Verfügung vom 21. November 2018 Strafkammer Besetzung Bundesstrafrichter Stefan Heimgartner, Einzelrichter Gerichtsschreiber Tornike Keshelava Parteien A. AG, vertreten durch B. und C., Gesuchstellerin
gegen
BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Carlo Bulletti, Leitender Staatsanwalt des Bundes, Gesuchgegnerin
Gegenstand
Entschädigung von Dritten B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Ges c häft s n um m er: S N . 20 18.18 (H au pt ges c häf ts n um m er: S K . 20 1 7.6 4)
1.1 Die Bundesanwaltschaft (BA) führte gegen D., dem ehemaligen Verwaltungsrats- präsidenten der A. AG, eine Strafuntersuchung insbesondere wegen verbotener Handlungen für einen fremden Staat (Art. 271 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Im Rahmen dieser Untersuchung erhob die BA bei der A. AG verschiedentlich Unterlagen und Auskünfte. Am 17. November 2017 klagte die BA D. wegen des erwähnten Delikts bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts an. 1.2 Mit Urteil SK.2017.64 vom 9. Mai 2018 sprach die Strafkammer D. frei. Gegen dieses Urteil erhob die BA am 21. August 2017 Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht. Die Beschwerde ist derzeit pendent. 1.3 Mit Schreiben vom 7. Juni 2018 ersuchte die A. AG die BA um eine Entschädi- gung in Höhe von Fr. 31‘725.– für ihre Umtriebe im Zusammenhang mit den Ak- teneditionen im Vorverfahren. Die BA leitete dieses Gesuch zuständigkeitshalber an die Strafkammer weiter (TPF 7.662.1 ff.). 1.4 Mit Schreiben vom 21. Juni 2018 beantragte die BA sinngemäss das Nichteintre- ten auf das Gesuch (TPF 7.510.5). Die A. AG hielt in ihrer Stellungnahme vom 5. Juli 2018 an ihrem Begehren fest (TPF 7.662.5 f.). 2. 2.1 Dritte haben Anspruch auf angemessenen Ersatz ihres nicht auf andere Weise gedeckten Schadens sowie auf Genugtuung, wenn sie durch Verfahrenshand- lungen oder bei der Unterstützung von Strafbehörden Schaden erlitten haben (Art. 434 Abs. 1 Satz 1 StPO). Über die Ansprüche ist im Rahmen des Endent- scheids zu befinden. In klaren Fällen kann die Staatsanwaltschaft schon im Vor- verfahren darüber entscheiden (Art. 434 Abs. 2 StPO). Entschädigungsansprü- che Dritter werden von der Strafbehörde nicht von Amtes wegen geprüft. Über Art. 434 Abs. 1 Satz 2 StPO wird Art. 433 Abs. 2 StPO für sinngemäss anwendbar erklärt, dies mit der Folge, dass der Dritte seine Ansprüche vor Ergehen des En- dentscheids geltend machen, beziffern und belegen muss. Auf beantragte, je- doch nicht bezifferte und nicht belegte Entschädigungsforderungen tritt die Straf- behörde nicht ein (WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar, 2. Aufl., 2014, Art. 434 StPO N 8; GRIESSER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., 2014, Art. 433 StPO N 4 f.).
3.1 Die Kostenfolge richtet sich vorliegend in Ermangelung einer spezifischen ge- setzlichen Grundlage nach dem allgemeinen Kriterium des Obsiegens bzw. Un- terliegens (Verfügung des Bundesstrafgerichts SK.2017.51 vom 22. Januar 2018 E. 8.1). 3.2 Gestützt auf Art. 1 Abs. 4, Art. 5 und Art. 7 lit. a des Reglements des Bundesstraf- gerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) wird für das Verfahren eine Pauschalgebühr von Fr. 500.– festgesetzt und der A. AG als unterliegender Par- tei auferlegt.
Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber
Rechtsmittelbelehrung
Beschwerde an das Bundesgericht
Gegen verfahrensabschliessende Entscheide der Strafkammer des Bundesstrafgerichts kann beim Bundes- gericht, 1000 Lausanne 14, innert 30 Tagen nach der Zustellung der vollständigen Ausfertigung Beschwerde eingelegt werden (Art. 78, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 und Art. 100 Abs. 1 BGG).
Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und Völkerrecht gerügt werden (Art. 95 lit. a und b BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Versand: 21. November 2018