Inadmissibility of victim's criminal appeal for lack of standing

6B_552/2007Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung12.10.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the complainant, as an injured party who was not a victim within the meaning of the Victim Assistance Act, lacked standing to challenge the cantonal refusal to open proceedings for alleged embezzlement. Her allegations of formal denial of justice were dismissed as merely appellatory and insufficiently reasoned. The court therefore did not enter into the criminal appeal, refused legal aid because the case was hopeless, and imposed a reduced court fee of CHF 500 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 108, Art. 64 and Art. 66 BGG; standing of an injured person in criminal matters. An injured party who is not a victim within the meaning of the Victim Assistance Act is, as a rule, not entitled to bring a criminal appeal. Allegations of formal denial of justice must satisfy the specific reasoning requirements of Art. 106 para. 2 BGG; purely appellatory criticism is insufficient. Where the appeal is manifestly inadmissible and thus hopeless, legal aid must be refused. Court costs may be reduced under Art. 65 para. 2 BGG to take account of the appellant's financial circumstances (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_552/2007 /hum

Urteil vom 12. Oktober 2007
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Nichteintretensverfügung (Veruntreuung),

Beschwerde in Strafsachen gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, Einzelrichter für Zivil- und Strafsachen, vom 12. Juli 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass auf eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf Veruntreuung nicht eingetreten und ein dagegen gerichteter Rekurs im angefochtenen Entscheid abgewiesen wurden.

Nach der Rechtsprechung ist die Beschwerdeführerin als Geschädigte, die nicht Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes ist, zur Beschwerde in Strafsachen grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 6B_12/2007 vom 5. Juli 2007, E. 2). Die Beschwerdeführerin macht zwar geltend, ihre Interessen seien unter anderem auch durch formelle Rechtsverweigerung verletzt worden (Beschwerde S. 5 E. 3.2). Insoweit erschöpfen sich ihre Ausführungen indessen in weitschweifiger und appellatorischer Kritik (Beschwerde S. 5 - 29), die den Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht genügt. So stellen z.B. die Mitgliedschaft in einer Partei und der Umstand, dass ein Richter nicht im Sinne des Betroffenen entschieden hat (Beschwerde S. 25/26), für sich allein von vornherein keine Ablehnungsgründe dar.

Was die Rechtsmittelbelehrung betrifft (Beschwerde S. 3 Ziff. 1), hat die Vorinstanz ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die Beschwerdelegitimation nach den massgeblichen Bestimmungen des BGG richtet. Es wäre folglich an der Beschwerdeführerin gewesen, ihre Legitimation zu überprüfen. Davon, dass das Bundesgericht in dieser Frage seine Praxis geändert hätte (Beschwerde S. 4 Ziff. 2.2), kann nicht die Rede sein. Es hat im Gegenteil seine frühere Praxis, wonach der Geschädigte grundsätzlich zur Beschwerde nicht legitimiert ist, ausdrücklich auch für das BGG bestätigt (BGE 6B_12/2007 vom 5. Juli 2007). Dass das Bundesgericht insoweit einer in der Literatur geäusserten Ansicht (Beschwerde S. 5 Ziff. 3.1) nicht gefolgt ist, ist seit Monaten bekannt. Dies hätte die Beschwerdeführerin folglich wissen können.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen (s. oben E. 1 Abs. 3). Der finanziellen Lage der Beschwerdeführerin ist durch eine herabgesetzte Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und dem Bezirksgericht Zürich, Einzelrichteramt für Zivil- und Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 12. Oktober 2007
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

standinginadmissibilitycriminal complaintlegal aidcourt costsformal denial of justice

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the injured complainant had standing to file a criminal appeal in federal court

Extrahierter Entscheid

As a merely injured person, not an OHG victim, the complainant lacked standing; the appeal could not be examined.

Extrahierte Begründung

The court relied on its case law that injured persons who are not victims under the Victim Assistance Act are generally not entitled to bring a criminal appeal. The assertions of formal denial of justice were only appellatory and did not meet the reasoning requirements of Art. 106 para. 2 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the complainant's request for legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

Legal aid was refused because the appeal had no prospect of success.

Extrahierte Begründung

Since the appeal was inadmissible, the legal remedies were plainly hopeless within the meaning of Art. 64 BGG.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the complainant, reduced to reflect her financial situation.

Extrahierte Begründung

Costs follow the losing party, but the fee was lowered due to the appellant's financial circumstances.

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