Non-entry for insufficiently reasoned constitutional complaint

4D_114/2010Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung09.12.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The tenant challenged a cantonal judgment upholding termination of the lease and ordering eviction from premises in the Baden station building. The Federal Supreme Court treated the filing as a complaint, but found that it did not raise any sufficiently reasoned constitutional objections against the cantonal decision. It therefore declined to enter into the matter. In view of the circumstances, no court costs were charged and no party compensation was awarded to SBB.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; admissibility of a constitutional complaint before the Federal Supreme Court: the pleading must, with reference to the reasons of the challenged decision, set out specifically which constitutional rights were violated and how. Bare assertions, general dissatisfaction, or proposals for an amicable settlement do not satisfy the qualified reasoning requirement. If the complaint is manifestly unreasoned, the court may issue a non-entry decision in simplified procedure. Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG, and party compensation is denied where the respondent incurred no compensable expense (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_114/2010

Urteil vom 9. Dezember 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Bundesbahnen SBB,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ausweisung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
4. Kammer, vom 1. September 2010.
Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass der Präsident I des Bezirksgerichts Baden mit Entscheid vom 6. Mai 2010 feststellte, das Mietverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin über die im Erdgeschoss des Bahnhofgebäudes X.________, Y.________strasse, gelegene ehemalige Schalterhalle sowie Gepäck- und Büroräumlichkeiten, sei per Ende Februar 2010 rechtmässig aufgelöst worden und die Ausweisung zulässig, und dass der Beschwerdeführer gleichzeitig verpflichtet wurde, das Mietobjekt innert 8 Tagen nach Rechtskraft des Entscheids zu räumen und in ordnungsgemässem Zustand zu verlassen;
dass das Obergericht des Kantons Aargau eine vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde am 1. September 2010 abwies;
dass der Beschwerdeführer sich mit Eingabe vom 19. Oktober 2010 gegen den Entscheid des Obergerichts an das Bundesgericht wandte;
dass die Eingabe vom Bundesgericht als Beschwerde entgegengenommen werden kann, wenn auch der Beschwerdeführer darin nicht eindeutig erklärt, den Obergerichtsentscheid anfechten zu wollen;
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die vorliegende Beschwerde offensichtlich keine Rügen gegen den vorinstanzlichen Entscheid enthält, die diesen Anforderungen genügen würden, und sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen darauf beschränkt, an die Adresse der Gegenpartei vorzuschlagen, die Angelegenheit "am grünen Tisch" zu lösen;
dass somit auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);
dass ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);
dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand entstanden ist (Art. 68 Abs. 1 BGG);
im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Dezember 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Widmer

Schlagwörter

evictionlease terminationconstitutional complaintadmissibilityreasoning requirementnon-entrycourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not contain specific objections meeting the statutory reasoning requirements and therefore could not be examined on the merits.

Extrahierte Begründung

A federal remedy must identify, by reference to the challenged decision, which constitutional rights were violated and must substantiate those complaints. The submission contained no such arguments and mainly proposed an out-of-court settlement.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed exceptionally.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion under the Federal Supreme Court Act to waive costs in this case.

Kernrechtsfrage

Whether the respondent was entitled to party compensation

Extrahierter Entscheid

No compensation was awarded because the respondent incurred no expenses in the federal proceedings.

Extrahierte Begründung

Without recoverable procedural effort by the respondent, an award of party compensation was not justified.

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