Invalidity insurance: no entitlement to vocational measures or pension

9C_29/2014Bundesgericht / III. öffentlich-rechtliche Abteilung18.02.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The claimant appealed against the Cantonal Insurance Court of Solothurn's judgment denying vocational measures and an invalidity pension. The Federal Supreme Court held that the RAD file opinion sufficiently established full work capacity in adapted employment and remained binding on review. Because no additional specific health restriction was shown, job placement was denied. Retraining was also denied, as the alleged 20% invalidity was insufficiently reasoned and wage statistics indicated no compensable loss in the relevant occupational field. The complaint was dismissed in simplified proceedings, and court costs of CHF 800 were charged to the claimant.

Omnilex-Regeste

Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG; Art. 66 Abs. 1 BGG: Beweiswert eines RAD-Aktenberichts und Voraussetzungen beruflicher Massnahmen. Eine RAD-Stellungnahme kann als zulässige Entscheidungsgrundlage dienen, wenn sie auf aktuellen medizinischen Unterlagen beruht und die Anforderungen an die Beweiskraft erfüllt; sie muss nicht mit den Auffassungen behandelnder Ärzte übereinstimmen. Eine gesundheitlich bedingte Verschlechterung begründet nicht ohne Weiteres eine verminderte Arbeitsfähigkeit. Bei feststehender Arbeitsfähigkeit setzt der Anspruch auf Arbeitsvermittlung zusätzlich eine spezifische gesundheitliche Einschränkung voraus. Der Anspruch auf Umschulung bedarf einer nachvollziehbar dargelegten invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse; fehlt es daran und sprechen statistische Vergleichslöhne gegen einen rentenbegründenden Erwerbsausfall, entfällt der Anspruch.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}

9C_29/2014

Urteil vom 18. Februar 2014

II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Kernen, Präsident,
Bundesrichterinnen Pfiffner, Glanzmann,
Gerichtsschreiberin Dormann.

Verfahrensbeteiligte
M.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Solothurn,
Allmendweg 6, 4528 Zuchwil,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 21. November 2013.

In Erwägung,
dass M.________ Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 21. November 2013betreffend den Anspruch auf berufliche Massnahmen und eine Invalidenrente erhoben hat,
dass die Vorinstanz gestützt auf die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 20. Juli 2012 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, etwa als Fernmeldespezialist, festgestellt hat,
dass die Stellungnahme des RAD als medizinisches Aktengutachten grundsätzlich eine zulässige Entscheidungsgrundlage darstellt (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95 E. 5d; Urteil 8C_199/2011 vom 9. August 2011 E. 2 mit Hinweis) und auf aktuellen medizinischen Erhebungen von behandelnden Ärzten beruht,
dass weiter die darin enthaltene Arbeitsfähigkeitsschätzung zwar nachvollziehbar sein, aber nicht auf jene anderer Ärzte gründen oder damit übereinstimmen muss,
dass schliesslich eine - im konkreten Fall berücksichtigte - Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht zwingend eine solche der Arbeitsfähigkeit nach sich zieht,
dass somit das RAD-Gutachten den - erhöhten (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470) - Anforderungen an die Beweiskraft (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352) genügt,
dass daher auch die darauf beruhende vorinstanzliche Feststellung betreffend die Arbeitsfähigkeit für das Bundesgericht verbindlich bleibt (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG),
dass es bei der gegebenen Arbeitsfähigkeit zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher Art bedarf (SVR 2010 IV Nr. 48 S. 149, 9C_416/2009 E. 2.2 und 5.2), die hier nicht vorliegt,
dass betreffend den Anspruch auf Umschulung nicht nachvollziehbar begründet wird (vgl. Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), inwiefern ein Invaliditätsgrad von 20 % vorliegen soll,
dass zudem laut Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2010 Männer im Bereich Telekommunikation im Anforderungsniveau 3 durchschnittlich einen deutlich über dem behaupteten Valideneinkommen liegenden Lohn erzielten, was bezogen auf die Tätigkeit als Fernmeldespezialist eine Invalidität und folglich einen Anspruch auf Umschulung ausschliesst,
dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist und daher im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG erledigt wird,
dass der Beschwerdeführer als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.

Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Solothurn und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 18. Februar 2014

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Kernen

Die Gerichtsschreiberin: Dormann

Schlagwörter

invalidity insurancework capacitymedical file opinionvocational measuresjob placementretrainingstatistical wagescourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the RAD medical file opinion could serve as a sufficient basis for the finding of full work capacity in adapted work.

Extrahierter Entscheid

Yes. The RAD opinion met the evidentiary requirements and the appellate court's factual finding on work capacity remained binding.

Extrahierte Begründung

The RAD assessment was based on current medical records, qualified as a permissible file-based expert opinion, and did not need to coincide with other doctors' views; a deterioration of health did not necessarily imply reduced work capacity.

Kernrechtsfrage

Whether the claimant was entitled to job placement measures.

Extrahierter Entscheid

No entitlement was shown because, despite the established work capacity, no specific health-related limitation supporting vocational placement was present.

Extrahierte Begründung

With the given work capacity, an additional specific health restriction is required for job placement, and this requirement was not met.

Kernrechtsfrage

Whether the claimant was entitled to retraining.

Extrahierter Entscheid

No entitlement was established because the claimed invalidity degree was not sufficiently substantiated and the labor-market comparison indicated no compensable invalidity for the occupation in question.

Extrahierte Begründung

The argument for a 20% invalidity degree was inadequately reasoned, and wage statistics showed earnings in telecommunications at the relevant level exceeded the asserted valid income, excluding invalidity for retraining purposes.

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