No admissibility without final cantonal decision

1P.215/2002Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung22.04.2002Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellants challenged a Zürich district prosecutor’s oral order transferring the body of a woman who had died by assisted suicide to the forensic institute for possible autopsy. The Federal Supreme Court held that the complaint was inadmissible because the order was not a final cantonal decision: it could still be challenged before the cantonal prosecutor. As a result, the request for suspensive effect was moot. The appellants were ordered to pay the federal court fee of CHF 500.

Omnilex-Regeste

Art. 86 Abs. 1 OG; admissibility of staatsrechtliche Beschwerde only against final cantonal decisions. A first-instance order of a district prosecutor that is open to cantonal recourse does not satisfy the exhaustion/finality requirement, even if the reviewing authority’s future handling is uncertain. Where the Federal Supreme Court does not enter into the merits for lack of admissibility, an ancillary request for suspensive effect becomes moot. Costs follow the outcome pursuant to Art. 156 Abs. 1 OG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1P.215/2002 /sta

Urteil vom 22. April 2002
I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Bundesrichter Nay, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Aeschlimann, Féraud,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

  • X.________,
    Y.________,
    Z.________,
    Beschwerdeführer, alle vertreten durch Rechtsanwalt Ludwig A. Minelli, Hans Roelli-Strasse 14, Postfach 10, 8127 Forch,

gegen

Bezirksanwaltschaft Zürich, Badenerstrasse 90, Postfach, 8026 Zürich.

aussergewöhnlicher Todesfall; Obduktion

(Staatsrechtliche Beschwerde gegen die Verfügung der Bezirksanwaltschaft Zürich vom 19. April 2002)

Das Bundesgericht hat in Erwägung,
dass die Bezirksanwaltschaft Zürich am 19. April 2002 mündlich die Überführung der Leiche von X.________, die am gleichen Tag Suizid unter Freitodbegleitung des Vereins Dignitas begangen hatte, in das Rechtsmedizinische Institut der Universität Zürich zur allfälligen Obduktion verfügt hat,
dass Rechtsanwalt Minelli gegen diese erstinstanzliche Verfügung der Bezirksanwaltschaft Zürich gleichentags namens der Verstorbenen und deren Söhne staatsrechtliche Beschwerde mit dem Antrag eingereicht hat, es sei den Behörden des Kantons Zürich die Durchführung der Obduktion einstweilen zu untersagen,
dass offen bleiben kann, ob auf die Beschwerde bereits nicht eingetreten werden kann, weil die Obduktion noch nicht angeordnet, sondern gemäss der Darstellung der Beschwerdeführer lediglich in Aussicht gestellt wurde (Beschwerde S. 4 oben),
dass gemäss Art. 86 Abs. 1 OG die staatsrechtliche Beschwerde nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig ist,
dass eine erstinstanzliche Verfügung der Bezirksanwaltschaft Zürich mit Rekurs bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich angefochten werden kann,
dass entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift offen ist, wie die Staatsanwaltschaft ein solches Rechtsmittel materiell behandeln würde,
dass somit mangels eines letztinstanzlichen kantonalen Entscheids im Sinne von Art. 86 Abs. 1 OG auf die vorliegende Beschwerde nicht eingetreten werden kann,
dass mit dem Entscheid in der Sache selbst das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos geworden ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen haben (Art. 156 Abs. 1 OG),

im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:

1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern und der Bezirksanwaltschaft Zürich schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 22. April 2002
Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

admissibilityfinal decisionconstitutional complaintautopsyassisted suicidecantonal remedysuspensive effectcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was admissible without a final cantonal decision.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because no final cantonal decision existed; the district prosecutor's first-instance order was still subject to a cantonal remedy before the cantonal prosecutor.

Extrahierte Begründung

Under Art. 86(1) OG, constitutional complaints lie only against final cantonal decisions. A first-instance order by the district prosecutor could be challenged by recourse to the cantonal prosecutor, and it was irrelevant that the complaint speculated about how that remedy would be treated.

Kernrechtsfrage

Whether the request for suspensive effect should be granted.

Extrahierter Entscheid

The request became moot once the complaint was not entered upon.

Extrahierte Begründung

Because the Court declined to enter into the merits, the interim request no longer had an independent object.

Kernrechtsfrage

Who must bear the federal court costs.

Extrahierter Entscheid

The appellants had to bear the costs.

Extrahierte Begründung

Costs followed the outcome of the proceedings under Art. 156(1) OG.

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