Art. 92 Ziff. 5 SchKG; provision ad litem für eine Ehefrau im Scheidungs- oder Trennungsprozess; Unpfändbarkeit aus der Natur des Anspruchs. Die Zweckbestimmung einer dem Ehegatten zur Prozessführung zugesprochenen Prozesskostenvorschussforderung schliesst die Pfändbarkeit aus, auch wenn sie nicht unter Art. 92 Ziff. 5 SchKG fällt. Massgebend ist, dass die Realisierung durch Dritte die bestimmungsgemässe Verwendung vereiteln und die Rechtsverteidigung ernstlich beeinträchtigen würde. Die allfällige Zession des Anspruchs ändert an dessen Unpfändbarkeit nichts, da Zessionsfähigkeit und Zwangsvollstreckungszugriff nicht notwendig zusammenfallen. Zuständig bleibt die Betreibungsbehörde; Fragen der materiellen Abtretbarkeit sind davon zu unterscheiden.
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 22. Entschädigung für Körperverletzung oder Gesundheits- störung betrachtet werden. Das vom Schuldner geäufnete Sparguthaben fällt daher nicht unter diese Bestimmung. Die Invalidenpensionen für die versicherten Kassen- mitglieder, welche die Vorinstanz zum Vergleich heran- zieht, unterscheiden sich von den in 46 Abs. 1 zugunsten der austretenden Spareinleger vorgesehenen Leistungen dadurch, dass die einem invaliden Versicherten zuerkannte Pension (solange dieser das Rücktrittsalter nicht erreicht hat) weder ganz noch zum Teil eine Leistung darstellt, die der Versicherte unter allen Umständen erhalten hätte. Dass bei der Anwendung von Art. 92 Ziff. 10 .SchKG das von einem invalid gewordenen Spareinleger geäufnete Guthaben anders behandelt wird als eine wegen Invalidität ausgerichtete Pension, wird daher durch die Verschieden- heit der Verhältnisse gerechtfertigt. 3. -Der Umstand, dass das vom Schuldner geäufnete Sparguthaben nicht unter Art. 92 Ziff. 10 SchKG fällt, hat nicht ohne weiteres zur Folge, dass es ohne Beschrän- kung gepfändet werden kann. Es kommt zwar nicht etwa in Frage, einen Teil dieses Guthabens gemäss Art. 92 Ziff. 5 als unpfändbar zu erklären ; denn das vom Staat geäufnete Sparguthaben, das gemäss Art. 92 Ziff. 10 freizugeben ist, gestattet dem Schuldner, die für zwei Monate nötigen Nahrungs-und Feuerungsmittel anzuschaffen (vgl. BGE 73 III 58 f., 77 III 155). Dagegen fällt in Betracht, dass das vom Schuldner geäufnete Sparguthaben von Lohnabzügen herrührt, sodass Art. 93 SchKG darauf anzuwenden ist (BGE 53 III 76, 60 III 228 Erw. 2, 63 III 78). Dieses Gut- haben darf also nur soweit gepfändet werden, als es nicht zur Fristung der Existenz des Schuldners und seiner Familie unumgänglich notwendig ist. Bei Beurteilung der Frage, wieweit der Schuldner des Guthabens zu diesem Zwecke bedürfe, rechtfertigt es sich, die Bedürfnisse während der ganzen vom Schuldner noch zu erwartenden Lebensdauer zu berücksichtigen, zumal da er in vorge- rücktem Alter steht und wenn nicht erwerbsunfähig, so Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 23.
doch in seiner Erwerbsfähigkeit beschränkt ist (vgl. BGE 63 III 78/79, wo bereits angedeutet wurde, dass an der in BGE 53 III 77 vorgesehenen Beschränkung auf zwei Monate jedenfalls bei Verhältnissen wie den vorliegenden nicht festgehalten werden könne). Anderseits ist abzu- schätzen, wieweit dem Schuldner, der mit Bezug auf seinen bisherigen Beruf invalid geworden ist, noch eine Erwerbs- tätigkeit zugemutet werden kann und was er damit wird verdienen können .. Wenn dieser Verdienst zusammen mit dem Einkommen, das er sich durch Verwendung der Ge- samtabfindung zum Erwerb einer lebenslänglichen Rente verschaffen könnte, das Existenzminimum nicht deckt, so ist nach Art. 93 SchKG das von ihm geäufnete Spargut- haben unpfändbar. Dieses Guthaben kann nur gepfändet werden, wenn und soweit der Betrag der Gesamtabfindung zusammen mit dem Barwert des mutmasslichen künftigen Verdienstes den Barwert der künftigen Bedürfnisse des Schuldners und seiner Familie übersteigt. Die Schätzungen, welche die Vorinstanz hienach vorzunehmen und ihrer neuen Entscheidung zugrunde zu legen hat, werfen ohne Zweifel heikle Tat-und Ermessensfragen auf, doch müs- sen derartige Schätzungen ja auch in andern Zusammen- hängen öfters vorgenommen werden. Demnach erkennt die Schuldbetr.-u. Konkurskammer: Der Rekurs wird dahin gutgeheissen, dass der ange- fochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 23. Arret du 9 juillet 1952 dans la cause dame Roullet-Pleeard. La provision ad litem allouee a la femme plaidant en divorce ou en separation de Corps est totalement insaisissable de par sa nature. Der einer Ehefrau zur Führung eines Scheidungs-oder Trennungs- prozesses zuerkannte Kostenvorschuss ist seiner Natur nach gänzlich unpfändbar.
