Art. 88 OG in Verbindung mit Art. 63, 64 und 94 OG; Gerichtsstandsbeschwerde gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide in Zivilsachen: Wenn die Zuständigkeit des angerufenen Richters von bestrittenen Tatsachen abhängt, hat der kantonale Entscheid das Ergebnis der Beweisführung festzustellen. Fehlt diese Feststellung, ist die bundesgerichtliche Überprüfung der Zuständigkeit verunmöglicht; der Entscheid ist daher aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung zurückzuweisen, sofern die Mängelbehebung nicht anders tunlich ist. Dies gilt namentlich bei Streitigkeiten über die Zuständigkeit des Richters am Wohnsitz des gesuchstellenden Ehegatten nach Art. 170 ZGB (vgl. BGE 54 I 245).
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der angefochtene Zuständigkeitsentscheid nach Lage der Akten unrichtig erscheint. Demnach erkennt das Bundesgericht: Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 58. 1rteü aer II. ZivUabteUung vom 6. Oktober 1936 i. S. Bailly gegen BaUly. Letztinstanzliche kantonale Entscheidungen in Zivilsachen über Gerichtsstandsfragen des eidgenössischen Rechtes (insbesondere betr. Getrenntleben von Ehegatten gemäss Art. 170 ZGB) müssen die Fes t s tell u n g des Erg e b n iss e s der B ewe i s f ü h run genthalten, ansonst sie zurückgeschickt werden. OG Art. 63, 64, 88, 94. Die Ehefrau des in RheinfeIden wohnenden Beschwerde- führers ist anfangs 1936 von Rheinfelden abgereistnund seither nicht mehr dorthin zurückgekehrt. Am 2. Juni stellte sie beim Richteramt von Bern, wo sie sich seit längerer Zeit aufhält, das Gesuch um eine richterliche Ver- fügung gemäss Art. 170 ZGB. Demgegenüber stellte der Beschwerdeführer in erster Linie das Rechtsbegehren, es sei mangels Zuständigkeit des Richters in Bern auf das Gesuch nicht einzutreten. Am 3. September 1936 hat der Gerichtspräsident I von Bern in Beurteilung eines von ... gegen ihren Ehemann ... eingereichten Gesuches in An- wendung von Art. 169 u. ff. ZGB nach Anhörung beider Parteien verfügt : 1. Der gemeinsame Haushalt zwischen den Eheleuten Bailly obg. wird auf unbestimmte Zeit auf- gehoben und Parteien gestattet, getrennt zu wohnen. 2. Der Ehemann wird verurteilt, der Ehefrau monatliche; vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von 250 Fr. zu be- zahlen ... usw. Hiegegen richtet sich die vorliegende zivilrechtliche Be- schwerde mit dem Antrag, die Verfügung sei wegen Un- zuständigkeit des Gerichtspräsidenten I von Bern aufzu- heben.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung : Für die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes und die Ordnung der Nebenfolgen ist nach ständiger Recht- sprechung des Bundesgerichts (BGE 54 I 245) von Bun- desrechts wegen ausschliesslich der Richter am Wohnsitze des klagenden (gesuchsteIlenden) Ehegatten zuständig also der Richter an einem vom Wohnsitze des Ehemannes verschiedenen Orte höchstens dann, wenn die Ehefrau berechtigt ist, getrennt zu leben, was voraussetzt, dass ihre Gesundheit, ihr guter Ruf oder ihr wirtschaftliches Aus- kommen durch das Zusammenleben ernstlich gefährdet würde (Art. 2 5 Abs. 2 und 170 ZGB). Daher können letztinstanzliche kantonale Entscheide hierüber wegen Verletzung von Gerichtsstandsbestimmungen des eidge- nössischen Rechts durch zivilrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (Art. 87 Ziff. 3 OG). Art. 88 OG verpflichtet die kantonalen Behörden, in ihren solcher Weiterziehung unterliegenden Entscheiden (u. a.) das Ergebnis einer allfälligen Beweisführung festzustellen. Ohne dass dies geschieht, ist es dem Bundesgericht schIech:' terdings unmöglich, nachzuprüfen, ob der Richter an einem vom Wohnsitz des Ehemannes verschiedenen Ort seine Zuständigkeit in Anwendung der eingangs angeführten Rnchtssätze füglich habe bejahen dürfen, weil dies jeweilen von den gerichtlichen Feststellungen über bestrittene tat- sächliche Verhältnisse abhängt. Jene Vorschrift zu beob- achten, hatte der Gerlchtspräsident I von Bern um so eher Anlass, als der Beschwerdeführer dessen Zuständigkeit aus- drücklich bestritten hatte, weshalb umsomehr mit einer zivilrechtlichen Beschwerde zu rechnen war. Damit der (dem Art. 63, zumal Ziff. 3, OG entsprechende) Art. 880G nicht einfach auf dem Papier stehen bleibe, ermächtigt Art. 94 in Verbindung mit Art. 64 OG das Bundesgericht, das kantonale Gericht zur Verbesserung derartiger Mängel anzuhalten oder, sofern die Hebung der Mängel auf andere Weise nicht tunlich ist, das Urteil von Amtes wegen auf .. AS 62 II -1936
