen, wenn die von ihm gestellten Bedingungen nicht eingehalten werden.

### **Art. 9** {#art_9 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--9}

1. Der Regierungsrat wird von sich aus oder auf Begehren von Gemeinden, Korporationen sowie der kantonalen Natur- und Heimatschutzkommission Standorte seltener Pflanzenarten oder von typischen Pflanzenvergesellschaftungen, deren Fortbestand bedroht ist, zu Schongebieten (Reservationen) erklären und darin das Pflücken aller oder bestimmter Pflanzen verbieten.

### **Art. 10** {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--10}

1. Von allen Meliorationsarbeiten und Alpverbesserungen haben die zuständigen Behörden der kantonalen Natur- und Heimatschutzkommission im Vorbereitungsstadium Kenntnis zu geben.

### **Art. 11** {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--11}

1. Die kantonalen und kommunalen Verwaltungen und die Polizeiorgane haben die Innehaltung dieser Verordnung zu überwachen.
2. Die Lehrerschaft hat die Jugend über die Bedeutung des Pflanzenschutzes aufzuklären.

### **Art. 12** {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--12}

1. Bei Übertretungen dieser Verordnung kommen die Strafbestimmungen von § 12 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz zur Anwendung.

### **Art. 13** {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--13}

1. Begehen Minderjährige eine Übertretung dieser Verordnung, so werden die Personen, welche verpflichtet waren, die Aufsicht über sie zu führen und es dabei an der notwendigen Sorgfalt haben fehlen lassen, nach § 12 dieser Verordnung bestraft. Die Bestrafung der Minderjährigen bleibt vorbehalten.

### **Art. 14** {#art_1 omnilex-key=ch-lexwork-so--435.146--14}

1. Die Kompetenzdelegationen in § 8 ist dem Kantonsrat zur Genehmigung zu unterbreiten.
2. Die vorliegende Verordnung tritt mit ihrer Publikation im Amtsblatt in Kraft.
3. Auf diesen Zeitpunkt gilt die Verordnung über den Pflanzenschutz vom 18. April 1944 als aufgehoben.