Krankenversicherung (KVG), Tariffestsetzung TARMED Taxpunktwert für vom Verband Zürcher Krankenhäuser vertretene Spitäler ab 1. Juni 2018, Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 443 vom 16. März 2022.
Entscheiddatum: 11.02.2025Publikationsdatum: 13.03.2025
Bundesverwaltungsgericht Tribunal administratif fédéral Tribunale amministrativo federale Tribunal administrativ federal Abteilung III C-1951/2022
Abschreibungsentscheid vom 11. Februar 2025 Besetzung Einzelrichterin Viktoria Helfenstein, Gerichtsschreiber Roger Stalder. Parteien 1. Helsana Versicherungen AG, Zürichstrasse 130, Postfach, 8600 Dübendorf, 2. Sanitas Grundversicherungen AG, Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich, 3. KPT Krankenkasse AG, Wankdorfallee 3, Postfach, 3001 Bern, alle vertreten durch Einkaufsgemeinschaft HSK AG, Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf, Beschwerdeführende, gegen 1. Stadt Zürich Stadtspital Triemli, Birmensdorferstrasse 497, 8063 Zürich, 2. Stadt Zürich Stadtspital Waid, Tièchestrasse 99, 8037 Zürich, 3. Kantonsspital Winterthur, Brauerstrasse 15, Postfach 834, 8401 Winterthur, 4. GZO AG, Spital Wetzikon, Spitalstrasse 66, Postfach, 8620 Wetzikon ZH, 5. Spital Uster, Brunnenstrasse 42, Postfach, 8610 Uster, 6. Spital Limmattal, Urdorferstrasse 100, 8952 Schlieren, 7. Spital Bülach AG, Spitalstrasse 24, 8180 Bülach, 8. Spital Zollikerberg, Trichtenhauserstrasse 20, 8125 Zollikerberg, 9. Spital Männedorf AG, Asylstrasse 10, 8708 Männedorf, 10. Spital Affoltern, Sonnenbergstrasse 27, 8910 Affoltern am Albis, 11. Paracelsus-Spital Richterswil, Bergstrasse 16, 8805 Richterswil, 12. See-Spital, Standort Kilchberg, Grütstrasse 60, 8802 Kilchberg ZH, 13. See-Spital, Standort Horgen, Asylstrasse 19, Postfach, 8810 Horgen, 14. Schulthess Klinik, Lengghalde 2, 8008 Zürich, 15. Uniklinik Balgrist (Schweizerischer Verein Balgrist), Forchstrasse 340, 8008 Zürich, 16. Kinderspital Zürich - Eleonorenstiftung, Steinwiesstrasse 75, 8032 Zürich, 17. Klinik Lengg AG, Bleulerstrasse 60, 8008 Zürich, 18. Adus-Medica AG, Breitestrasse 11, 8157 Dielsdorf, 19. Limmatklinik AG, Hardturmstrasse 133, 8005 Zürich, 20. Klinik Susenberg, Schreberweg 9, 8044 Zürich, 21. Rehaklinik Zollikerberg, Trichtenhauserstrasse 20, 8125 Zollikerberg, 22. Rehaklinik Kilchberg, Grütstrasse 60, 8802 Kilchberg ZH, 23. Forel Klinik AG, Islikonerstrasse 5, 8548 Ellikon an der Thur, alle vertreten durch Verband Zürcher Krankenhäuser, Nordstrasse 15, 8006 Zürich, alle vertreten durch Prof. Dr. iur. Urs Saxer , Rechtsanwalt, und Patrizia Gratwohl, Rechtsanwältin, Steinbrüchel Hüssy Rechtsanwälte, Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich, Beschwerdegegnerinnen, Regierungsrat des Kantons Zürich, Staatskanzlei, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich, handelnd durch Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Stampfenbachstrasse 30, 8090 Zürich, Vorinstanz. Gegenstand Krankenversicherung (KVG), Tariffestsetzung TARMED Taxpunktwert für vom Verband Zürcher Krankenhäuser vertretene Spitäler ab 1. Juni 2018, Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 443 vom 16. März 2022.
