Inadmissibility for insufficient reasoning in tax appeal

2C_393/2010Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung21.05.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The company appealed a Bern cantonal tax case after the Tax Appeals Commission had not entered into the matter because the required cost advance was not paid even after the deadline. The Administrative Court dismissed the complaint insofar as it entered into it. Before the Federal Supreme Court, the company argued mainly that it had had no business activity and no financial means. The Court held that this did not address the decisive reasoning of the lower judgment and did not show any violation of federal law. The appeal was therefore inadmissible in summary procedure, and court costs of CHF 400 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements of substantiated reasoning in complaints to the Federal Supreme Court. The appeal must set out, in concise form, why the challenged decision violates federal law and must deal with the decisive considerations of the previous instance. A merely factual repetition or general reference to lacking financial means does not satisfy this duty. If the pleading manifestly fails to address the essential grounds of the cantonal judgment, the court may refuse to enter into the matter in summary procedure under Art. 108 BGG. Court costs are allocated according to the outcome.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_393/2010

Urteil vom 21. Mai 2010
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________ GmbH, handelnd durch Y.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern.

Gegenstand
Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2007; Nichteintreten infolge Nichtleistens des Kostenvorschusses,

Beschwerde gegen das Urteil vom 6. April 2010 des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern.

Erwägungen:

1.
Die Steuerrekurskommission des Kantons Bern trat mit Entscheid ihres Präsidenten vom 24. Februar 2010 auf einen Rekurs und eine Beschwerde der X.________ GmbH betreffend Staats- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2007 nicht ein, weil diese den Kostenvorschuss auch innert der ihr angesetzten Nachfrist nicht bezahlt hatte. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern wies die gegen diese Nichteintretensentscheide erhobene Beschwerde mit Urteil des Einzelrichters vom 6. April 2010 ab, soweit es darauf eintrat. Die Kosten des Verfahrens vor Verwaltungsgericht auferlegte es der X.________ GmbH. Dagegen erhob diese am 7. Mai 2010 Beschwerde ans Bundesgericht. Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.
Gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG haben Rechtsschriften die Begehren und deren Begründung zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Begründung muss sachbezogen sein, d.h. der Beschwerdeführer muss sich mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzen.
Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil dargelegt, dass einer juristischen Person die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden könne, weshalb der Hinweis auf fehlende finanzielle Mittel unerheblich sei und jedenfalls das Nichtreagieren innert richterlich angesetzter Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses nicht zu entschuldigen vermöge. Die Beschwerdeführerin begründet ihr Rechtsbegehren, das Urteil sei unter Verzicht auf Steuern, Kosten, Busse, Gebühren und Verfahrenskosten aufzuheben, damit, dass in der Firma seit 2002 keine Geschäftsaktivitäten erfolgt und 2007 (und auch heute) keine finanziellen Mittel vorhanden gewesen seien, weshalb die Voraussetzungen zur Leistung von Steuern, Kosten, Busse, Gebühren, Kostenvorschuss und Verfahrenskosten fehlten. Mit diesen Ausführungen wird auch nicht im Ansatz dargetan, inwiefern das Verwaltungsgericht schweizerisches Recht (Art. 95 BGG) verletzt haben könnte. Es fehlt mithin offensichtlich an einer hinreichenden Beschwerdebegründung (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), sodass auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten ist.
Die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) sind dem Verfahrensausgang entsprechend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 6 Abs. 1 erster Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 400.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern und der Eidgenössischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Mai 2010
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Feller

Schlagwörter

tax appealcost advanceinadmissibilityinsufficient reasoningsummary procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court appeal met the reasoning requirements under Art. 42 and 108 BGG

Extrahierter Entscheid

The appeal did not engage with the decisive reasoning of the cantonal judgment and therefore lacked sufficient substantiation.

Extrahierte Begründung

The appellant only repeated that it had no business activity and no financial means, but did not explain how the lower court allegedly violated federal law; the pleading was thus manifestly insufficient.

Kernrechtsfrage

Allocation of federal court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the appellant in accordance with the outcome.

Extrahierte Begründung

Costs follow the result of the proceedings.

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