Costs after erroneous striking-off order in IV appeal

I 461/01Bundesgericht24.09.2001Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

CSS Versicherung challenged a cantonal order striking its appeal from the roll after an alleged withdrawal. The Federal Insurance Court found that the withdrawal declaration actually referred to another pending case, so the striking-off order was based on an obvious mistake and was unlawful. It annulled the cantonal order and sent the case back for a new decision on the insurer's complaint against the IV office's refusal to cover a planned cataract operation. The court also ordered court costs of CHF 500 to be paid by the Canton of Solothurn because the error stemmed from the cantonal court's admitted negligence.

Omnilex-Regeste

Art. 104 lit. a OG; erroneous striking-off of an appeal after supposed withdrawal; if the withdrawal declaration clearly relates to another proceeding, the cantonal order is unlawful and must be annulled with remand for a new decision. Court costs may, by exception, be imposed on a canton that is not party when the challenged order is manifestly based on the cantonal court's negligent mistake; the usual rule barring costs against cantons is not absolute where equity and the circumstances justify departure (consid. concerning costs).

Gesamter Gesetzestext

[AZA 7]
I 461/01 Hm

IV. Kammer

Präsident Borella, Bundesrichterin Leuzinger und Bundesrichter
Kernen; Gerichtsschreiber Arnold

Urteil vom 24. September 2001

in Sachen
CSS Versicherung, Rösslimattstrasse 40, 6005 Luzern, Beschwerdeführerin,

gegen
IV-Stelle des Kantons Solothurn, Allmendweg 6, 4528 Zuchwil, Beschwerdegegnerin,
und
Versicherungsgericht des Kantons Solothurn, Solothurn,

betreffend
A.________, 1945

In Erwägung,

dass die IV-Stelle des Kantons Solothurn mit Verfügung vom 25. April 2001 die Übernahme einer bei A.________, geb.
1945, geplanten Staroperation links als medizinische Massnahme nach Art. 12 IVG ablehnte,
dass das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn die von der CSS Versicherung in ihrer Eigenschaft als Krankenpflegeversicherer des A.________ dagegen erhobene Beschwerde gestützt auf deren Eingabe vom 7. Juni 2001 zufolge Rückzugs von der Geschäftskontrolle abschrieb (Verfügung vom 11. Juni 2001 im Prozess VSBES. 2001. 253),
dass die CSS Versicherung Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt und beantragt, die vorinstanzliche Abschreibungsverfügung sei aufzuheben,
dass der als Mitinteressierter beigeladene A.________ und das Bundesamt für Sozialversicherung keine Vernehmlassung einreichen,
dass Beschwerdegegnerin und Vorinstanz auf Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen,
dass mit Beschwerdeführerin, -gegnerin und Vorinstanz davon auszugehen ist, dass die angefochtene Verfügung versehentlich erging und insoweit bundesrechtswidrig (Art. 104 lit. a OG) ist, als sich die Rückzugserklärung der CSS Versicherung vom 7. Juni 2001 auf ein anderes, ebenfalls beim Versicherungsgericht des Kantons Solothurn hängiges Verfahren (Prozess VSBES. 2001. 256 in Sachen M.W.) bezog,
dass das Verfahren kostenpflichtig ist (Art. 134 OG e contrario),
dass die Gerichtskosten in der Regel nach Art. 156 Abs. 1 OG (in Verbindung mit Art. 135 OG) der unterliegenden Beschwerdegegnerin überbunden werden, die als Gegenpartei der obsiegenden Beschwerdeführerin grundsätzlich das Kostenrisiko trägt, auch wenn sie den vorinstanzlichen Entscheid nicht zu vertreten hat (BGE 123 V 156),
dass einem Kanton, der nicht Partei ist, regelmässig keine Gerichtskosten auferlegt werden dürfen (Art. 156 Abs. 2 OG),
dass von den dargelegten beiden Regeln abzugehen ist und die Gerichtskosten vom Kanton Solothurn zu tragen sind, weil die angefochtene Abschreibungsverfügung offenkundig und eingestandenermassen auf einem fahrlässigen Versehen des kantonalen Gerichts beruht,
erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird
die Verfügung des Versicherungsgerichts des Kantons
Solothurn vom 11. Juni 2001 (Verfahren VSBES. 2001. 253)
aufgehoben und es wird die Sache an die Vorinstanz
zurückgewiesen, damit sie über die Beschwerde gegen
die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Solothurn vom 25. April 2001 neu entscheide.

II. Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Kanton Solothurn auferlegt.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht

des Kantons Solothurn, A.________ und dem Bundesamt
für Sozialversicherung zugestellt.
Luzern, 24. September 2001
Im Namen des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Präsident der IV. Kammer:

Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

social insurancemedical measureswithdrawal of appealstriking offremandcourt costscantonal court error

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal court's striking-off order based on withdrawal was unlawful because the withdrawal statement concerned another pending case.

Extrahierter Entscheid

Yes. The withdrawal declaration of 7 June 2001 related to a different proceeding, so the striking-off order was based on an obvious and admitted mistake and had to be set aside.

Extrahierte Begründung

The parties and the court agreed that the challenged order resulted from a clerical/mistaken attribution of the withdrawal statement. This made the order contrary to federal law under Art. 104 lit. a OG.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs of the federal appeal.

Extrahierter Entscheid

The Canton of Solothurn must bear the court costs of CHF 500, departing from the usual rules because the cantonal court's order was plainly due to a negligent mistake.

Extrahierte Begründung

Although costs generally fall on the losing party and cantons are usually not charged when not parties, an exception was justified because the erroneous striking-off order resulted from the cantonal court's obvious negligence.

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