Criminal appeal inadmissible for insufficient reasoning

6B_71/2011Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung24.02.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court treated the appellant’s filing as a criminal law appeal but held that it was largely inadmissible. It could not entertain requests for criminal investigation or complaints, and no hearing was necessary. The challenge was confined to the cantonal judgment of 3 November 2010. Because the appellant failed to meet the strict reasoning requirements and did not substantiate any violation of federal or constitutional law, the Court declined to enter into the merits. Free legal aid was refused as the appeal had no prospects of success, and court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 78 ff., Art. 42 Abs. 2, Art. 58, Art. 64, Art. 66 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 108 BGG; an appeal must be confined to an admissible object and must meet the federal reasoning requirements. Mere assertions, blanket accusations and unsubstantiated allegations of arbitrariness or denial of rights do not suffice. The Federal Supreme Court does not act as a criminal complaints or investigative authority. Where the appeal is manifestly lacking in prospects of success, legal aid is to be refused; in summary inadmissibility proceedings, a hearing is unnecessary if the case can be decided on the file.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_71/2011

Urteil vom 24. Februar 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Verletzung der Verkehrsregeln,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 3. November 2010.

Erwägungen:

1.
Die als "nationalwirksame Beschwerde" bezeichnete Eingabe des Beschwerdeführers ist als Beschwerde in Strafsachen im Sinne von Art. 78 ff. BGG entgegenzunehmen.

2.
Das Bundesgericht ist zur Entgegennahme von Strafanzeigen oder Eröffnung von Strafuntersuchungen nicht zuständig. Auf Antrag 12 ist nicht einzutreten.

3.
Eine Verhandlung ist nicht notwendig (vgl. Art. 58 BGG). Das Gesuch um eine Hauptverhandlung (vgl. Antrag 13) ist abzuweisen.

4.
Zulässiges Anfechtungsobjekt ist einzig der angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 3. November 2010 (Art. 80 Abs. 1 BGG). Soweit sich die Beschwerde gegen andere Entscheide richtet, ist darauf nicht einzutreten.

5.
Im angefochtenen Entscheid wurde der Beschwerdeführer wegen Widerhandlung gegen das SVG (Überfahren eines Rotlichts) mit einer Busse von Fr. 250.-- (Ersatzfreiheitsstrafe 2 Tage) bestraft. Die Verfahrenskosten wurden ihm auferlegt.
Was der Beschwerdeführer zur Sache vorbringt, genügt den minimalen Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Soweit er zum Beispiel in prozessualer Hinsicht vorbringt, es sei keine Hauptverhandlung vor erster Instanz durchgeführt worden, der erstinstanzliche Einzelrichter und die mitwirkende Gerichtsschreiberin hätten in den Ausstand treten müssen, und er sei im kantonalen Verfahren nicht gehörig verteidigt gewesen, ergibt sich aus seinen Ausführungen nicht ansatzweise, dass die vorinstanzlichen Erwägungen (vgl. angefochtenen Entscheid, E. 4, E. 7 und E. 8) gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 StGB verstossen könnten. Soweit er weiter behauptet, er sei einzig und allein aufgrund von "akten- und tatsachenwidrigen, vorsätzlich wiederholten Amtslügen", "ohne Täterschaft", "ohne Beweis", "ohne Zeugen" und "ohne polizeiliche Untersuchung" verurteilt worden, zeigt er ebenfalls nicht auf, dass und inwiefern der angefochtene Entscheid (vgl. E. 3) im Sinne von Art. 9 BV willkürlich sein oder gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV bzw. gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 StGB verstossen könnte. Das Gleiche gilt, soweit sich der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Kostenauflage wehrt. Er tut nicht dar, dass und inwiefern die Vorinstanz damit gegen Art. 29 Abs. 3 BV verstossen oder § 190a StPO/ZH willkürlich angewendet haben könnte. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

6.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Das Gesuch um Durchführung einer Verhandlung wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. Februar 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Arquint Hill

Schlagwörter

traffic offenceinadmissibilityreasoning requirementslegal aidcourt costsoral hearing

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the filing had to be treated as a criminal appeal under the Federal Supreme Court Act

Extrahierter Entscheid

The submission was accepted as a criminal law appeal under Art. 78 ff. BGG.

Extrahierte Begründung

Its label was not decisive; the content showed a criminal-law challenge to the cantonal judgment.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court could deal with requests to file criminal complaints or open criminal investigations

Extrahierter Entscheid

It lacked jurisdiction over such requests.

Extrahierte Begründung

The Supreme Court is not the authority for initiating criminal investigations or receiving criminal complaints.

Kernrechtsfrage

Whether a hearing before the Federal Supreme Court had to be held

Extrahierter Entscheid

No hearing was required.

Extrahierte Begründung

The matter could be decided without an oral hearing under Art. 58 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal was admissible against anything other than the cantonal judgment of 3 November 2010

Extrahierter Entscheid

Only the challenged appellate judgment was an admissible object of attack.

Extrahierte Begründung

Under Art. 80(1) BGG, only the lower-court judgment could be reviewed; challenges to other decisions were inadmissible.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal satisfied the minimal reasoning requirements

Extrahierter Entscheid

It did not.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to engage with the reasoning of the cantonal judgment and did not substantiate constitutional or federal-law violations; the complaint was therefore not entered into under Art. 108 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether free legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

It was denied because the appeal was hopeless.

Extrahierte Begründung

Given the manifest inadmissibility and lack of prospects of success, the requirements of Art. 64 BGG were not met.

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