Art. 53bis des Bundesbeschlusses vom 30. September 1932 (in der Fassung vom 27. März 1934); Schutz vor Hotelmiet- und -pachtzinsen nur bei unvorhersehbarer Krise. Der Erlass beruht auf Billigkeit und setzt voraus, dass die Krise im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses weder vorausgesehen werden konnte noch musste. Wer sich trotz erkennbarer Krisenlage auf ein übermässig belastendes Hotelmiet- oder -pachtverhältnis einlässt, handelt schuldhaft und kann die Herabsetzung nicht verlangen (vgl. Erw. 1). Die Norm dient nicht dazu, selbst eingegangene, riskante Geschäftsentschlüsse nachträglich zu korrigieren; das Krisenrisiko trägt in diesem Fall der Vertragsschliessende selbst.
Schuldb! treibungs. und Konkursrecht. No 60. sein. Kann anr der Ersteigerer (gleichwie der eintreibende Gläubiger) nicht ohne weiteres Eigentümer der an ihn her- auszugebenden Sache werden, wie die Vorinstanz selbst zugibt, so versteht sich keineswegs von selbst, dass er sie verwerten dürfe, sondern könnte er das Recht zur Ver- wertung nur daraus herleiten, dass er (oder der eintrei- bende Gläubiger) die hrausgegebene Sache zunächst dem Betreibungsamt zur Pfändung herausgäbe, entsprechend dem oben zum Konkursformular Nr. 7 Gesagten. Alsdann müsste aber mit der Geltendmachung von Drittansprüchen im Widel'spruchsverfahren gerechnet werden, welche die Vorinstanz einfach aufopfern zu wollen scheint. Indessen lässt sich bei dieser,Perspektive überhaupt kein dem Werte der Sache einigermassen entsprechendes Steigerungsange- bot erwarten, weshalb diese Verwertungsart nicht im Tiderspruch zu den eingangs angeführten Vorschriften zum Schaden des Schuldners zugelassen werden darf. ER ist auch gar nicht nötig, den Umweg über die Verwertung des Herausgabeanspruches zu machen; denn wenn die herauszugebende Sache nicht dem Betriebenen gehört, so führt die Verwertung doch zu nichts, und wenn sie ihm gehört, so kann sie nach den bereits angeführten Vor- schriften vom Betreibungsamt direkt gepfändet, behälldigt und verwertet werden. Die Art. 122 ff. SchKG sehen überhaupt nur den Verkauf der beweglichen Sachen und der Forderungen vor, und unter letzteren sind ebenso- wenig wie bei dem bereits erörterten Art. 91 SchKG Herausgabeansprüche zu verstehen. Zu den Vermögensbestandteilen anderer Art, für die gemäss Art. 132 SchKG das Verwertungsverfahren in jedem einzelnen Falle von den Aufsichtsbehörden beson- ders zu bestimmen wäre, kann ein Herausgabeanspruch nicht gerechnet werden, da die beispielsweise Aufzählung der Nutzniessung und des Anteiles an Gemeinschaftsver- mögen zeigt, dass hierunter ganz andere Rechtsverhältnisse zu verstehen sind. Kann somit auf keine Weise zur Verwertung des ge- JYfaud"adll'lS8ycl'fahl't'll. N° 61.
pfändeten Anspruches geschritten werden, so ist nicht bloss die rechtzeitig angefochtene Überweisung zur Ein- treibung, sondern auch die Pfändung, obwohl nicht binnen zehn Tagen mit Beschwerde angefochten, als nichtig, weil keine Grundlage für eine anschliessende Verwertung bil- dend, aufzuheben. Mit den Arresten braucht man sich nicht mehr zu befassen, weil sie durch die Pfändung er- setzt worden sind und übrigens infolge Erlösehens der Prosequierungsbetreibung gemäss Art. H8 Abs. 2 SchKG ohnehin dahingefallen wären. Demnach erkennt die Schuldbetr-u. Konku?'skammer : Der Rekurs wird dahin begründet erklärt, dass die An- weisung gemäss Art. 131 Abs. 2 SchKG und die Pfändung aufgehoben werden. B. PfandnachlassverfahreD, Nachlass yon HotelpachLzinsan. Procedure de concordaL hypothecaire, remise de fermagas d'hötels. ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULD BETREmUNGS-UND KONKURSKAMMER ARRli:TS DE LA CHAMBRE DES POURSUITES ET DES FAILLITES 61. Extrait de l'arret du 16 octobra 1934 dans Ia cause Societ immobiliere da 1 Tour de Longemalle S. A. Remise de jermages et loyers d'hOtels. L'art. 53 bi de l'arrete fedeml du 30 septembre 1932 (arrete fooeral du 27 mars 1934) ne peut etre invoque par celui qui, lors de la signature du brul, pouvait et devait prevoir la crise. En s'engageant dans de teIles condit,ions, il conunet une faute.