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass der Regierungsrat des Kantons Zürich (im Folgenden: Vorinstanz) in Ziffer I. des Beschlusses Nr. 443 vom 16. März 2022 angeordnet hat, für die ambulanten Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (im Folgenden: OKP), die nach TARMED abgerechnet würden, werde gegenüber den von der CSS Kranken-Versicherung AG, der Einkaufsgemeinschaft HSK AG (im Folgenden: HSK AG) und der tarifsuisse ag vertretenen Versicherern für die folgenden Spitäler, die für den Zeitraum ab 1. Januar 2018 weder einen TARMED-Tarifvertrag abgeschlossen noch einem solchen beigetreten seien, mit Wirkung ab 1. Januar 2018 ein TARMED-Taxpunktwert (im Folgenden: TPW) von Fr. 0.91 festgesetzt: Kantonsspital Winterthur, Stadtspital Zürich Standort Triemli, See-Spital Standort Horgen, See-Spital Standort Kilchberg, Spital Uster, GZO AG Spital Wetzikon, Spital Limmattal, Spital Bülach, Spital Zollikerberg, Stadtspital Zürich Standort Waid, Schulthess-Klinik, Spital Männedorf, Kinderspital Zürich, Universitätsklinik Balgrist, Spital Affoltern, Klinik Lengg, Adus Medica, Limmatklinik, Paracelsus-Spital Richterswil, Zürcher RehaZentrum Wald, RehaClinic Zollikerberg, RehaClinic Kilchberg, Klinik Susenberg und Forel Klinik (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [im Folgenden: BVGer-act.] 1 Beilage 3),
dass in Ziffer II. weiter darauf hingewiesen worden ist, die Tarifpartner seien berechtigt, rückwirkend ab dem 1. Januar 2018 die Differenz zwischen dem mit Regierungsratsbeschluss Nr. 838/2017 angeordneten provisorischen TPW und dem gemäss Dispositiv I. festgesetzten TPW nachzufordern,
dass die Helsana Versicherungen AG, die Sanitas Grundversicherungen AG und die KPT Krankenkasse AG (im Folgenden: Beschwerdeführerinnen), allesamt vertreten durch die HSK AG, diese vertreten durch Helsana Versicherungen AG, Recht & Compliance, hiergegen beim Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 27. April 2022 haben Beschwerde erheben und unter anderem beantragen lassen, es sei die Dispositivziffer I. des Beschlusses des Regierungsrates des Kantons Zürich vom 16. März 2022 (Beschluss Nr.443/2022) aufzuheben (BVGer-act. 1 Ziffer 1.),
dass die Beschwerdeführerinnen mit Zwischenverfügung vom 4. Mai 2024 unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die Beschwerde) aufgefordert worden sind, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 5'000.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (BVGer-act. 2 und 3),
dass dieser Aufforderung nachgekommen worden ist (BVGer-act. 5),
dass die Zürcher Stadtspitäler Triemli und Waid, das Kantonsspital Winterthur, die GZO AG (Spital Wetzikon), das Spital Uster, das Spital Limmattal, das Spital Bülach AG, das Spital Zollikerberg, das Spital Männedorf AG, das Spital Affoltern, das Paracelsus-Spital Richterswil, die Seespitäler an den Standorten Horgen und Kilchberg, die Schulthessklinik, die Uniklinik Balgrist (Schweizerischer Verein Balgrist), das Kinderspital Zürich - Eleonorenstiftung, die Klinik Lengg AG, die Adus-Medica AG, die Limmatklinik AG, die Klinik Susenberg, die Rehakliniken Zollikerberg und Kilchberg sowie die Forel Klinik AG (im Folgenden: Beschwerdegegnerinnen), vertreten durch den Verband Zürcher Krankenhäuser, diese vertreten durch PD Dr. iur. Urs Saxer, Rechtsanwalt, M.A. HSG in Law Patrizia Gratwohl und Dr. iur. Daniela Kühne (BVGer-act. 4), im Rahmen ihrer Eingabe vom 17. Juni 2022 unter anderem beantragt haben, der Antrag der Beschwerdeführerinnen auf Aufhebung von Dispositiv Ziffer I. des Beschlusses der Vorinstanz und auf Rückweisung an die Vorinstanz sei abzuweisen (Ziffer 1.); der Eventualantrag der Beschwerdeführerinnen auf Festsetzung des TPW für spitalambulante Leistungen auf Fr. 0.89 ab 1. Januar 2018 sei abzuweisen (BVGer-act. 7),
dass die Vorinstanz am 20. Juni 2022 an den im angefochtenen Beschluss Nr. 443/2022 vom 16. März 2022 gemachten Erwägungen festgehalten hat (BVGer-act. 8),
dass die Beschwerdeführerinnen dem Bundesverwaltungsgericht am 26. August 2024 den Tarifvertrag zwischen ihnen und den Beschwerdegegnerinnen vom 25. Juni 2024 übermittelt und beantragt haben, das Verfahren sei bis zum Genehmigungsentscheid der Vorinstanz betreffend den Tarifvertrag zu sistieren (BVGer-act. 12),
dass sich in der Folge am 6. September 2024 die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerinnen am 13. September 2024 zustimmend zum Sistierungsantrag geäussert haben (BVGer-act. 17 und 18),
dass mit prozessleitender Verfügung vom 30. September 2024 der Antrag der Beschwerdeführerinnen vom 26. August 2024 auf Sistierung des Verfahrens gutgeheissen und das Beschwerdeverfahren vorerst bis zum 4. November 2024 sistiert worden ist (BVGer-act. 19),
dass die Vorinstanz ersucht worden ist, der Beschwerdeinstanz zu gegebener Zeit eine Kopie des Tarifvertrags und den Genehmigungsbeschluss unaufgefordert einzureichen,
