Complaint dismissed for insufficient reasoning

4A_275/2008Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung09.06.2008Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged the Ticino appellate court's refusal to grant legal aid in an ongoing civil debt-discharge dispute. The Federal Supreme Court held that the complaint did not satisfy the statutory reasoning requirements because it failed to identify, with reference to the cantonal decision, which rights had been violated and did not properly develop any constitutional complaints. It therefore did not enter into the complaint. The request for suspensive effect became moot, and no court costs were levied.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements for the admissibility of a federal complaint. The appellant must, in light of the challenged decision, specifically indicate which rights were violated and how. General or merely implicit criticism is insufficient. Alleged violations of constitutional rights are examined only if expressly invoked and substantiated. Failing such reasoning, the complaint is not entered into. If the main remedy is inadmissible, requests for provisional measures become moot; costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG in appropriate circumstances.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_275/2008 /len

Urteil vom 9. Juni 2008
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Corboz, Präsident,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

X.________ SA,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch avvocato dott. Carlo Postizzi.

Gegenstand
Domanda di gratuito patrocinio,

Beschwerde gegen die sentenza der Seconda Camera civile del Tribunale d'appello del Cantone Ticino
vom 29. April 2008.

In Erwägung,
dass vor der Pretura des Bezirks Lugano ein Zivilprozess zwischen dem Beschwerdeführer als Aberkennungskläger und der Beschwerdegegnerin als Aberkennungsbeklagte hängig ist;
dass der Pretore mit Entscheid vom 9. April 2008 das Gesuch des Beschwerdeführers um Beiordnung eines unentgeltlichen Beistandes wegen Aussichtslosigkeit der Aberkennungsklage abwies;
dass der Beschwerdeführer am 17. April 2008 mit einer in deutscher Sprache verfassten Eingabe an das Appellationsgericht des Kantons Tessin gelangte;
dass das Appellationsgericht mit Entscheid vom 29. April 2008 die Berufung des Beschwerdeführers abwies, soweit es darauf eintrat;
dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine in deutscher Sprache verfasste, vom 3. Juni 2008 datierte Eingabe einreichte, aus der abgeleitet werden kann, dass er den Entscheid des Appellationsgerichts vom 29. April 2008 mit Beschwerde beim Bundesgericht anfechten will;
dass gemäss Art. 54 Abs. 1 BGG das bundesgerichtliche Verfahren in der Regel in der Sprache des angefochtenen Urteils geführt wird;
dass im vorliegenden Fall von dieser Regel abzuweichen ist und das Urteil des Bundesgerichts in deutscher Sprache ergeht, weil der Beschwerdeführer lediglich über beschränkte Kenntnisse der italienischen Sprache verfügt, wie seine Eingaben im kantonalen und im bundesgerichtlichen Verfahren zeigen;
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Grundrechte oder kantonaler verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. Juni 2008 diesen Begründungsanforderungen offensichtlich nicht genügt, weshalb auf seine Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);
dass mit dem Entscheid in der Sache das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos wird;
dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Seconda Camera civile del Tribunale d'appello del Cantone Ticino schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 9. Juni 2008
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Corboz Huguenin

Schlagwörter

legal aidinadmissibilityreasoning requirementsconstitutional complaintcourt costssuspensive effect

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal complaint met the reasoning requirements for admissibility.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not sufficiently explain, with reference to the challenged decision, which rights were violated and did not raise and substantiate any constitutional grievances as required.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42(2) BGG the appellant must engage with the reasons of the cantonal decision, and under Art. 106(2) BGG constitutional grievances are examined only if expressly invoked and argued. The submission plainly failed to meet these standards.

Kernrechtsfrage

Whether interim relief was still to be decided.

Extrahierter Entscheid

The request for suspensive effect became moot once the complaint was not entered into.

Extrahierte Begründung

Because the main proceeding was terminated by the non-entry decision, no separate interim measure remained pending.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion to waive costs under Art. 66(1) BGG.

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