36 l'fRllllnftchlassverfahren. No 6 J. Nachlass t'OIl Hot,.elmiet-wld -pachtzinsen. 'Ver beim AbschJnss des Miet-oder Pacht vertrages cl i e Kr i se voraussehen konllt,e und musst.e, kann den Schutz des Art. 53 bis des ßundesbeschlusses vom 30. September 1932 (ßundeshesehluss vom 27. März 1934) nicht. anruf61l. Im Eingehcn der Miete oder Pacht unt.er lolchen Umständen liegt ein Ver;mlmlden. Condono di lifti e pigioni d'albergo. L'art. 53 bis deI decreto federale 30 settembre 1932 (decreto fed. 27 marzo 1934) non pUD essere invocat.o da colui che aU'atto della firma deI contratto di Iocaziolle 0 d'affitto poteva e (loyeya prevedere 111. crisi. lmpegnandosi in siffatte l'ondizioni egli ha agito colposamente. La disposition de l'article 53 bis de l'arrete fooeral du 30 septembre 1932 s'inspire de motifs d'equite. Partant de l'idee que Ia crise actuelle, qui a eu et qui a encore de si fächeuses relJercussions sur l'industrie höteliere, etait un phenomime qui depassait toutes previsions, on a estime qu'il n'etait pas equitable de contraindre les Iocataires d'hötels a payer integralement des loyers qui avaient ete fixes dans des circonstances toutes differentes, s 'il etait etabli que, par suite de la crise et sans qu'il y eflt eu faute de leur part, ils venaient a se trouver dans l'impossibilite da faire face aleurs engagements. Pour pouvoir bemHicier d'une reductiol1 du loyer, il faut donc en tout premier lieu que la erise puisse etre consideree comme une circonstance que les part.ies n'avaient pasnprevue, ni ne pouvaient pre- voir. De meme que celui qui a, en pleine crise, achete un hötel a un prix superieur a sa valeur ne peut pretendre se mettre au benefice du concordat hypothecaire s'il se trouve de ce fait dans l'impossibilite d'assurer le service des interets de ses dettes hypothecaires, de meme aussi celui qui, en pleine crme, loue un hötel ades conditions trop onereuses n'est pas recevable a invoquer la disposition de l'article 53 bis pour obtnmir une reduction du loyer. Aussi bien pourrait-on dire, dans l'un et l'autre cas, que celui qui agit de cette favon ne rempIit pas Jes conditions posees a l'article ler du meme arrete, car c'est incontesta- blement une faute que de se lancer dans une industrie alors l'fal1dnaehlassverfahren. No 62.
qu'elle traverse une crise et que personne n'en peut pre- voir l'evolution. Celui qui agit de la sorte commet un acte hasardeux et dont il doit supporter lui-meme les risques. Il serait mal venu a se plaindre du prejudice que la crise Iui cause, meme en cas d'aggravation ; il a vouIu courir les chances de l'aventure et doit seul en subir les COIll'le- quences. 62 . .A.rrit du 9 novembre 1934 dans la causa Societe immobiliere Kalagnou Square 4. Remise de lermages ct oycrs ,d'h6tels. LeB mesures prevues par l'art. 53 bis da I'arreie f6 Ieral du 30 sep- tembre 1932 (arrete fMeral du 27 mars 1934) sont appIicables aussi bien a celui qui exploite une pension qu '8, celui qui expIoite un hotel. Le fait qne l'höt-el on 111. pension n'occupe qu'une partie de I'im- meuble l1'importe pas s'iI 6tait d6ja convenu lors de Ia conclu sion du bail que les locaux devaicl1t servir d'hot.el ou de pension. Absence de faute tir6e du fait que l'exploitation n'a reellement souffert de la crise qu'en 1934. Na chI ass von Hot e I p ach t -be z w. Mi e t z ins e 11. Art. 53 bis des Bundesbeschlusses vom 30. September 1932 (Bun- desbeROhluss vom 27. März 1934) ist anwendbar sowohl auf Inhaber eines Hotels als auf Inhaber einer Pe n s ion. Der Umstand, dass das Hotel oder die Pension nur einen Teil deI' Liegenschaft beansprucht, ist ohne Bedeutung, wenn schon bei Abschluss des Pacht-bezw. Mietvertrags vereinbart war, dass die Räumlichkeiten als Hotel oder als Pension dienen sollten. Fehlen eines Verschuldens, da der Bet.rieb erst 1934 wirklich unter der Kri le gelitten hat. Remissione di canoni ed alfitli d'albe1 go. 1 provvedimenti previst.i dall'art. 53 bis leI (lecreto federale 30 sott. 1932 ( lecreto 27 marzo 19 4) 80no applicabili sia a chi esercüice un8. pensione sia a chi esereisee un albergo. j. irrilevante Ia cireostanza ehe I'alhergo non occupi se non lUm parte delIa stabile pu1'che sill. staio COllvenuto gia al moment! dena pattuizione lei contratto di locazione 0 d'affitto ehe i locali dovevano essere dest,inati al servizio dell'albergo 0 della pensione. Mancanza di colpa dedotta dal fatto ehe l'esercizio non ha comin- ciato 11. soffrire deUa crisi ehe nel 1934.