Unappealable interim decision on zoning plan appeal

1P.336/2001Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung25.09.2001Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dismissed the constitutional complaint without entering into the merits. It held that the cantonal decision concerned a zoning plan that had not yet received the required approval from the competent directorate, so the decision was only an intermediate step in the planning process. Such a decision is generally not challengeable by constitutional complaint because it does not create an irreparable disadvantage. The complainant was ordered to pay the court fee and compensate the private respondent.

Omnilex-Regeste

Art. 84 OG, Art. 87 Abs. 2 OG; a cantonal appeal decision concerning a zoning plan before the required approval of the competent authority is an interim step in the planning procedure and not a final decision. Such a decision is not open to staatsrechtliche Beschwerde unless, exceptionally, it causes an irreparable disadvantage. The mere fact that the plan has not yet entered into force excludes final legal effect. Costs follow the outcome: the unsuccessful complainant bears the court fee and owes party compensation under Art. 156 and Art. 159 OG.

Gesamter Gesetzestext

[AZA 0/2]
1P.336/2001/bmt

I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG


  1. September 2001

Es wirken mit: Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger,
Präsident der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter
Nay, Bundesrichter Aeschlimann und Gerichtsschreiber Störi.

In Sachen
W.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Urs Peter Zelger, Alter Postplatz 2, Postfach, 6371 Stans,

gegen
Einfache Gesellschaft B.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Joseph Iten, Seestrasse 40, 6052 Hergiswil, Politische Gemeinde Stans, vertreten durch den Gemeinderat, Baudirektion des Kantons Nidwalden, Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung,

betreffend
Art. 9 und 29 BV (Gestaltungsplan "Hansmatt"), hat sich ergeben:

A.- Am 19. Juni 1997 reichte G.________ dem Gemeinderat Stans den Gestaltungsplan Hansmatt, Parzelle Nr. 390, GB Stans, zur Behandlung und Bewilligung ein. Am 18. Juli 1997 liess der Gemeinderat Stans diesen im Amtsblatt öffentlich auflegen.

Am 14. August 1997 erhob W.________ Einsprache, wobei er unter anderem beantragte, den Gestaltungsplan nur unter der Auflage zu genehmigen, dass:

"1.1. die Ein- und Ausfahrt der geplanten Tiefgaragen,
die Gebäudesektoren A1,A2,B1,B2,D,C,E1
und E2 sowie die oberirdischen Besucher-Parkplätze
via Hansmatt(-strasse) u n d Fronhofstrasse
erschlossen werden;

1.2.eine genügende Einspurstrecke von Stansstad in
die Hansmatt(-strasse) erstellt und die Einspurstrecke
von Stans her ausgebaut wird; "

Am 21. September 1998 hiess der Gemeinderat Stans die Einsprache von W.________ teilweise gut, lehnte sie jedoch in Bezug auf die Ziff. 1.1. und 1.2 ab bzw. trat darauf mangels Zuständigkeit nicht ein. Im Übrigen bewilligte er den Gestaltungsplan Hansmatt unter Bedingungen und Auflagen.
Die Baudirektion des Kantons Nidwalden wies die Beschwerde W.________s gegen diesen Entscheid am 17. August 1999 ab.

Das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden wies die Verwaltungsgerichtsbeschwerde W.________s gegen den Entscheid der Baudirektion am 13. November 2000 ab.
B.- Mit staatsrechtlicher Beschwerde wegen Verletzung von Art. 9 und Art. 29 BV beantragt W.________, das verwaltungsgerichtliche Urteil aufzuheben.

C.- Die Gemeinde Stans und das Verwaltungsgericht verzichten auf Vernehmlassung. Die Einfache Gesellschaft B.________ beantragt mit eingehender Begründung, die Beschwerde abzuweisen.

D.- Auf Anfrage des Instruktionsrichters hin teilt die Baudirektion mit, der Gestaltungsplan Hansmatt sei noch nicht genehmigt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.- Nach Art. 84 Abs. 1 OG kann gegen kantonale Erlasse und Verfügungen (Entscheide) staatsrechtliche Beschwerde erhoben werden. Ein solcher anfechtbarer Hoheitsakt liegt vor, wenn dadurch die Rechtsstellung des Bürgers in verbindlicher Weise festgelegt wird.

Der vorliegend umstrittene Gestaltungsplan Hansmatt ist ein Nutzungsplan (Art. 12 Ziff. 2 des Nidwaldner Baugesetzes vom 24. April 1988; BG), welcher der Genehmigung durch die zuständige Direktion bedarf (Art. 28 Abs. 2 BG) und mit dieser Genehmigung in Kraft tritt (Art. 100 Abs. 4 BG; Art. 26 Abs. 1 und 3 RPG). Diese liegt noch nicht vor.
Rechtsmittelentscheide über Nutzungspläne, die, wie der angefochtene, vor deren Genehmigung ergingen, sind keine Endentscheide im Sinne von Art. 84 Abs. 1 OG, sondern lediglich Schritte auf dem Weg zur rechtsverbindlichen Festsetzung des Nutzungsplanes und damit Zwischenentscheide. Von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, die sich aus den Besonderheiten der kantonalen Rechtsmittelordnung bzw.
unterschiedlichen Auffassungen der kantonalen Rechtsmittel- und Genehmigungsinstanzen darüber ergeben können, bewirken sie für die Betroffenen keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 87 Abs. 2 OG und sind daher mit staatsrechtlicher Beschwerde nicht anfechtbar (Entscheid des Bundesgerichts vom 22. November 2000 in ZBl 102/2001 S. 383 zu einem Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts vom 11. Februar 1999 in ZBl 100/1999 S. 491; BGE 120 Ia 19 E. 2a; 118 Ia 165 E. 2a). Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten.

2.- Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Kosten (Art. 156 Abs. 1 OG). Ausserdem hat er die privaten Beschwerdegegnerschaft für das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entschädigen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:

1.- Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.- Der Beschwerdeführer hat der Einfachen Gesellschaft B.________ für das bundesgerichtliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 500.-- zu bezahlen.
4.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Politischen Gemeinde Stans, der Baudirektion und dem Verwaltungsgericht (Verwaltungsabteilung) des Kantons Nidwalden schriftlich mitgeteilt.

______________
Lausanne, 25. September 2001

Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

planning lawzoning planinterim decisioninadmissibilityirreparable harmconstitutional complaintcourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint against the cantonal appeal decision on an unapproved zoning plan is admissible.

Extrahierter Entscheid

The complaint is inadmissible because the challenged decision concerns only an intermediate step toward final approval of the zoning plan and does not cause irreparable harm.

Extrahierte Begründung

A cantonal appeal decision on a land-use plan before the required approval is not a final decision under Art. 84(1) OG. It is merely part of the process leading to a legally effective plan. Absent special exceptions, it cannot be challenged by constitutional complaint because no irreparable disadvantage under Art. 87(2) OG is shown.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs and party compensation after dismissal for inadmissibility.

Extrahierter Entscheid

The complainant must bear the federal court fee and pay compensation to the private respondent.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the proceedings; the unsuccessful complainant bears the fee and must compensate the prevailing private party.

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