Opferstatus nach dem OHG setzt eine unmittelbare Zielgerichtetheit voraus

ATA/266/1995Cour de justice / Verwaltungskammer23.05.1995ÜbrigeAbgewiesen

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Das Tribunal administratif verneinte den Opferstatus der Beschwerdeführerin nach Art. 2(1) LAVI. Zwar erlitt sie eine psychische Beeinträchtigung, nachdem sie von ihrem Auto aus einen Messerangriff auf eine andere Frau beobachtet hatte, doch war sie nicht unmittelbar Ziel der Straftat. Das Gericht hielt fest, dass das LAVI einen qualifizierten Kausalzusammenhang zur Straftat voraussetzt, der fehlt, wenn die betroffene Person lediglich eine unbeteiligte Zuschauerin oder mittelbare Zeugin ist. Die Beschwerde wurde abgewiesen.

Omnilex-Regeste

Art. 2 al. 1 LAVI; Opferbegriff; qualifizierter Kausalzusammenhang zur Straftat. Der Opferstatus setzt voraus, dass die Person durch die Straftat unmittelbar in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität beeinträchtigt wird. Eine psychische Beeinträchtigung, die lediglich dadurch verursacht wird, dass die Person einen Angriff auf einen Dritten beobachtet, genügt nicht, wenn die gesuchstellende Person selbst nicht Ziel der Straftat war. Der nach dem LAVI erforderliche Kausalzusammenhang ist nicht allein durch mittelbare Folgeschäden gegeben; erforderlich ist, dass die Straftat unmittelbar gegen die betroffene Person gerichtet war (consid. unspecified).

Gesamter Gesetzestext

Descripteurs

AIDE AUX VICTIMES; INDEMNITE(EN GENERAL); VICTIME; NOTION

Normes

LAVI.2 al.1

Résumé

Le Tribunal administratif a nié la qualité de victime au sens de l'article 2 alinéa 1 LAVI à la recourante qui avait assisté, alors qu'elle était arrêtée au volant de sa voiture, à l'agression au couteau d'une femme assise sur la place du passager. La recourante avait bien subi une atteinte à son intégrité psychique qui était la conséquence de l'agression. Toutefois, faute d'avoir été directement visée par l'agression, elle n'était pas dans la relation de causalité qualifiée avec l'infraction, exigée par la LAVI.

Schlagwörter

victim supportpsychological harmdirect victimcausal linkwitnessassault

She does not qualify as a victim because, although she suffered psychological harm, she was not directly targeted by the assault and therefore lacked the qualified causal link required by LAVI.

Victim status under Art. 2(1) LAVI requires direct involvement as the object of the offence. A merely consequential psychological injury caused by witnessing the attack is insufficient without direct targeting.

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