Federal appeal not entered under Art. 108 BGG

6B_558/2014Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung04.07.2014Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant sought to set aside the cantonal criminal judgment and obtain acquittal. The Federal Supreme Court held that the conviction for disobedience to official orders, already final since 28 September 2010, could not be reviewed again. The complaints about party compensation and confiscation/destruction were not sufficiently reasoned under the Federal Supreme Court Act. The Court therefore did not enter into the appeal under Art. 108 BGG and charged the appellant with CHF 800 in costs.

Omnilex-Regeste

Art. 108 BGG; insufficient reasoning of a federal criminal appeal; a final conviction cannot be reviewed anew in later appeal proceedings, and a complaint must specifically address the challenged findings and legal grounds. Where the appellant merely asserts unlawfulness without demonstrating a cognizable violation of federal law or manifestly incorrect fact-finding, the appeal is inadmissible. Under Art. 66 Abs. 1 BGG, court costs are borne by the unsuccessful party.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}

6B_558/2014

Urteil vom 4. Juli 2014

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Solothurn,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn, Strafkammer, vom 22. April 2014.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.

Das Obergericht des Kantons Solothurn stellte am 22. April 2014 fest, der Schuldspruch des Amtsgerichtspräsidenten von Solothurn-Lebern vom 28. September 2010 betreffend den Beschwerdeführer wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen sei in Rechtskraft erwachsen. Das Gericht verurteilte den Beschwerdeführer zu einer Busse von Fr. 6'000.-- bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von 24 Tagen. Anstelle der Busse ordnete es 96 Stunden gemeinnützige Arbeit an. Bei deren Nichtleistung wurde die Busse für vollstreckbar erklärt. Verschiedene Gegenstände wurden eingezogen, und das Obergericht ordnete an, sie seien durch die Polizei zu vernichten bzw. den Berechtigten freizugeben. Einer Gesellschaft in den USA wurde eine Parteientschädigung von Fr. 10'760.-- zugesprochen, die je zur Hälfte dem Beschwerdeführer und einer Mittäterin auferlegt wurde, unter solidarischer Haftung beider für das Ganze.

Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, das Urteil vom 22. April 2014 sei aufzuheben und er von Schuld und Strafe freizusprechen.

2.

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anklageprinzips (Beschwerde S. 1-3 lit. A). Indessen ist der Schuldspruch gemäss Entscheid des Amtsgerichtspräsidenten vom 28. September 2010 rechtskräftig (vgl. angefochtenes Urteil S. 11/12 E. II). Daran vermag der Umstand, dass am 29. Oktober 2013 in Bezug auf andere Vorhalte ein Freispruch erging, nichts zu ändern. Der rechtskräftige Schuldspruch kann nicht mehr geprüft werden.

3.

Der Beschwerdeführer bemängelt die einer Gesellschaft zugesprochene Parteientschädigung (Beschwerde S. 3 lit. B). Die Vorinstanz führt aus, insoweit liege ein rechtsgültiger Antrag vor (Urteil S. 14 E. 2). Inwieweit diese Feststellung offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG sein könnte, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Im Übrigen ist daraus auch nicht ersichtlich, was die Gutheissung eines durch einen dritten Angeschuldigten eingereichten Rechtsmittels mit der Verpflichtung des Bescherdeführers und einer Mittäterin, jemandem eine Parteientschädigung zu bezahlen, zu tun haben könnte.

4.

Der Beschwerdeführer rügt die Einziehung und Vernichtung von Gegenständen und Unterlagen (Beschwerde S. 3 lit. C). Zwar trifft es zu, dass diese Massnahme noch nicht Gegenstand des Entscheids vom 28. September 2010 war (vgl. angefochtenes Urteil S. 6). Indessen ergibt sich aus der Beschwerde nicht, inwieweit eine später angeordnete Einziehung und Vernichtung "unzulässig" sein bzw. gegen das Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen könnte.

5.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Juli 2014

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Mathys

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

Schlagwörter

inadmissibilityreasoned appealfinal judgmentconfiscationparty compensationcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal could challenge the final conviction for disobedience to official orders.

Extrahierter Entscheid

The final conviction could no longer be reviewed because the underlying judgment of 28 September 2010 was final.

Extrahierte Begründung

A conviction that has entered into force is beyond review; a later acquittal on other allegations does not affect its finality.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint regarding the awarded party compensation was sufficiently reasoned.

Extrahierter Entscheid

The complaint did not show any manifest error in the cantonal court's finding that a valid request existed.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to explain why the factual finding would be obviously incorrect under Art. 97(1) BGG or why another accused's appeal would affect the compensation order.

Kernrechtsfrage

Whether the challenge to confiscation and destruction of objects disclosed a reviewable federal-law violation.

Extrahierter Entscheid

No cognizable violation was shown.

Extrahierte Begründung

The complaint did not explain why a later confiscation and destruction order would be unlawful under Art. 95 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal should be entered under Art. 108 BGG.

Extrahierter Entscheid

The appeal was not entered because it was insufficiently reasoned.

Extrahierte Begründung

The submissions did not meet the requirements for a federal appeal.

Kernrechtsfrage

Court costs.

Extrahierter Entscheid

Costs were imposed on the appellant.

Extrahierte Begründung

The appellant lost the proceedings.

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