Non-entry on criminal-start appeal and recusal request

6B_619/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung29.07.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court, acting through its president in summary procedure, did not enter into the appellant’s challenge to the Zurich Administrative Court’s sentence-commencement decision. It also refused to entertain a recusal request against a Federal Supreme Court judge and clerk, holding that prior participation in another case is not a recusal ground. The request for suspensive effect became moot. Legal aid was denied because the appeal was hopeless, and court costs of CHF 800 were imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 34 Abs. 2 BGG; Art. 64, 65 Abs. 2, 66 Abs. 1 and 108 BGG; recusal and non-entry in summary procedure. Mere participation of a Federal Supreme Court judge or clerk in earlier proceedings does not constitute a ground for recusal. Appeals that fail to meet the Federal Supreme Court’s substantiation requirements, or that are manifestly abusive, may be declared non-admissible in summary procedure under Art. 108 BGG. A recusal motion that is plainly dilatory may likewise be left unentered. Where the appeal is hopeless, legal aid must be refused. If the main matter is decided, a request for suspensive effect becomes moot (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_619/2010

Urteil vom 29. Juli 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, Feldstrasse 42, 8090 Zürich,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Strafantritt,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 3. Abteilung, Einzelrichter, vom 7. Juni 2010.
Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Mitwirkung in einem früheren Verfahren des Bundesgerichts bildet für sich allein keinen Ausstandsgrund (Art. 34 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdeführer ist offenbar mit der früheren Tätigkeit eines "einseitig begabten¨ Bundesrichters und eines Gerichtsschreibers am Bundesgericht nicht zufrieden, denen er eine falsche Interpretation und eine falsche Anwendung des Rechts vorwirft (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. 23). Auf dieses Ausstandsbegehren ist nicht einzutreten.

2.
Es kann zur Hauptsache auf das im Urteil 6B_227/2010 vom 11. März 2010 betreffend Strafantritt Gesagte und insbesondere auf dessen E. 4 und 6 zu den Begründungsanforderungen einer Beschwerde ans Bundesgericht verwiesen werden. Zu E. 5 ist zu ergänzen, dass das Ausstandsbegehren gegen den Verwaltungsrichter, der den angefochtenen Entscheid gefällt hat, und gegen die mitwirkende Gerichtssekretärin offensichtlich trölerisch ist (vgl. Anträge 4 und 20). Weiter ist zu ergänzen, dass der Hinweis auf das Verbot des Schuldverhafts (Beschwerde S. 5) an der Sache vorbei geht, da es vorliegend nicht um einen Schuldverhaft geht (angefochtener Entscheid S. 12 E. 4.4). Im Übrigen sagt der Beschwerdeführer selber, dass er auf die "pseudojuristische Rabulistik" der Vorinstanz nicht eingehe (Beschwerde S. 8 Ziff. 21). Auf eine derartige Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos geworden.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehen aussichtslos erschienen. Infolge der rechtsmissbräuchlichen Art der Prozessführung kommt eine Herabsetzung der Gerichtsgebühr nicht in Betracht (Art. 65 Abs. 2 BGG).
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf das Ausstandsbegehren gegen einen Bundesrichter und einen Gerichtsschreiber am Bundesgericht wird nicht eingetreten.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 3. Abteilung, Einzelrichter, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Juli 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre C. Monn

Schlagwörter

recusalnon-entrylegal aidcourt costssummary proceduresentence commencementabusive litigation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the recusal request against a Federal Supreme Court judge and clerk should be entertained

Extrahierter Entscheid

The request was not entertained because mere prior participation in another Federal Supreme Court case is not a ground for recusal.

Extrahierte Begründung

Art. 34(2) BGG excludes recusal based solely on participation in earlier proceedings; the stated objections were therefore insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the sentence-commencement decision met the admissibility and reasoning requirements

Extrahierter Entscheid

The appeal was not entertained.

Extrahierte Begründung

The submissions failed to satisfy the Federal Supreme Court's reasoning requirements and were treated as manifestly abusive; therefore non-entry under Art. 108 BGG was warranted.

Kernrechtsfrage

Whether the request for suspensive effect remained pending

Extrahierter Entscheid

It became moot once the decision on the merits was issued.

Extrahierte Begründung

A ruling on the appeal disposed of the need for interim suspensive effect.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to legal aid

Extrahierter Entscheid

Legal aid was denied because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Under Art. 64 BGG, futile proceedings do not justify free legal assistance.

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