Prozessmcht. No 59. zuheben und die Sache zu neuer Verhandlung und Beur- teilung an das. kantonale Gericht zurückzuweisen. (Letz- teres wurde, wie näher ausgeführt, hier angenommen.) Demnach erkennt das Bundesgericht : Der angefochtene Entscheid wird aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen. 59. Extrait eie l'arret eie la IIe Seetion eivile eiu 16 octobre 1936 dans la canse Brovarone contre Sooiete immobiliere eie 1a Tour de Longemalle S. Ä. Recours en reforme contre un arret cantonal d'appel qui n's statue que Bur une partie des conclusions de Ia demande, dans le cas Oll l'autre partie. des conclusions a fait l'objet d'un juge- ment compIementaire du tribunal de premiere instance devenu definitif. -Point de depart du delai de recourB. Art. '58 et 650JF. Risume des faits: Par exploit du 26 janvier 1933, Brovarone a assigne la Societe intim6e en payement de la somme de 20975 fr. 40, prix de ses travaux sous deduction de 9950 fr. deja payes. La Societe a conclu au rejet de la demande en tant qu'elle excedait 5100 fr. qu'elle reconnaissait devoir comme solde de sa garantie, mais en opposant la compensation de cette somme avec une creance de 7720 fr. 65, pour laquelle elle a forme une demande reconventionnelle. Par jugement du 2 fevrier 1935, le Tribunal de premiere instance de Geneve a deboute Brovarone de sa demande en tantqu'elle excedait la somme de 5100 fr. en capital et reserve le surplus de sademande ainsi que la demande recollventionnelle et les depens , en acheminant les parties a' rapporter la preuve des faits articuIes par elles a l'appui de leurs conclusions respectives. Surappel de Brovarone, la Cour de Justice civile de Geneve. a . confirme ce jugement et condamne Brovarone aux depens. d'appel.
Cet arret a ete rendu le 13 mars 1936 et son dispositif communique aux parties le 17 du meme mois. Par lettres du 11 juillet 1936, les parties ont eM avisees que l'arret etait depose au grefie de la, Cour ou elles pouvaient en prendre connaissance. Entre temps, soit le 13 juin 1936, le Tribunal de premiere instance avait rendu son jugement sur les questions restees en suspens. Par ce second jugement, il a condamne la Societe defen- deresse a payer au demandeur la somme de 5100 fr. avec interet a 5 .% des le 26 janvier 1933, condamne le deman- deur a payer a la Societe defenderesse la somme de 820 fr. avec interet a 5 % des la meme date et dit que ces deux sommes se compenseront a due concurrence. Ce jugement dont le dispositif a ete communique aux parties le 16 jmn 1936 n'a pas ete frappe d'appel. Par memoire depose le 18 juillet 1936, Brovarone a interjeM un recours en reforme au Tribunal federal contre l'arret rendu par la Cour de Justice civile le 13 mars 1936. La Societe a conclu tant prejudiciellement qu'au fond au rejet du recours. Extrait des motifs : Le recours serait incontestablement irrecevable si, au moment ou il a eM forme, le Tribunal de premiere instance n'avait pas rendu son jugement ou si, bien que rendu, ce jugement avait eM encore susceptible d'etre frappe d'appel aupres de la Cour de Justice. Suivant la jurisprudence federale, un jugement qui se borne a statuer sur une partie seulement des conclusions de la demande, en reservant a une decision ulMrieure dans la meme procedure la solution des autres questions litigieuses, ne constitue pas un juge- ment au fond dans le sens de fart. 58 OJF. Or l'arret du 13 mars 1936 se limite en realiM a l'examen de la question qui avait eM tranch6e dans le jugement du 2 fevrier 1935, et cette question etait uniquement celle de savoir si le demandeur etait fonde a conclure au payement d'une