Art. 77 OG, Art. 58 OG; suspension of federal appeal proceedings where one action comprises claims partly subject to federal appeal and partly to cantonal appellate review. Even if Art. 77 OG expressly provides for suspension only in cases of pending extraordinary cantonal remedies, the same procedural economy and consistency considerations may justify suspension when, under cantonal organization, related claims derived from a single factual complex would otherwise have to be examined in separate federal proceedings. The purpose of the rule is to ensure that the appeal reaches the Federal Court only once and in its entirety, thereby avoiding contradictory findings and unnecessary costs (consid. 1).
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VI. PROZESSRECHT PROC:EDURE 13. Beschluss der I. Zivilabteilung vom 2a. Janua.r 1929 i. S. Henkel Sv Co .A -G. gegen Nyffenegger. Benufung und kantonale Appellation in Markenrecht,sprozessen, m denen mit der markenrechtlichen Kla.ge eine solche a.us unlauterem Wettbewerb verbunden wird. Aussetzung des bundesgerichtlichen Entscheides bis zur vollständigen Erle- digung der Sache durch die kantonalen Instanzen. Tatbestand (gekürzt) : Die Klägerin, Henkel Co A.-G., Basel, fabriziert und vertreibt u. a. ein Waschmittel Persil . Das Wort c( Persil wurde am 30. März 1908 und die ganze Persil - Etikette mit Angabe der Farben am 12. Mai 1921 im schweizerischen Markenregister eingetragen. Der Beklagte vertreibt seit ca. 10 Jahren ein von ihm hergestelltes Waschmittel unter der Bezeichnung Miggi in einer nach Form, Farbe und. Text dem Persil -Paket der Klägerin ähnlichen Verpackung. Die Bezeichnung Miggi ist am 25. August i908 von einem K. Heberle und die Miggi -Etikette am 22. Dezember 1917 durch einen Jos. Jeschonek im schweizerischen Markenregister eingetragen worden. Im Oktober 1927 reichte die Firma Henkel Co A.-G. beim Amtsgericht Luzern-Stadt gegen NyfIenegger Klage ein, mit den Begehren um Löschung der Miggi j) -Marke und -Etikette, Untersagung der weitem Verwendung der nachgeahmten Verpackung durch den Beklagten, Beschlagnahme und Vernichtung der noch vorhandenen Packungen, Verurteilung des Beklagten zu Fr. 10,000 Schadenersatz und Genugtuung und Veröffentlichung des Urteils. Prozessrecnt. :x o 13.
Mit Urteil vom 18. Oktober 1928 hat das Amtsgericht Luzern-Stadt, als einzige Instanz. gemäss Art. 29 MSchG, die Klage teilweise geschützt. Gegen dieses Urteil haben beide Parteien die Berufung an das Bundesgericht erklärt. Gleichzeitig hat die Klägerin mit Bezug auf die Schaden- ersatz-und Genugtuungsforderung auch die Appellation an das Obergericht des Kantons Luzern ergriffen. Das Bundesgericht hat die Aussetzung seiner Ent- scheidung bis nach Erlass des obergcrichtIichen Urteils beschlossen, aus folgenden E1"Wägungen : Die Klägerin klagt sowohl wegen Verletzung ihrer Rechte an der Marke Persil (Art. 24 MSchG), als auch wegen widerrechtlicher Schädigung, insbesondere durch unlauteren Wettbewerb (Art. 48 OR), und wegen unbefug- ter Beeinträchtigung in ihren persönlichen Verhältnissen (Art. 28 ZGB und 49 OR). Nach der luzernischen Gerichts- organisation entscheidet das Amtsgericht als einzige kan- tonale Instanz über den erstern Anspruch aus Marken- rechtsverletzung, während sein Entscheid mit Bezug auf die auf das gemeine Recht gestützten Ansprüche im Wege der Appellation an die obere kantonale 'Instanz weiterziehbar ist, welche Möglichkeit denn auch die Klä- gerin benutzt hat. Aus dieser kantonalrechtlichen Kom- petenzausscheidung, in Verbindung mit dem Umstande, dass das Obergericht die Aussetzung seiner Entscheidung über die Appellation bis nach Erlass des bundesgericht- lichen Urteils beschlossen hat, würde sich die Unzukömm- lichkeit ergeben, dass sich das Bundesgericht allfällig mit den in einem Prozesse geltend gemachten und aus einem einheitlichen Tatbestande hergeleiteten Klage- ansprüchen in zwei besonderen Verfahren zu befassen hätte. Eine solche Doppelspurigkeit ist nicht nur aus Gründen der Prozessökonomie, sondern namentlich auch mit Rück- sicht auf die Gefahr allfälliger Unstimmigkeiten in der Tatbestandsfeststellung durch zwei letztinstanzliche kanto-
