15/31 Verfahren PVG 2008
Ausseramtliche Entschädigung nach VRG.
Systematischer Aufbauund Strukturdes VRG**(E. 1a).**
**Die Regelung der ausseramtlichen Entschädigung für das auf Gemeindeebene durchgeführte Disziplinarver- fahrenist jeweilsden einzelnen****Gemeinden überlassen, wobei es das Legalitätsprinzip strikte zu beachten gilt (E.**1b).
Indennità a titolo di ripetibili giusta la LGA.
Struttura eimpostazione sistematicadella LGA**(cons. 1a).**
**La facoltàdi regolamentarele indennitàa titolodi ripeti- biliper laprocedura disciplinarecondotta alivello co- munaleè lasciatasingolarmente aidiversi comuni,an- che seoccorre rispettarerigorosamente il****principio della legalità (cons.**1b).
Erwägungen:
1. a) Nach Art. 29 PVO können personalrechtliche Ent-
scheide innert 20Tagen beim Stadtrat angefochten werden (Abs.1). ImÜbrigen richtetsich dasVerfahren nachden kantona- lenGesetzesvorschriften (VGGbis 31.Dezember 2006;ab 1.Janu- ar 2007neu VRG).Laut Art.1 VRGgilt diesesGesetz fürdas Ver-fahren inVerwaltungs- undVerfassungssachen vorkantonalen Ver-waltungs- undGerichtsbehörden (Abs.1). NachArt. 2VRG finden aufdas Verwaltungsverfahrenvor Kreis-und Gemeindebehörden dieallgemeinen Verfahrensgrundsätzesowie dieBestimmungen über dieErläuterung, dieBerichtigung, dieRevision unddie Voll-streckung Anwendung. Die allgemeinen Grundsätze des Verfah-rens werdendabei systematischin Art.3–25 VRGgenannt, inden Art. 26–37VRG wirddas Verfahrenvor kantonalenVerwaltungs- behörden*(erst-** u.zweitinstanzlich) undab Art.38 ff.VRG dasVer- fahren vor Verwaltungsgericht geregelt. Die ausdrücklichnach Art. 2 VRG ebenfalls für die Gemeinden gültigen Bestimmungen über die Erläuterung, Berichtigung und Revision sind in denArt. 66–71VRG enthalten.Die imAnschluss daran**–** wiederumaus- schliesslich fürdas Verfahrenvor Verwaltungsgericht**–** festgehal- tenenKosten undParteientschädigungen sindin Art.72–78 VRG geregelt. Die explizit laut Art. 2 VRG abermals für alle Instanzen gültigenVollstreckungsvorschriften sindalsdann inArt. 79–81VRG aufgeführt. Mitden Schlussbestimmungen**(Art.** 82–85VRG) endet dasneu strukturierteund seitJanuar 2007in Kraftgesetzte VRG.*
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b) Aufgrund jener Kurzübersicht über die gesetzgeberische Systematik samt Geltungsbereich für die unterschiedlichen In- stanzen im öffentlichenRecht (Kreis-/Gemeindebehörden; kanto- nale Verwaltungsbehörden; kantonales Verwaltungsgericht) wird sofort klar, dass natürlich nur die eigens dafür vorgesehenenVer- fahrensvorschriften für die entsprechende Institution gelten und infolge vorhandener Rechtsgrundlageauch überhaupt erst ange- wandt werden dürfen. Bezüglich der hier allein interessierenden Fragenach einer allfälligen ausseramtlichen Entschädigungfür das auf Gemeindeebene durchgeführte Disziplinarstrafverfahren im Herbst 2007 ergibt sich, dass weder in den Art. 3–25 (Allge- meine Verfahrensbestimmungen), nochin Art. 66–71 (Ausseror- dentliche Rechtmittel u. Rechtsbehelfe), nochin Art. 79–81 VRG (Vollstreckung) dazu etwas geregelt wird, sondern die verfahrens- rechtliche Regelung der Kosten und Parteientschädigungen in ihrem amtlichen Wirkungskreis jeweils den einzelnen Gemeinden überlassen bleiben sollte. – In diesem Sinne regelte z.B. die Land- schaftDavos Gemeinde schon im Allgemeinen Gebührengesetz von 1999explizit, dass eine allfällige ausseramtliche Entschädi- gung den am Verfahren Beteiligten nachObsiegen und Unterlie-gen auferlegt werde (vgl. Art. 12 Abs. 1). Demgegenüber enthält das Allgemeine Gebührengesetz der Vorinstanz von 2007 (AGG; RB 512)gerade keineentsprechende Bestimmung,was zurKonse- quenz hat, dass ein Anspruch auf eine derartige Entschädigung mangels hinreichender Rechtsgrundlage zum vornherein verneint werden muss. Zur Gebührenerhebung wird in Art. 4 Abs. 1 AGG (mit dem Titel «Gebührenpflichtige Personen») hier nämlich was folgt bestimmt: Wereine Verfügung oder einen Entscheid veran-lasst […], hat die angefallenen Gebühren und Auslagen zu bezah- len. – Über die gegenteilige Konstellation, wonach die Gemeinde (Stadt) kosten- oder entschädigungspflichtig sein könnte, wird aber nichts stipuliert, weshalb eine entsprechende**Entschädigung
–nach demauch fürdie Gemeindeverwaltungstrikte zubeachten- den Legalitätsprinzip*[Eingriffs-/Leistungsverwaltung]– auchnicht in Frage kommen kann. Soweit sichder Beschwerdeführer für seine Ansichtauf Art.78 VRGberief, istnach dereingangs erläu-terten Systematik klar, dass jene Vorschriftnur für die Verfahren vor Verwaltungsgericht geschaffen wurde und er darum daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten konnte. Weitere Erörterungen über die Höhe der geltend gemachten Entschädigung erübrigensich damit von selbst, da es dafür bereits an der gesetzlichen Grundlagefür derenErhebung bzw.Geltendmachung gefehlt**hat.*
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U08 16Entscheid vom 3. Juni 2008
Aufdie dagegenan dasBundesgericht erhobeneBeschwerde in öffentlich-rechtlichenAngelegenheiten wurdeam 5.Februar 2009 nicht eingetreten*(1C_406/2008).*
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