Art. 92 Ziff. 3 und 4 SchKG; Unpfändbarkeit von Tieren. Ein zur Zucht verwendetes Tier ist kein Werkzeug im Sinne von Art. 92 Ziff. 3 SchKG, da diese Bestimmung nur Gegenstände erfasst, die dem Schuldner bei der Berufsausübung in einer werkzeugähnlichen Weise dienen. Das bloße Halten eines einzelnen Zuchttieres zum Erwerb durch Decken ist zudem keine Berufsausübung, sondern bloss die Nutzung eines Vermögensstücks (E. 2). Hunde gehören auch nach der Revision des Art. 92 Ziff. 4 SchKG nicht zu den unpfändbaren Haustieren. Die analoge Behandlung von Zug- und Lasttieren beruht auf deren arbeitsunterstützender Funktion und ist auf Zuchttiere nicht übertragbar.
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 11. fraglichen Gegenstände für seinen Lebensunterhalt nicht mehr aus eigenen Kräften aufzukommen vermöchte, sondern die öffentliche Fürsorge in Anspruch nehmen müsste. Dies Frage ist vielmehr von Amtes wegen zu prüfen, sobald die Vorbringen des Sohuldners oder der übrige Akteninhalt ernst zu nehmende Anhaltspunkte dafür bieten, dass es sich so verhalten könnte. Im vorliegenden Falle hat der Rekurrent, der ver- heiratet ist und für drei Kinder im Alter von 9 bezw. 7 bezw. 6 Jahren zu sorgen hat, sohon in der Beschwerde behauptet, er benötige die arrestierten Berufsgeräte ( dringend , und es sei ihm wegen Teilinvalidität nicht möglioh, einer andern Besohäftigung naohzugehen. Naoh der Arresturkunde hat es sodann den Ansohein, dass das Betreibungsamt, obwohl der Arrestbefehl sogar nooh ausdrücklioh nur die pfändbaren Masohinen und Mobiliar- stücke als Arrestgegenstände bezeiohnet hatte, in fla- granter Verletzung von Art. 92 Ziff. 3 SohKG kurzweg sämtliche Maschinen und das gesamte übrige Mobiliar in der Werkstätte des Rekurrenten mit Arrest belegte. Unter diesen Umständen verdient die Frage, ob diese Geräte (oder ein Teil davon) zum Vermeidung einer unhaltbaren Lage freizugeben seien, näher abgeklärt zu werden. Zu diesem Zwecke ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 11. Entscheid vom 16. Oktober 1950 i. S. Hauert. UnpfändbaJrkeit.
lmpignorabilita.
38 Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N° 12. Die Einreihung von Zug-und Lasttieren unter die Werkzeuge im Sinne von Art. 92 Ziff. 3 lässt sich damit rechtfertigen, dass solche Tiere dem Schuldner bei der Ausübung seines Berufs in ähnlicher Weise dienen können wie Werkzeuge im engem Sinne. Sie erleichtern wie diese die menschliche Arbeit. Von Tieren, die nur zu Zucht- zwecken verwendet werden, lässt sich Entsprechendes nicht sagen. Sie können auch bei weitester Auslegung nicht unter den Begriff der Werkzeuge gezogen werden. Solche Tiere sind nur insoweit unpfändbar, als sich dies aus Ziff. 4 (oder aus der hier nicht in Betracht kommenden Ziff. 10) von Art. 92 ergibt. Hunde gehören auch seit der Revision des SchKG vom 28. September 1949, bei der Ziff. 4 eine erheblich weitere Fassung erhielt, nicht zu den nach dieser Bestimmung unpfändbaren Haustieren. Auf Art. 92 Ziff. 3 kann sich die Schuldnerin übrigens auch deshalb nicht berufen, weil beim Halten eines einzi- gen Zuchtrüden zum Zwecke, ihn gegen Entgelt auszu- leihen, die Arbeit des Halters eine so untergeordnete Rolle spielt, dass die Tätigkeit eines solchen Hunde- halters nioht als Ausübung eines Berufes, sondern nur als Nutzung eines Vermögensstüoks bezeichnet zu werden verdient. 12. Arrnt du 21 septembre 1956 dans Ia causa CueDomL Saiaie. Tierce opposition. Art. 106 et suiv. LP. Saisie d'une auto- mobile utilisoo par le debiteur et revendiquee par le titulaire du permis de circulation. Ce dernier doit etre mis au benMice de l'art. 109 LP non seulement quand il se sert egalement da l'automobile mais aussi lorsqu'il exerce en fait un certain pouvoir BUr elle. Pfändung. Wider8p1"UChsverfakren. Art. 106 ff. SchKG. Pf'ändung eines vom Schuldner benutzten, vom Titular des Fahrzeug- ausweises zu Eigentum angesprochenen Automobils. Diesem kommt die BeklagtenrolIe nach Art. 109 SchKG nicht nur dann zu, wenn auch er das Automobil benutzt; es genügt. dass er über das Fahrzeug eine gewisse tatsächliche Gewalt ausübt. Pignoramento. Procedura di rivendicazione. Art. 106 sgg. LEF. Pignoramento di un'automobile utilizzata dal debitore e
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rivendicata dal titolare dalla licenza di circolazione. Quest'ul. timo dev'esser posto al beneficio delI'art. 109 LEF non solo se si serve anche lui den'automobile, ma anche se esercita di fatto un certo potere sulla medesima. Le 20 mars 1950, l'Office des poursuites de Lausanne a saisi au prejudice d'Henri Muller une automobile qui a eta revendiquee par dame Muller, femme du debiteur. Cette revendioation ayant ete contestee par Maurice Cuenoud, l'un des creanciers participant a. Ia saisie, 1'Office, par Iettre du 15 avril 1950, a imparti a. dame Muller le delai prevu par l'art. 107 LP. Dame Muller, qui s'etait absent6e de Suisse du 15 au 30 avril et avait demande a. 1'Adminis- tration des postes de conserver son courrier jusqu'a. son retour, s'est adressee a. l'Autorite de surveillance le 9 mai 1950 en concluant a. ce que l'Office des poursuites ffit invite a. proceder selon l'art. 109 LP. Elle alleguait que l'auto- mobile, garee dans Ia cour de la maison ou se trouvait l'appartement occupe par elle et son mari et dont le bau etait d'ailleurs en son nom, etait en sa possession et qu'elle etait titulaire du permis da circulation. Elle produisait une declaration de l'Administration des postes selon laquelle l'avis de l'Office avait ete retire le 4 mai 1950. L'Office des poursuites a oonclu a. l'admission da la plainte, en confirmant les explications fournies par 1a plaignante et en relevant en outre que les epoux Muller travaillaient ensemble, s'occupant de representations com- merciales. Par decision du 17 mai 1950, l'Autorite inferieure de surveillance a admis la plainte et invite l'Office a. appliquer l'art. 109 LP. Sur recours de Cuenoud, l'Autorite superieure de sur- veillance a confirme la d60ision de l' Autorite inferieure. Cuenoud a reoouru contre la decision de 1'Autorite supe- rieure en concluant a. ce que l'Office fllt inviM a. impartir Ie delai d'ouverture d'action a. Ja revendiquante. La Chambre des poursuites et des faillites a rejate le recoUrB.