Challenge to compulsory neuroleptic treatment dismissed

6B_999/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung09.12.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant, subject to an ambulatory treatment regime after an earlier therapeutic measure, asked the Zurich authorities to stop compulsory neuroleptic medication. The cantonal enforcement authority rejected the request, and the cantonal appeal instances upheld that decision. Before the Federal Supreme Court, the appellant again sought termination of the medication. The court held that the lower court's assessment that the medication remained necessary was convincing and that the appellant's allegations did not displace it. The complaint was dismissed insofar as it was admissible, and no court costs were charged.

Omnilex-Regeste

Art. 109 BGG; challenge to continuation of medically supervised treatment within a therapeutic measure: the Federal Supreme Court may rely on the reasoning of the cantonal judgment when dismissing a manifestly unfounded complaint. Mere unsubstantiated assertions by the appellant do not suffice to call into question a factual finding that ongoing medication remains necessary. Where the complaint is rejected in summary proceedings, the court may exceptionally waive costs.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_999/2010

Urteil vom 9. Dezember 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X._________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, Feldstrasse 42, 8090 Zürich,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Massnahme,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 3. Abteilung, Einzelrichterin, vom 16. November 2010.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich stellte am 26. Juni 1981 eine gegen den Beschwerdeführer wegen vorsätzlicher Tötung geführte Strafuntersuchung infolge Zurechnungsunfähigkeit ein und ordnete eine stationäre Massnahme an. Das Obergericht des Kantons Zürich entliess den Beschwerdeführer am 17. Dezember 1997 probeweise aus der stationären Massnahme. Es stellte ihn unter Schutzaufsicht und erteilte ihm die Weisung, sich in regelmässige ärztliche Behandlung zu begeben. Der Beschwerdeführer steht zurzeit in ambulanter Behandlung im Psychiatriezentrum Wetzikon. Er nimmt regelmässig unter Sichtkontrolle Neuroleptika ein. Am 31. Dezember 2009 bzw. 4. Mai 2010 beantragte er unter anderem, die Zwangsmedikation mit dem Neuroleptikum Clopixol sei zu stoppen. Der Sonderdienst des Justizvollzugs des Kantons Zürich wies mit Verfügung vom 1. Juli 2010 den Antrag, die psychiatrische Behandlung aufzuheben, ab. Einen dagegen gerichteten Rekurs wies die Justizdirektion des Kantons Zürich am 9. September 2010 ab. Im angefochtenen Entscheid wurde eine dagegen gerichtete kantonale Beschwerde abgewiesen.

Der Beschwerdeführer strebt mit Beschwerde beim Bundesgericht eine Beendigung der Behandlung mit Neuroleptika an. In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtenen Entscheid S. 8 - 12 E. 6). Diesen Ausführungen ist beizupflichten. Die Ausführungen des Beschwerdeführers vermögen daran nichts zu ändern. So stellt zum Beispiel das Vorbringen, es gehe nur darum, dass er keine Kinder bekomme (Beschwerde S. 1), eine reine Behauptung dar, die die vorinstanzliche Annahme, dass die Einnahme der Neuroleptika erforderlich sei, nicht zu widerlegen vermag.

Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Ausnahmsweise kann auf eine Kostenauflage verzichtet werden.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 3. Abteilung, Einzelrichterin, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Dezember 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Ch. Monn

Schlagwörter

compulsory treatmenttherapeutic measureneurolepticspsychiatric treatmentadmissibilitycost waiver

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the order to continue neuroleptic medication under the measure had to be lifted

Extrahierter Entscheid

The challenge failed; the lower court's assessment that the medication remained necessary was upheld.

Extrahierte Begründung

The Federal Supreme Court referred to the lower court's reasoning under Art. 109(3) BGG and agreed with it. The appellant's assertions did not undermine the finding that neuroleptic treatment was required.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be imposed on the appellant

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied exceptionally.

Extrahierte Begründung

The court exercised discretion to waive costs exceptionally.

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