Non-entry for insufficiently reasoned social welfare complaint

8C_349/2008Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung06.06.2008Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

G. filed a complaint to the Federal Supreme Court against a judgment of the Zurich Administrative Court in a social welfare matter and sought legal aid. The President held that the filing did not meet the requirements of Art. 42 BGG because it lacked a sufficiently case-specific and substantiated reasoning. A remedy defective in substance cannot be cured by setting a deadline; only missing annexes may be supplemented. The court therefore issued a non-entry decision in simplified proceedings, waived court costs, and considered the legal-aid request moot.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 95, 106 Abs. 2 und 108 Abs. 1 lit. b BGG: Anforderungen an die Beschwerdebegründung und Nichteintreten bei ungenügender Rügeerhebung. Die Rechtsschrift muss die beanstandeten Punkte des angefochtenen Entscheids sachbezogen und hinreichend substantiiert angreifen; bei behaupteter Verletzung kantonalen Rechts oder von Grundrechten ist eine präzise, begründete Rüge erforderlich. Fehlt eine solche Begründung offensichtlich, liegt kein gültiges Rechtsmittel vor. Eine Nachfrist dient nur der Behebung formeller Mängel, insbesondere der Nachreichung fehlender Beilagen, nicht aber der Verbesserung einer materiell ungenügenden Begründung. Bei Verzicht auf Gerichtskosten wird ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gegenstandslos.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_349/2008

Urteil vom 6. Juni 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Parteien
G.________, Beschwerdeführerin,

gegen

Gemeinde X.________, vertreten durch die Sozialbehörde,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Fürsorge,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich
vom 7. März 2008.

Nach Einsicht
in die Beschwerde vom 28. April 2008 (Poststempel) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 7. März 2008 und das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Prozessführung,
in die nach Erlass der Verfügung vom 29. April 2008 betreffend fehlende Beilagen von G.________ dem Bundesgericht am 2. Mai 2008 zugesandte Eingabe mit Nachreichung des vorinstanzlichen Entscheides,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel enthalten muss, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); die Vorbringen müssen sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (vgl. BGE 131 II 449 E. 1.3 S. 452, 123 V 335 E. 1 S. 337 f. mit weiteren Hinweisen),
dass bei der Anfechtung eines Entscheides, der sich - wie vorliegend - auf kantonales Recht stützt bzw. in dem allenfalls eine Verletzung von Grundrechten in Frage steht, die Überprüfung durch das Bundesgericht nur insofern erfolgen kann, als eine entsprechende Rüge in der Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden ist (Art. 95 und 106 Abs. 2 BGG),
dass die Eingaben der Beschwerdeführerin den vorerwähnten Anforderungen jedenfalls hinsichtlich einer sachbezogenen Begründung und den hinreichend substantiierten Rügen offensichtlich nicht genügen,
dass mithin kein gültiges Rechtsmittel vorliegt,
dass das Ansetzen einer Nachfrist zur Verbesserung der mangelhaften Rechtsschrift im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG - im Gegensatz zur Nachreichung der fehlenden Beilagen (Art. 42 Abs. 5 und 6 BGG; vgl. BGE 130 I 312 E. 1.3.1 S. 320, 123 II 359 E. 6b/bb S. 369, 118 Ib 134 E. 2, je mit Hinweis) - ausser Betracht fällt,
dass von der Erhebung von Gerichtskosten abgesehen wird, weshalb sich das sinngemässe Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos erweist,
dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist und in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, dem Bezirksrat Winterthur und dem Regierungsrat des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 6. Juni 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

social welfareinadmissibilityreasoning requirementsimplified procedurelegal aidcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint met the Federal Supreme Court's reasoning requirements

Extrahierter Entscheid

It did not; the filing lacked a sufficient, case-specific explanation showing how the challenged judgment violated the law.

Extrahierte Begründung

A legal remedy must contain requests and reasons. Where cantonal law or fundamental rights are at issue, the complaint must raise precise, substantiated grievances. The appellant's submissions were manifestly insufficient, so no valid remedy existed.

Kernrechtsfrage

Whether a time limit should be granted to cure the defective reasoning

Extrahierter Entscheid

No; only missing annexes can be supplemented, not an insufficiently reasoned pleading.

Extrahierte Begründung

The court distinguished between later filing of missing documents and curing a substantively deficient appeal, which is not allowed under Art. 42 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

The request became moot because no court costs were charged.

Extrahierte Begründung

Since the court waived costs, there was no practical need to decide the request for free legal proceedings.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint should be heard in the simplified procedure

Extrahierter Entscheid

The court decided non-entry in simplified procedure.

Extrahierte Begründung

Because the appeal was clearly inadmissible for lack of valid reasoning, the president could dispose of it summarily under Art. 108 BGG.

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