Non-entry on revision and interpretation request

1P.539/2001Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung29.08.2001Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court treated the applicant’s renewed request as a formal petition for revision or, alternatively, clarification of its earlier judgment in the voting-rights dispute over Bühler’s ‘Türmlihaus’. It held that the filing did not invoke any revision ground under Arts. 136 or 137 OG and thus failed to satisfy Art. 140 OG. Construed as a clarification request, it was also inadmissible because it targeted the court’s reasoning rather than the dispositive part. The Court therefore declined to enter into the matter and imposed the CHF 500 court fee on the applicant’s lawyer.

Omnilex-Regeste

Art. 136, 137, 140 OG; revision of a Federal Supreme Court judgment and admissibility of a clarification request. A revision petition must invoke, at least in substance, one of the statutory revision grounds; absent such allegations, the court cannot enter into the matter. A request for clarification is admissible only to the extent that it relates to the dispositive part of the judgment, not to criticism of the reasoning. If a revision/clarification filing is inadmissible, costs may exceptionally be charged to counsel under Art. 156 Abs. 6 OG in view of the circumstances.

Gesamter Gesetzestext

[AZA 0/2]
1P.539/2001/bmt

I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG


  1. August 2001

Es wirken mit: Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger,
Präsident der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter
Féraud, Bundesrichter Catenazzi und Gerichtsschreiber Steinmann.

In Sachen
E._________, Gesuchsteller, vertreten durch Rechtsanwalt W.________,

gegen
Gemeinderat Bühler, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Eugen Auer, Marktplatz 4, St. Gallen, Regierungsrat des Kantons Appenzell A.Rh.,Verwaltungsgericht von Appenzell A.Rh., II. Abteilung,

betreffend
Revision des bundesgerichtlichen Urteils
1P.355/2001 vom 25. Juni 2001,
wird in Erwägung gezogen:

1.- Im Zusammenhang mit der Frage einer Nutzung des "Türmlihauses" in Bühler als Gemeindehaus erhob E.________ wegen einer vor einer Volksabstimmung aufgestellten Werbetafel bei den kantonalen Behörden und schliesslich beim Bundesgericht Stimmrechtsbeschwerden. Das Bundesgericht hat die Beschwerde am 25. Juni 2001 abgewiesen, soweit darauf einzutreten war (Verfahren 1P.355/2001).

In der Folge ersuchte der Rechtsvertreter von E.________ am 16. Juli 2001 um kostenlose Überarbeitung des bundesgerichtlichen Urteils. Mit Brief vom 6. August 2001 teilte das Bundesgericht dem Rechtsvertreter im Auftrag des Präsidenten der I. öffentlichrechtlichen Abteilung mit, dass bundesgerichtliche Urteile mit Ausfällung rechtskräftig werden, ausserhalb eines Revisionsverfahrens auf rechtskräftige Urteile nicht zurückgekommen werden könne und eine Überarbeitung im gewünschten Sinne ausser Betracht falle.

Mit einer weitern Eingabe vom 20. August 2001 ersuchte der Rechtsvertreter erneut um Berichtigung des Bundesgerichtsurteils vom 25. Juni 2001. Am 27. August 2001 liess E.________ dem Bundesgericht Kopien eines Schriftenwechsels seines Rechtsvertreters mit demjenigen der Gemeinde Bühler sowie einer Verfügung des Kantonsgerichts-Präsidiums zukommen.

2.- Es ist dem Rechtsvertreter von E.________ bereits mitgeteilt worden, dass ausserhalb eines Revisionsverfahrens keine Berichtigung bundesgerichtlicher Urteile möglich ist.
Das erneute Ersuchen um Überarbeitung ist daher als förmliches Gesuch um Revision bzw. als allfälliges Erläuterungsgesuch entgegenzunehmen. Dies rechtfertigt sich auch deshalb, weil der Rechtsvertreter E.________s in einem Schreiben vom 15. August 2001 gegenüber dem Rechtsanwalt der Gemeinde Bühler die Angelegenheit beim Bundesgericht als hängig bezeichnete.

Der Gesuchsteller macht in seiner Eingabe vom 20. August 2001 weder ausdrücklich noch sinngemäss einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 136 oder Art. 137 OG geltend.
Das Revisionsgesuch genügt damit den Anforderungen von Art. 140 OG nicht, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann.

Auch als Erläuterungsgesuch verstanden, kann der Eingabe kein Erfolg beschieden sein. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Erläuterungsgesuche nur zulässig, soweit sie sich auf das Dispositiv beziehen. Das trifft im vorliegenden Fall nicht zu, da im Wesentlichen einzelne Erwägungen kritisiert werden.

3.- Daher ist auf das Revisions- und Erläuterungsgesuch nicht einzutreten. In Anbetracht der Umstände rechtfertigt es sich, die bundesgerichtlichen Kosten dem Rechtsvertreter des Gesuchstellers aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 6 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.- Auf das Revisions- und Erläuterungsgesuch wird nicht eingetreten.

2.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird Rechtsanwalt lic. iur. W.________ auferlegt.
3.- Dieses Urteil wird dem Gesuchsteller, dem Gemeinderat Bühler sowie dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht (II. Abteilung) des Kantons Appenzell A.Rh. schriftlich mitgeteilt.

______________
Lausanne, 29. August 2001

Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

revisionclarificationnon-entryadmissibilitycourt costsvoting rights

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the request met the requirements for revision under the Federal Judiciary Act.

Extrahierter Entscheid

No cognizable ground for revision was invoked, so the request could not be considered.

Extrahierte Begründung

The applicant did not expressly or implicitly assert any revision ground within the meaning of Arts. 136 or 137 OG; therefore the formal requirements of Art. 140 OG were not satisfied.

Kernrechtsfrage

Whether the filing could be treated as a request for clarification/interpretation of the prior judgment.

Extrahierter Entscheid

No; the filing was not directed at the dispositive part of the judgment but mainly criticized individual reasons.

Extrahierte Begründung

Under settled case law, clarification requests are admissible only insofar as they concern the dispositive portion; that condition was not met here.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs.

Extrahierter Entscheid

The court fee was imposed on the applicant's counsel in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

Because the request was not admissible and the procedural conduct justified a costs sanction, costs were charged to the representative under Art. 156(6) OG.

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