Lack of standing to appeal a non-entry decision

6B_359/2007Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung12.08.2007Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a cantonal non-entry decision in a fraud matter before the Federal Supreme Court. The Court held that he lacked standing under Art. 81 BGG because he was only an injured party and not a private prosecutor, victim, or criminal complainant with a legally protected interest. It therefore did not enter into the criminal appeal under Art. 108 BGG. The request for free legal aid was rejected as hopeless, and court costs of CHF 800 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 81 BGG; standing to appeal in criminal matters against a non-entry decision requires status as private prosecutor, victim or criminal complainant within the meaning of the statute and a legally protected interest in the annulment or modification of the challenged decision; mere injured-party status is insufficient (consid. 1). Where standing is lacking, the Federal Supreme Court does not enter the matter under Art. 108 BGG. A request for free legal aid must be refused if the appeal is manifestly without prospects of success; costs are charged to the unsuccessful appellant under Art. 66 Abs. 1 BGG (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_359/2007 /hum

Urteil vom 12. August 2007
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Willisegger.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Postfach 7475, 3001 Bern.

Gegenstand
Nichteintretensbeschluss (Betrug),

Beschwerde in Strafsachen gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Anklagekammer, vom 20. Juni 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer reichte am 9. Dezember 2005 Strafanzeige wegen Betrugs ein. Das Untersuchungsrichteramt I Berner Jura-Seeland und der zuständige Prokurator der Staatsanwaltschaft traten auf die Anzeige nicht ein. Der Beschwerdeführer erhob dagegen Rekurs und Beschwerde ans Obergericht des Kantons Bern, welches mit Beschluss vom 20. Juni 2007 das erstgenannte Rechtsmittel abwies und auf das zweite nicht eintrat.

Der Beschwerdeführer gelangt mit einer als "Verfassungsbeschwerde" bezeichneten Eingabe ans Bundesgericht und macht geltend, der Betrugstatbestand sei erfüllt. Die Legitimationsvoraussetzungen der Beschwerde in Strafsachen, welche als einziges Rechtsmittel hier in Frage kommt, ergeben sich aus Art. 81 BGG. Da der Beschwerdeführer weder Privatstrafkläger noch Opfer oder Strafantragsteller im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 - 6 BGG ist, und er - namentlich als Geschädigter (BGE 6B_12/2007 vom 5. Juli 2007) - kein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat, ist er zur Beschwerde nicht legitimiert. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.
2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Generalprokurator des Kantons Bern und dem Obergericht des Kantons Bern, Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 12. August 2007
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

standinginadmissibilitynon-entry decisionlegal aidcourt costsinjured partyfraud complaint

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complainant had standing to file a criminal law appeal against the cantonal non-entry decision

Extrahierter Entscheid

He lacked standing because he was neither a private prosecutor, victim, nor criminal complainant within Art. 81 BGG and had no legally protected interest.

Extrahierte Begründung

The Court held that being merely an injured party does not suffice for standing; therefore the complaint was inadmissible under the summary procedure of Art. 108 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

No, because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

As the appeal was inadmissible for lack of standing, the request for free legal aid had to be denied as manifestly hopeless.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the appellant.

Extrahierte Begründung

Costs follow the unsuccessful attempt to challenge the decision.

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