Non-entry for failure to pay advance costs

BV.2007.8Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer29.10.2007Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. challenged an ESBK seizure order concerning CHF 1,350 and two gaming tokens. The Federal Criminal Court’s I. Beschwerdekammer had ordered an advance on costs and warned that failure to pay would lead to non-entry. A. neither paid the advance nor submitted the legal-aid form requested by the court. The court therefore did not enter into the appeal, rejected the request for legal aid as insufficiently substantiated, and imposed court costs of CHF 500 on A.

Omnilex-Regeste

Art. 62 Abs. 3 BGG; non-payment of the ordered advance on costs after warning leads to non-entry into the appeal. A request for legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG must be substantiated and supported by the required information; failure to comply justifies rejection. Where the appellant is unsuccessful, court costs are charged to that party under Art. 66 Abs. 1 BGG; the fee is determined according to the applicable court-fee regulation.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 29. Oktober 2007 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Tito Ponti und Alex Staub, Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION, Postfach, 3003 Bern,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 26 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BV.2007.8

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Eidgenössische Spielbankenkommission (nachfolgend „ESBK“) mit Ver- fügung vom 17. August 2007 in der Strafuntersuchung gegen unbekannte Täterschaft und A. wegen Verdachts auf Widerhandlung gegen das Spiel- bankengesetz das am 8. August 2007 bei A. in einem Café/Restaurant in Z. polizeilich sichergestellte Bargeld im Betrag von Fr. 1'350.-- sowie zwei Spieljetons beschlagnahmte (act. 2.6);

  • A. gegen diese Verfügung mit Eingabe an den Direktor der ESBK vom

  1. August 2007 „Einsprache“ erhob und sinngemäss die Aufhebung der Beschlagnahme des Bargelds im Betrag von Fr. 1'350.-- verlangte (act. 1);
  • die ESBK die Beschwerde zuständigkeitshalber an die Beschwerdekammer weiterleitete und gleichzeitig mit Beschwerdeantwort vom 27. August 2007 auf Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen antrug (act. 2);

  • A. eingeladen wurde, für das Beschwerdeverfahren bis 10. September 2007 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu leisten (act. 3);

  • infolge Nichtleistens des Kostenvorschusses Nachfrist bis 24. Septem- ber 2007 angesetzt wurde unter der Androhung, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 4);

  • A. innert Frist mündlich um unentgeltliche Rechtspflege ersuchte, weshalb ihm mit Schreiben vom 19. September 2007 das Formular um unentgeltliche Rechtspflege übermittelt wurde mit der Aufforderung, dieses bis 1. Okto- ber 2007 vollständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt zu retournieren (act. 5);

  • A. innert dieser Frist weder das Formular um unentgeltliche Rechtspflege einreichte noch den verlangten Kostenvorschuss leistete;

  • auf die Beschwerde somit androhungsgemäss infolge Nichtleistens des Kostenvorschusses nicht einzutreten ist (Art. 62 Abs. 3 BGG);

  • das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mangels Substanziierung ab- zuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);

  • A. demnach als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 BGG), wobei die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32);

  • 3 -

und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

  3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 29. Oktober 2007

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.
  • Eidgenössische Spielbankenkommission, Postfach, 3003 Bern

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Schlagwörter

seizureadvance costslegal aidnon-entrycourt feescriminal procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the seizure decision could be heard despite non-payment of the required advance costs.

Extrahierter Entscheid

The court refused to enter into the appeal because the appellant did not pay the advance costs within the time limit despite a warning.

Extrahierte Begründung

After the extension expired without payment, the announced consequence applied under Art. 62(3) BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to legal aid for the appeal proceedings.

Extrahierter Entscheid

The request for legal aid was denied because it was not sufficiently substantiated.

Extrahierte Begründung

The appellant did not return the required legal-aid form completed truthfully and in full within the set deadline.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs and in what amount.

Extrahierter Entscheid

The appellant, as the unsuccessful party, must bear the court fee of CHF 500.

Extrahierte Begründung

Costs follow the loss of the proceedings; the fee was fixed according to the Federal Criminal Court fee schedule.

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