Post-sentence measures included in judgment; appeal remedy

ARGVP-1988-3116Obergericht27.08.1979Other

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Obergericht held that where a convicted person on probation commits a new offense during the probationary period, the judge hearing the new case must also decide on revocation of the conditional sentence, extension of the probation period, or substitute measures. This determination is procedurally linked to the main trial, is part of the judgment, and is therefore appealable rather than subject to a separate complaint remedy. The excerpt also states a cost-allocation principle for cases where an objection in criminal proceedings is fully or partially upheld.

Omnilex-Regeste

Art. 41 Ziff. 3 Abs. 3 StGB; Art. 197 StPO, Art. 204 StPO, Art. 242 StPO: Wird der bedingt Verurteilte während der Probezeit erneut straffällig, so hat der für die neue Straftat zuständige Richter auch über den Widerruf der bedingten Strafe, die Verlängerung der Probezeit oder Ersatzmassnahmen zu befinden. Die Abklärungen sind zwar getrennt zu führen, das Verfahren ist jedoch aktenmässig mit dem Hauptverfahren zu verbinden; die Verhandlung hat beide Punkte zu erfassen und die Parteien sind hierzu unbeschränkt zu hören (consid. 3116). Der Entscheid über die nachträglichen Massnahmen bildet Bestandteil des Urteils und untersteht daher der Appellation, nicht einem besonderen Rekurs. Bei ganz oder teilweise gutgeheissener Einsprache sind die Kosten nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens zu verlegen (consid. 3117).

Gesamter Gesetzestext

C. Gerichtsentscheide 3116,3117 3116 Rechtsm ittel. Verbindung von neuer Verurteilung und nachträglicher richterlicher Anordnung. Hat der Verurteilte, der unter bedingtem Strafvollzug steht, während der Probezeit ein neues Vergehen oder Verbrechen begangen, so hat der neu zuständige Richter auch über den Widerruf dieser Rechtswohltat, die Ver­längerung der Probezeit oder weitere Ersatzmassnahmen zu entscheiden (Art. 41 Ziff.3 Abs. 3 StGB). Die Erhebungen, die Grundlage für diesen richterlichen Entscheid bilden, sind zwar getrennt zu führen; aktenmässig wird aber das Verfahren — ähnlich wie die Untersuchung über ein zusätz­lich begangenes Delikt — mit dem Hauptverfahren verbunden. Die Ge­richtsverhandlung ist über beide Punkte, die neue Straftat und den Ent­scheid nach A rt.41 Ziff.3 StGB, durchzuführen. Entgegen Art. 197 StPO können sich die Beteiligten — Staatsanwalt und Angeklagte — ohne Ein­schränkung zu beiden Fragen äussern. Der Entscheid über die nachträg­lichen Massnahmen bildet dann Bestandteil des Urteils. Es ist wünschbar, dass dieser Zusammenhang durchgehend mehr betont wird. Das Oberge­richt wird in diesem Sinn eine Weisung erlassen. Wenn der Entscheid über die Massnahmen nach Art. 41 Ziff. 3 StGB Be­standteil des Urteils bildet, besteht kein Anlass, hiefürdie Beschlussesform und ein besonderes Rechtsmittel vorzusehen. Der Entscheid untersteht dann ebenfalls der Appellation, nicht dem Rekurs nach Art. 204 StPO. Die Beteiligten des Strafverfahrens sollen nicht davon ausgeschlossen werden, vor Obergericht über die Zulässigkeit und die Auswirkungen der ange­fochtenen Massnahmen zu plädieren. OGer 27.8.1979 (RBer 1978/79, S.40) 3117 Kostenverlegung bei ganz oder teilweise gutgeheissener Einsprache (Art. 242 StPO). Bei gänzlicher oder teilweiser Gutheissung einer Einsprache im Strafver­fahren sind die Rechtskosten wie folgt zu verlegen: 466

Schlagwörter

conditional sentenceprobationrevocationappeal remedycriminal procedurecost allocation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a post-sentence decision under Art. 41 No. 3 para. 3 StGB must be decided together with the new offense and treated as part of the judgment.

Extrahierter Entscheid

Yes. The new judge must decide the revocation of conditional sentence, extension of probation, or substitute measures together with the new conviction; the procedural records may be separated, but the hearing concerns both matters and the parties may argue both.

Extrahierte Begründung

The post-sentence measures are functionally linked to the new offense and should be handled in the same oral proceedings. The resulting decision forms part of the judgment rather than a separate procedural order.

Kernrechtsfrage

Whether the decision on Art. 41 No. 3 para. 3 StGB measures is subject to appeal or to a special complaint remedy.

Extrahierter Entscheid

It is subject to appeal, not to the complaint remedy under Art. 204 StPO, because it is part of the judgment.

Extrahierte Begründung

Once the post-sentence measure is incorporated into the judgment, there is no reason to provide a separate decision form or a special remedy. The parties must be allowed to plead before the appellate court on the admissibility and effects of the challenged measures.

Kernrechtsfrage

How costs are to be allocated when an objection in criminal proceedings is fully or partially upheld under Art. 242 StPO.

Extrahierter Entscheid

The court stated the principle that costs must be allocated according to whether the objection is fully or partly upheld.

Extrahierte Begründung

The excerpt indicates a cost-allocation rule linked to the degree of success of the objection, but the detailed allocation formula is not included in the provided text.

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