Non-entry on insufficiently reasoned constitutional complaint

4D_53/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung05.06.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The complainant challenged the cantonal dismissal of her request for free legal aid. The Federal Court held that the constitutional complaint was inadmissible because it did not specifically and sufficiently contest the decisive reasoning of the cantonal judgment, but only made general allegations against various Zurich authorities. The court therefore entered no merits review. Exceptionally, no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirement of substantiated reasoning in constitutional complaints. A complaint must, by reference to the contested decision, state which rights were violated and why; mere general criticism or unspecific accusations do not suffice. The Federal Court examines constitutional violations only insofar as they are expressly raised and duly reasoned. Failure to address the decisive cantonal considerations results in non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_53/2012

Urteil vom 5. Juni 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Obergericht des Kantons Zürich,
Präsident der Zivilabteilung,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
unentgeltliche Rechtspflege,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des
Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer,
vom 16. April 2012.
Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass das Friedensrichteramt der Stadt Zürich ein von der Beschwerdeführerin im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens gegen die X.________ gestelltes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege am 20. Dezember 2011 an den Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich weiterleitete und dieser das Gesuch mit Urteil vom 10. Januar 2012 abwies;
dass das Obergericht des Kantons Zürich eine von der Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde mit Urteil vom 16. April 2012 abwies, da darin keinerlei konkrete Rügen gegen die Gesuchsabweisung erhoben worden seien, wobei eine nachträgliche Begründung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege sowie von der Beschwerdeführerin im obergerichtlichen Verfahren neu gestellte Anträge wegen des Novenverbots gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO nicht zu beachten seien;
dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid beim Bundesgericht mit Eingabe vom 19. Mai 2012 Beschwerde erhob;
dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und detailliert begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Eingabe vom 19. Mai 2012 diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügt, indem die Beschwerdeführerin darin keine rechtsgenügend begründeten Rügen gegen den angefochtenen Entscheid erhebt, in denen sie sich hinreichend mit den entscheidwesentlichen Ausführungen der Vorinstanz auseinandersetzen würde, sondern bloss allgemein gehaltene Vorwürfe gegen verschiedene Behörden des Kantons Zürich erhebt;
dass somit auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist;
dass ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. Juni 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Schlagwörter

legal aidconstitutional complaintreasoned appealnon-entrynoven bancourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was sufficiently reasoned to be examined by the Federal Court.

Extrahierter Entscheid

The complaint did not meet the statutory reasoning requirements because it failed to specifically address the cantonal court's decisive reasoning and only raised general accusations against various authorities.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42(1) BGG and Art. 106(2) BGG, alleged violations of constitutional rights must be expressly invoked and detailed; this was not done.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged despite non-entry.

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged exceptionally.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion to waive costs under Art. 66(1) second sentence BGG.

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