Cannabis conviction upheld; legal aid denied

6B_515/2012Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung30.10.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dismissed the defendant's complaint against a Basel-Stadt appellate judgment upholding a fine for repeated narcotics offences. He had cultivated 36 hemp plants with THC above 0.3%, along with marijuana and a joint, and argued that the plants were industrial hemp, not narcotics. The Court held that under the law applicable in 2010 the cultivation was punishable because the THC threshold was exceeded and the hemp was intended for narcotic consumption; the later 1% THC rule would not help him either. Legal aid was refused as the appeal lacked prospects, and CHF 800 in costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 2 BetmG a.F.; Anhang 1 BetmV; THC-Grenzwert für strafbaren Hanfanbau; Art. 64 und 66 BGG: Hanfanbau ist nach altem Recht strafbar, wenn der THC-Gehalt 0.3 % übersteigt und der Anbau der Gewinnung bzw. dem Konsum von Betäubungsmitteln dient. Nach der seit 1. Juli 2011 geltenden Regelung sind Cannabisprodukte mit mindestens 1 % THC verbotene Betäubungsmittel. Eine Beschwerde mit offensichtlich fehlenden Erfolgsaussichten rechtfertigt keine unentgeltliche Rechtspflege; die Gerichtskosten werden der unterliegenden Partei unter Berücksichtigung ihrer finanziellen Lage auferlegt.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_515/2012

Urteil vom 30. Oktober 2012
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Schöbi,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X._________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, Postfach, 4001 Basel,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mehrfache Übertretung des BG über die Betäubungsmittel,

Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Ausschuss, vom 5. Juni 2012.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
In der Wohnung bzw. auf dem Balkon von X._________ wurden am 16. September 2010 36 Hanfpflanzen mit einem THC-Gehalt von 2,9 %, zehn Gramm Marihuana, ein angerauchter Joint sowie ein Zelt zum Trocknen von Pflanzen ("Home-Box") sichergestellt. X._________ gab an, er verwende die Pflanzen als Bade- und Teezusatz, habe aber auch schon Haschisch und Marihuana geraucht.

Der Strafgerichtspräsident Basel-Stadt büsste X._________ am 19. August 2011 wegen mehrfacher Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel (BetmG) mit Fr. 300.--. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt bestätigte das Urteil am 5. Juni 2012.

X._________ wendet sich mit Beschwerde ans Bundesgericht und beantragt sinngemäss einen Freispruch.

2.
Der Beschwerdeführer bestreitet vor Bundesgericht den Anbau der Hanfpflanzen und seinen gelegentlichen Konsum von Haschisch und Marihuana nicht. Er macht nur geltend, bei dem bei ihm beschlagnahmten Hanf handle es sich nicht um Betäubungsmittel im Sinne des Gesetzes. Es sei Industriehanf mit einem Gehalt von unter 3 % THC. Cannabis beginne demgegenüber erst bei einem THC-Gehalt von 5 %.
Gemäss der im Jahre 2010 geltenden Fassung des BetmG und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dazu, von der abzuweichen kein Anlass besteht, war der Anbau von Hanf strafbar, wenn dessen THC-Gehalt 0,3 % überstieg und der Anbau der Gewinnung von Betäubungsmitteln diente (BGE 126 IV 198 E. 1; letztmals bestätigt in BGE 137 IV 352 E. 2.4.1). Nach den Feststellungen der kantonalen Richter baute der Beschwerdeführer den Hanf an, um ihn als Betäubungsmittel zu konsumieren. Da der THC-Gehalt deutlich über 0,3 % lag, ist der Schuldspruch nicht zu beanstanden.

Nach der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen Fassung des BetmG gelten im Übrigen alle Cannabisprodukte mit einem THC-Gehalt von mindestens 1 % als verbotene Betäubungsmittel (Anhang 1 der Betäubungsmittelverordnung vom 30. Mai 2011; SR 812.121.11). Auch nach dem neuen Recht hätte sich der Beschwerdeführer somit strafbar gemacht.

Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehen aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 66 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Ausschuss, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 30. Oktober 2012

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Mathys

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

Schlagwörter

cannabisTHC thresholdnarcotics lawlegal aidcourt costsappeal dismissal

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the seized hemp constituted prohibited narcotics under the applicable THC threshold

Extrahierter Entscheid

Yes. Under the law applicable in 2010, hemp was punishable when the THC content exceeded 0.3% and cultivation served the production or consumption of narcotics; the seized hemp clearly exceeded that threshold.

Extrahierte Begründung

The appellant did not dispute cultivation or occasional consumption. The cantonal findings established that he grew the hemp for use as a narcotic. The THC content was far above 0.3%, so the conviction was unobjectionable. The Court added that the later law, in force from 1 July 2011, would also criminalize such cannabis products at 1% THC or more.

Kernrechtsfrage

Whether the request for legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

No. The appeal had no prospects of success, so legal aid was refused.

Extrahierte Begründung

Because the complaint was manifestly unfounded, the requirements of Art. 64 BGG were not met.

Kernrechtsfrage

How the court costs should be allocated

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the federal court costs, which were set at CHF 800, taking account of his financial situation.

Extrahierte Begründung

As the appeal failed, costs were imposed on the appellant under Art. 66 BGG; his financial situation was considered in fixing the amount.

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