Revision inadmissible without stating a statutory ground

1F_18/2009Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung15.09.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X.__________ asked the Federal Supreme Court to revise its prior judgment of 13 May 2008, which had not entered into her appeal regarding a land reallocation draft. The court held that revision is possible only if a statutory ground under Arts. 121 ff. BGG is expressly invoked. Because the applicant merely repeated criticism of the prior legal assessment and failed to state any revision ground, the request was not entered into without exchange of briefs. The court waived costs.

Omnilex-Regeste

Art. 121 ff. BGG, Art. 127 BGG; revision of a final Federal Supreme Court judgment requires the applicant to invoke and substantiate a statutory ground for revision. Mere criticism of the legal assessment of the earlier judgment is not a revision ground and cannot be heard in revision. If no revision ground is pleaded, the court may refuse to enter into the request without exchange of written submissions. Under Art. 66 Abs. 1 BGG, costs may be waived in light of the circumstances.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1F_18/2009

Urteil vom. 15. September 2009
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Raselli, Eusebio,
Gerichtsschreiber Bopp.

Parteien
X.________, Gesuchstellerin,

gegen

BVG Tägerig, vertreten durch die Ausführungskommission,
Landwirtschaftliche Rekurskommission
des Kantons Aargau, Bahnhofstrasse 70, 5000 Aarau.

Gegenstand
Revisionsgesuch gegen das bundesgerichtliche Urteil vom 13. Mai 2008 1C_216/2008.

Erwägungen:

1.
Mit Urteil vom 13. Mai 2008 ist das Bundesgericht auf eine von X.________ in Bezug auf einen Neuzuteilungsentwurf der Bodenverbesserungsgesellschaft (BVG) Tägerig erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht eingetreten (Verfahren 1C_216/2008).
Mit Eingabe vom 11. Juni 2008 wandte sich X.________ ans Bundesgericht; sie erklärte, mit dem Urteil nicht einverstanden zu sein. In der Folge, mit Schreiben vom 18. Juni 2008, ist sie von Seiten des Bundesgerichts auf die gesetzlichen Revisionsvoraussetzungen aufmerksam gemacht worden (Art. 121 ff. BGG), dies mit dem Hinweis, ihr damaliges Schreiben könne nicht als Revisionsgesuch aufgefasst werden.
Mit Eingabe vom 3. August 2009 wendet sich X.________ abermals ans Bundesgericht. Sie übt weiterhin Kritik am Urteil vom 13. Mai 2008 und ersucht das Bundesgericht sinngemäss, das Urteil sei aufzuheben; in der Sache sei gemäss ihren Vorbringen neu zu entscheiden.

2.
Die Aufhebung oder Abänderung eines wie hier nach Art. 61 BGG in Rechtskraft erwachsenen Bundesgerichtsurteils ist nur bei Vorliegen eines Revisionsgrundes gemäss Art. 121 ff. BGG möglich.
Die Gesuchstellerin kritisiert das am 13. Mai 2008 ergangene Urteil ganz allgemein. Sie unterlässt es allerdings dabei, sich auf einen der gesetzlichen Revisionsgründe (Art. 121 ff. BGG) zu berufen, auf die sie gemäss Schreiben vom 18. Juni 2008 hingewiesen worden ist. Was sie in ihrem Revisionsgesuch vorbringt, beschränkt sich im Wesentlichen auf eine Kritik an der dem beanstandeten Urteil zugrunde liegenden rechtlichen Würdigung. Solche Kritik ist jedoch im Revisionsverfahren nicht zu hören. Die Gesuchstellerin wäre gehalten gewesen, in ihrer Eingabe einen Revisionsgrund darzulegen, was sie indes unterlassen hat. Auf ihr Gesuch ist daher ohne Schriftenwechsel (Art. 127 BGG) nicht einzutreten. Weitere Eingaben in dieser Sache, insbesondere weitere Revisionsgesuche, werden in Zukunft ohne Antwort abgelegt.

3.
Bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt es sich, für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben (s. Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach wird erkannt:

1.
Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Gesuchstellerin, der BVG Tägerig und der Landwirtschaftlichen Rekurskommission des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. September 2009
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Bopp

Schlagwörter

revisionnon-entryfinal judgmentstatutory groundcost waiverlegal criticism

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the request for revision of the final Federal Supreme Court judgment met the statutory revision requirements

Extrahierter Entscheid

No. The applicant merely criticized the earlier judgment and did not invoke any statutory ground for revision.

Extrahierte Begründung

A final Federal Supreme Court judgment may be altered only on the basis of a ground under Arts. 121 ff. BGG. Pure disagreement with the legal assessment of the prior judgment is not reviewable in revision.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged in the revision proceedings

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the court waived costs under Art. 66(1) BGG.

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