Non-entry for insufficiently reasoned appeal

4A_428/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung10.09.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A claimant challenged a cantonal non-entry decision after his damages action was struck out for failure to cure defects. The Federal Supreme Court held that his filing did not satisfy the duty to reason a complaint by engaging with the cantonal reasoning and by specifically alleging and substantiating rights violations. The complaint was therefore not entered into. The court exceptionally waived costs and denied the respondent any party compensation because no recoverable expense had been incurred.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and Art. 106 Abs. 2 BGG; requirements for reasoning of a complaint to the Federal Supreme Court: the appellant must, with reference to the reasons of the challenged decision, show in a substantiated manner which rights were violated; mere general criticism is insufficient. Constitutional rights are examined only if expressly invoked and specifically reasoned. Failure to comply results in non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Court costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG; no party compensation is due where the respondent has incurred no expense under Art. 68 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_428/2012

Urteil vom 10. September 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

X.________ Versicherungen AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichteintreten,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 28. Juni 2012.
Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8. März 2012 beim Bezirksgericht Winterthur eine Schadenersatzklage gegen die Beschwerdegegnerin einreichte;
das das Bezirksgericht das Verfahren mit Beschluss vom 15. Mai 2012 abschrieb, weil der Kläger seine mangelhafte Klage trotz Aufforderung nicht verbessert hatte;
dass das Obergericht des Kantons Zürich auf eine vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Berufung mit Beschluss vom 28. Juni 2012 mangels ausreichender Begründung des Rechtsmittels nicht eintrat;
dass der Beschwerdeführer dagegen mit Eingabe vom 12. Juli 2012 beim Bundesgericht Beschwerde erhob;
dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und detailliert begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Eingabe des Beschwerdeführers diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügt, indem darin keine hinreichend begründete Rügen erhoben werden, in denen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids dargelegt würde, welche Rechte die Vorinstanz mit ihrem Entscheid verletzt haben soll, sondern im Wesentlichen bloss allgemeine Kritik am Rechtssystem und am Staatswesen der Schweiz geübt wird;
dass somit auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist;
dass ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);
dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand entstanden ist (Art. 68 Abs. 1 BGG);
im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. September 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Schlagwörter

non-entryinsufficient reasoningappeal admissibilitycourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint to the Federal Supreme Court was sufficiently reasoned under Art. 42 Abs. 1 and Art. 106 Abs. 2 BGG.

Extrahierter Entscheid

No. The filing contained no adequately reasoned challenge to the cantonal decision and mainly voiced general criticism of the Swiss legal and state system.

Extrahierte Begründung

A federal complaint must, by reference to the reasoning of the challenged decision, explain which rights were violated. Constitutional rights are reviewed only if expressly invoked and specifically substantiated. That standard was not met.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged in the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

Exceptionally no court costs were imposed.

Extrahierte Begründung

The court dispensed with costs under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the respondent was entitled to party compensation.

Extrahierter Entscheid

No party compensation was awarded because the respondent incurred no expense in the federal proceedings.

Extrahierte Begründung

Without recoverable effort in the federal case, no compensation is due under Art. 68 Abs. 1 BGG.

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