Non-entry for insufficient constitutional reasoning in eviction appeal

4D_8/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung11.02.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The tenants challenged a Zurich eviction order before the Federal Supreme Court after losing in the cantonal instances. The Court held that the direct challenge to the district court order was inadmissible because it was not a cantonal final decision, and that no civil-law appeal was available because the value in dispute threshold was not reached and no fundamental legal question was shown. Treated as a subsidiary constitutional complaint, the filing failed to meet the specific reasoning requirements, since the appellants did not explain in a comprehensible way which constitutional rights the cantonal courts had violated. The Court therefore did not enter into the matter, waived costs, and the request for suspensive effect became moot.

Omnilex-Regeste

Art. 75 Abs. 1, Art. 74 Abs. 1 lit. a, Art. 74 Abs. 2 lit. a, Art. 116, Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 und Art. 117 BGG; requirements for admissibility and reasoning of a subsidiary constitutional complaint. A party may challenge only a cantonal final decision before the Federal Supreme Court; a first-instance decision is not directly reviewable. Where the amount in dispute does not reach the statutory minimum and no fundamental legal question is shown, a civil appeal is excluded and the submission is to be treated as a subsidiary constitutional complaint. Such a complaint may invoke only constitutional rights and must, with reference to the cantonal reasoning, set out in a specific and comprehensible manner which constitutional guarantees were allegedly violated; mere citation of constitutional provisions is insufficient. Failure to comply with these pleading requirements leads to non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_8/2009 /len

Urteil vom 11. Februar 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.C.________,
B.C.________,
Beschwerdeführer,

gegen

D.________,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ausweisung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss
des Obergerichts des Kantons Zürich
vom 30. September 2008.

In Erwägung,
dass der Einzelrichter des Bezirksgerichts Zürich den Beschwerdeführern auf Gesuch der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 6. August 2008 befahl, die gemieteten Räumlichkeiten (4-Zimmerwohnung im 3. OG, links) in der Liegenschaft E.________ unverzüglich zu räumen und der Beschwerdegegnerin zu übergeben, unter der Androhung von Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall;
dass das Obergericht des Kantons Zürich den von den Beschwerdeführern gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs mit Beschluss vom 30. September 2008 abwies und die erstinstanzliche Verfügung bestätigte;
dass das Kassationsgericht des Kantons Zürich die gegen den Beschluss des Obergerichts eingereichte Nichtigkeitsbeschwerde der Beschwerdeführer mit Zirkulationsbeschluss vom 9. Dezember 2008 abwies, soweit es darauf eintrat;
dass die Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 15. Januar 2009 datierte Eingabe einreichten, aus der abgeleitet werden kann, dass sie die Entscheide des Obergerichts und des Kassationsgerichts des Kantons Zürich mit Beschwerde anfechten wollen;
dass auf die Beschwerde von vornherein nicht einzutreten ist, soweit auch die Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichts Zürich vom 6. August 2008 kritisiert wird, da es sich bei dieser Verfügung nicht um einen kantonal letztinstanzlichen Entscheid im Sinne von Art. 75 Abs. 1 BGG handelt;
dass die Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG nicht erhoben werden kann, weil der erforderliche Mindeststreitwert von Fr. 15'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG) nicht erreicht wird und sich keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellt;
dass die Eingabe der Beschwerdeführer unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne der Art. 113 ff. BGG behandelt werden muss;
dass mit einer solchen Beschwerde ausschliesslich die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);
dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch die kantonalen Gerichte verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen der angefochtenen Entscheide zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);
dass die Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift zwar verschiedene Bestimmungen der Bundesverfassung erwähnen, jedoch nicht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des Obergerichts oder des Kassationsgerichts auf verständliche Weise darlegen, inwiefern diese Gerichte die angerufenen Bestimmungen verletzt haben sollen;
dass die Eingabe der Beschwerdeführer vom 15. Januar 2009 die erwähnten Begründungsanforderungen somit nicht erfüllt, weshalb auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann;
dass mit dem Entscheid in der Sache das von den Beschwerdeführern gestellte Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos wird;
dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 BGG), womit das Gesuch um Befreiung von diesen Kosten gegenstandslos wird;

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kassationsgericht des Kantons Zürich und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. Februar 2009
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

evictionconstitutional complaintadmissibilityamount in disputereasoning requirementnon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the district court eviction order was admissible before the Federal Supreme Court

Extrahierter Entscheid

The district court order could not be challenged directly because it was not a final cantonal decision.

Extrahierte Begründung

Only cantonal last-instance decisions are reviewable; criticism of the first-instance order was therefore inadmissible.

Kernrechtsfrage

Whether the filing could be treated as a civil-law appeal

Extrahierter Entscheid

No civil-law appeal was available because the dispute value threshold was not met and no legal question of fundamental importance arose.

Extrahierte Begründung

The minimum amount in dispute under the BGG was below CHF 15,000 and the appellants did not show a fundamental legal question.

Kernrechtsfrage

Whether the submission met the reasoning requirements for a subsidiary constitutional complaint

Extrahierter Entscheid

No; the appellants did not sufficiently identify and substantiate any violation of constitutional rights.

Extrahierte Begründung

Constitutional complaints require specific, reasoned reference to the challenged cantonal reasoning and the violated constitutional rights; mere citation of constitutional provisions is insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether the request for suspensive effect remained pending

Extrahierter Entscheid

It became moot once the complaint was not entered into.

Extrahierte Begründung

The request depended on the merits proceeding and fell away with the non-entry decision.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the Federal Supreme Court waived costs; the fee-waiver request became moot.

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