Prozessrecht. N° u,. nale Gerichte zu vermeiden. Vernünftiger-und zweck- mässigerweise muss die Beurteilung der in der gleichen Sache vor Obergericht mit Bezug auf die Klageansprüche aus Art. 48, 49 0 und 28 ZGB hängigen Appellation vorausgehen, damit alsdann die sämtlichen streitigen Ansprüche dem Bundesgericht in einem Verfahren zur Entscheidung unterbreitet werden können. Freilich sieht Art. 77 OG die Möglichkeit der Aussetzung des bundes- gerichtlichen Entscheides über die Berufung nur für den Fall der gleichzeitigen Pendenz eines ausserordentlichen kantonalen Rechtsmittels -Nichtigkeitsbeschwerde, Revisions- und Erläuterungsgesuch -vor. Indessen er- heischen ähnliche Zweckmässigkeitsgründe, wie sie dieser Bestimmung zugrunde liegen, auch unter Verumstän- dungen der vorliegenden Art eine Lösung in dem Sinne : zuerst die obere kantonale Instanz über die in ihre Kom- petenz fallenden Klageansprüche entscheiden zu lassen, und bis dahin die bundesgerichtliehe eurteilung auszuset- zen. Es entspricht dies auch einem allgemeinen Grund- satze des OG, wie er sich aus Art. 58 OG ergibt, dass im Interesse der Vereinfachung des Verfahrens und der Kosten- ersparnis die Berufung an das Bundesgericht regelmässig nur einmal stattfinden soll, und daher erst in dem Stadium, in welchem die Streitsache dem Berufungsrichter in ihrem ganzen, an sich berufungsfähigen Umfange unterbreitet. werden kann (vgL BGE 54.n 50). 14. Arret de 1a. IIe Section civile du aa mara 1929 dans la cause Ba.nque cantonale de Berne contre President d1l 'rribunal du distriet de Porrentruy. Art. 86 chiffre 4 et 90 OJF. -Point da depart du delai da reoours an matiinre d'annulation da titres au porteur. A. -Par requete du 8 aout 1925, Jules Roy-Mercier. a Vandoncourt (Dpt du Doubs), a demande au President
du Tribunal de Porrentruy da proceder aux publications necessaires en vue de l'annulation d'un bon de eaisse de la Banque cantonale de Herne, a 4% %, Serie Ba, No 4850, emis le 30 novembre 1916, au porteur, par la succursale de Porrentruy de la Banque cantonale de Berne, bon de caisse d'un montant de 500 fr. Donnant suite a cette requete, le Vice-President du Tribunal a fait publier trois fois dans Ja Feuille officielle du commerce la sommation de produire le titre, con- formement aux dispositions des art. 851 et 852 CO. Toute- fois, une erreur a eM eommise dans Ja designation du titre, et 100 publieations, au lieu d'indiquer qu'il s'agissait du No 4850 de la serie Ba, portaient Ia mention serie A, N° 4850 )). A l'expiration du delai de trois ans a compter de la premiere publication, Ie President du Tribunal de Por- rentruy, constatant que le bon de caisse No 4850 serie Ba n'avait pas eM produit, a prononce l'annulation de ce titre au porteur, soit du bon de caisse N° 4850 serie Ba de la Banque cantonale de Berne, par jugement du 26 de- cembre 1928. En application de l'art. 855 CO, le dispositif de ce jugement a eM pubJie dans la Feuille officielle suisse du commerce Ie 3 janvier 1929. B. -Par Iettre du 7 janvier 1929, la Banque cantonale de Berne demanda au President du Tribunal de Porrentruy de Iui indiquer la date de la premiere somnation concernant l'anmtlation du titre serie Bq, No 4850 de 500 fr. a 4%%, emis le 30 novembre 1916 par Ia succursale de Porrentruy. Elle d6clarait qu'elle n'avait pas eu connaissance de la perte de ce titre, qui avait d'ailleurs ete rembourse le 17 juin 1925 deja. Le President du Tribunal Iui repondit le 7 fevrier que la premiere publication avait eu lieu dans Ia Feuille offi- cielle suisse ducommerce du 4 septembre 1925, a la requete de Jules Roy-Mercier. O. -Par acte en date du 19 fevrier 1929, Ia Banque