112 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 23. La provvigione ad litem accordata alla moglie in istanza di divorzio 0 di separazione e integralmente impignorabile a motivo della sua natura. Dans une poursuite dirigee par Dame Alice Roullet- Piccard, avocate a Geneve, contre Dame Marcoux, en payement d'une note d'honoraires, l'O:ffice des poursuites de Geneve a saisi en mains de Sieur Marcoux, mari de la debitrice, une creance du montant de 750 fr. due par Sieur Marcoux a la debitrice a titre de provision ad litem selon am% de la Cour de Justice du 18 mars 1952. Sur plainte de Dame Marcoux, l'Autorite de surveillance des Offices de poursuite pour dettes et de faillite du Cantori de Geneve a declare ladite creance insaisissable. Dame Roullet-Piccard a recouru a la Chambre des pour- suites et des faillites du Tribunal fäderal en concluant au maintien de la saisie. Le recours a ete rejete. Motifs: C'est a tort sans doute que l'autorite cantonale de sur- veillance a considere la creance de la debitrice contre son mari comme insaisissable en vertu de l'art. 92 eh. 5 LP. Cette disposition ne concerne en effet que les denrees alimentaires et le combustible necessaires au debiteur et a sa famille pour les deux mois consecutifs a la saisie ou l'argent liquide ou les creances indispensables pour les acquerir, et l'on ne saurait evidemment assimiler les frais d'un proces aux depenses que necessiterait l'achat des marchandises visees par l'art. 92 eh. 5. La creance en ques- tion n'en doit pas moins etre declaree insaisissable de par sa nature. II s'agit en effet d'une creance qui a ete expresse- ment reconnue a la debitrice pour lui fournir l'assistance necessaire a la defense de ses droits dans le proces en sepa- ration de corps qu'elle soutient contre son mari, et ce serait la detourner de cette destination, autrement dit rendre cette defense impossible ou tout au moins la compromettre gra- Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 24. 113' vement, que d'en autoriser la realisation au profit d'un tiers. C'est en vain que la recourante objecte que, cette creance etant cessible, eile serait par le fait meme saisis- sable. Tout d'abord, il n'est pas certain qu'une creance de cette nature soit reellement susceptible d'etre cedee, et le serait-elle que cela n'entrafnerait pas necessairement sa saisissabilite. Ainsi que le releve avec raison 0SER-ScHÖ- NENBERGER (art. 165 CO, note 6, page 723 , la cession de droit civil (cession qui aura lieu en regle generale contre une prestation equivalente et en tout cas de par la volonte du cedant) peut se justifier et etre consideree comme licite, alors que l'expropriation forcee du meme droit, sans contre- prestation, serait incompatible avec l'ordre juridique, ce qui est bien le cas en l'espece. Au surplus, la validite de la cession d'une creance peut dependre de la question de savoir si la cession aurait pour effet de modifier l'a:ffectation de la creance, point que le juge appele a statuer sur la validite de la cession aura tout naturellement a trancher prejudiciellement. Or, si l'on admettait que la question de la saisissabilite d'une creance dependit purement et simplement de celle de la cessibilite, il resterait encore a trancher tout d'abord cette seconde question, ce qui n'est pas du ressort des autorites de pour- suite. 24. Arret du 26 juin 1952 dans la cause Berdoz contre Bueher S.A. Art. 92 eh. 12 et 93 LP. Saisie de salaire au prejudice d'un debi- teur qui touche des allocations familiales. Art. 92 Z. 12 und Art. 93 SchK G. Lohnp!ändung bei einem Schuldner, der Familienzulagen bezieht. Art. 92 cifra 12 e art. 93 LEF. Pignoramento del salario di un debitore ehe percepisce delle indennita fämiliari. Dans la poursuite lancee par Bucher S.A. contre Berdoz, l'Office de Nyon a ordonne une retenue de 20 fr. par mois.