dass die Vorinstanz mit Datum vom 4. November 2024 eine Kopie des Tarifvertrags, welcher am 31. Oktober 2024 vom Regierungsrat genehmigt und am 7. November 2024 publiziert worden ist, eingereicht und das Bundesverwaltungsgericht um Abschreibung des Beschwerdeverfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit ersucht hat (BVGer-act. 20),
dass die Beschwerdegegnerinnen am 4. November 2024 und die Beschwerdeführerinnen am 5. November 2024 die Verlängerung der Verfahrenssistierung beantragt haben (BVGer-act. 21 und 22),
dass die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 7. November 2024 den Regierungsratsbeschluss vom 30. Oktober 2024 nachgereicht hat; gemäss diesem wurde der Tarifvertrag zwischen den Beschwerdegegnerinnen und den Beschwerdeführerinnen betreffend Vergütung von ambulanten Leistungen nach TARMED ab dem 1. Januar 2020 genehmigt (BVGer-act. 24)
dass mit prozessleitender Verfügung vom 11. Dezember 2024 die Anträge der Beschwerdegegnerinnen und der Beschwerdeführerinnen auf Verlängerung der Verfahrenssistierung vom 4. und 5. November 2024 als gegenstandslos geworden abgeschrieben worden sind und den Beschwerdeführerinnen und den Beschwerdegegnerinnen Gelegenheit gegeben worden ist, innert Frist zu der vorinstanzlich beantragten Abschreibung des Beschwerdeverfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit eine Stellungnahme einzureichen (BVGer-act. 25),
dass die Vorinstanz in Ziffer 8 des Regierungsratsbeschlusses des Kantons Zürich vom 30. Oktober 2024 den zwischen dem Verband Zürcher Krankenhäuser und der HSK AG abgeschlossenen Vertrag betreffend Vergütung von ambulanten Leistungen nach TARMED rückwirkend ab 1. Januar 2018 genehmigt hat (BVGer-act. 26 Beilage 1),
dass das Bundesverwaltungsgericht am 10. Dezember 2024 in Kenntnis gesetzt worden ist, dass die HSK AG nicht länger durch Helsana Versicherungen AG, Legal, vertreten werde (BVGer-act. 26),
dass die Beschwerdeführerinnen in einer weiteren Eingabe vom 10. Dezember 2024 explizit ausgeführt haben, mit vorgenannter konstitutiver Tarifvertragsgenehmigung werde das vorliegende Beschwerdeverfahren gegenstandslos, weshalb sie den Rückzug der Beschwerde erklärten (BVGer-act. 26 Ziffer 5),
dass die Beschwerdegegnerinnen am 13. Dezember 2024 ihr Einverständnis mit der Abschreibung des Beschwerdeverfahrens erklärt haben (BVGer-act. 27),
dass die Beschwerdeführerinnen den Rückzug ihrer Beschwerde schriftlich und vorbehaltlos erklärt haben,
dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG; SR 832.10) grundsätzlich nach den Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) richtet; vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG (Urteil des BVGer C-6561/2015 und C-6471/2015 vom 18. Juli 2017 E. 1 [nicht publiziert in BVGE 2017 V/4]),
dass nach Art. 53 Abs. 1 KVG gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden kann (vgl. auch Art. 33 Bst. i VGG und Art. 90a Abs. 2 KVG),
dass das Bundesverwaltungsgericht demnach zur Beurteilung der Beschwerde gegen den vorliegend angefochtenen Beschluss Nr. 443 der Vorinstanz vom 16. März 2022 zuständig ist,
dass auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, weshalb auf die Beschwerde vom 27. April 2022 (BVGer-act. 1) einzutreten ist,
dass zufolge des am 10. Dezember 2024 (BVGer-act. 26) schriftlich und vorbehaltlos erklärten Rückzugs das Beschwerdeverfahren im einzelrichterlichen Verfahren als durch Rückzug gegenstandslos geworden (antragsgemäss) abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),
dass gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht kostenpflichtig ist,
dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei aufzuerlegen sind, deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass sich die Gerichtsgebühr nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien bemisst (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 VGKE),
dass die Verfahrenskosten einer Partei ganz erlassen werden können, wenn ein Rechtsmittel ohne erheblichen Aufwand für das Bundesverwaltungsgericht durch Rückzug erledigt wird (Art. 6 Bst. a VGKE),
dass daher den Beschwerdeführerinnen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind und diesen der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Abschreibungsentscheids zurückzuerstatten ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind (Art. 7 Abs. 3 und 4 VGKE).
Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs als gegenstandslos geworden abgeschrieben.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von den Beschwerdeführerinnen geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.- wird diesen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Abschreibungsentscheids zurückerstattet.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
Dieser Entscheid geht an die Beschwerdeführerinnen, die Beschwerde-gegnerinnen und die Vorinstanz.
Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Viktoria Helfenstein Roger Stalder
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