Appeal dismissed as inadmissible for missing request and lateness

ZF 2007 82Übriges Gericht18.09.2007Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a district court judgment dismissing an employment claim for lack of proof of an employment relationship. The Cantonal Court Presidency of Graubünden held that the appeal had been filed with the wrong authority, but more importantly that it lacked any clear request for amendment of the judgment. The submission also showed on its face that the 20-day appeal period had expired because judicial vacations did not apply in this type of case. The court therefore did not enter into the appeal and ordered that no costs be charged.

Omnilex-Regeste

Art. 219 Abs. 1 ZPO; Art. 234 Abs. 1 ZPO; admissibility of appeal in civil proceedings: an appeal must contain a clear request for modification of the first-instance judgment and be filed within the statutory time limit; filing with the wrong authority is not necessarily fatal, but the absence of a proper prayer for relief and lateness each justify non-entry. Where judicial vacations do not apply, the appeal period runs uninterrupted. Unseemly or abusive submissions may be returned for correction under the procedural rules, but this becomes immaterial once the appeal is inadmissible for formal or temporal reasons (consid. 2-4).

Gesamter Gesetzestext

Ref.:Chur, 18. September 2007 adSchriftlich mitgeteilt am:

ZF 07 82

Verfügung

Kantonsgerichtspräsidium

Präsident Brunner.

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des X., Kläger und Berufungskläger,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes M. vom 12. Juli 2007, mitgeteilt am 23. Juli 2007, in Sachen des Berufungsklägers gegen die Y., vertreten durch Rechtsanwalt Mario A. Ghidoni, Casella postale 127, 6535 Roveredo GR, Beklagte und Berufungsbeklagte,

betreffend arbeitsrechtliche Streitigkeit,

wird nach Einsichtnahme in die Eingabe vom 10. September 2007 samt mitgereichten Akten, in das angefochtene Urteil sowie in Erwägung,

  • dass das Bezirksgericht M. mit Urteil vom 23. Juli 2007 eine Klage des X. gegen die Y. wegen fehlender Passivlegitimation (fehlender Nachweis eines Arbeitsverhältnisses) abgewiesen hat und der Beklagten eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 1'000.-- zugesprochen hat,

  • dass X. sich mit Eingabe vom 10. September 2007 an das Kantonsgericht von Graubünden wendet,

  • dass gemäss Art. 219 Abs. 1 ZPO die Berufung dem Präsidenten der ersten Instanz zu erklären ist,

  • dass dieser Formfehler indessen nicht zur Folge hat, dass auf die Berufung nicht eingetreten werden könnte,

  • dass gemäss der gleichen Gesetzesbestimmung indessen die Berufung die formulierten Anträge auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils zu enthalten hat,

  • dass ein derartiges Rechtsbegehren fehlt und auch aus dem Kontext nicht hervor geht, in welchem Sinn das vorinstanzliche Urteil abgeändert werden soll,

  • dass der Berufungskläger nämlich einerseits angibt, die Eingabe betreffe Urteilsgebühren über Fr. 300.-- (inkl. Mahnkosten),

  • dass das Bezirksgericht M. indessen gar keine Gerichtsgebühr erhob,

  • dass der Berufungskläger im weiteren Bezug nimmt auf ein Urteil des Kantonsgerichts in einer Räumungssache (recte: Verfügung des Kantonsgerichtspräsidium vom 11. September 2006 betreffend Ausweisung bei Miete) und ausführt, dass das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts M. und die Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums von Graubünden sich widersprächen,

  • dass dies schon deshalb nicht der Fall sein kann, weil es damals nicht um eine arbeitsrechtliche Streitigkeit sondern um eine Streitigkeit aus Mietverhältnis ging,

  • dass aus der Kritik am angefochtenen Urteil nicht klar wird, was der Berufungskläger nun im Berufungsverfahren in materieller Hinsicht begehrt, so dass auf die Berufung schon aus diesem Grunde nicht eingetreten werden kann,

  • dass aus der vom Bezirksgericht M. beigelegten Bestätigung der Post hervorgeht, dass X. das angefochtene Urteil am 24. Juli 2007 in Empfang genommen hat,

  • dass gemäss Art. 62 Abs. 2 Ziff. 2 ZPO für derartige Verfahren die Gerichtsferien nicht gelten, so dass die 20-tägige Frist für die Einreichung der Berufung (Art. 219 Abs. 1 ZPO) am 13. August 2007 endete,

  • dass die Berufung somit offensichtlich verspätet eingereicht wurde, so dass auch aus diesem Gründe auf sie nicht eingetreten werden kann (Art. 234 Abs. 1 ZPO),

  • dass die Eingabe sodann ungebührliche Äusserungen enthält, welche Art. 4 und Art. 49 ZPO klar widersprechen, so dass die Eingabe ohnehin samt dem zerrissenen vorinstanzlichen Urteil und den unordentlichen weiteren Akten zur Umarbeitung hätte zurückgewiesen werden müssen,

  • dass für dieses Verfahren keine Kosten erhoben werden,

verfügt :

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 15'000 Franken betreffende Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht geführt werden, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerden gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff., 113 ff. BGG.

4. Mitteilung an: __________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden

Der Präsident

Schlagwörter

employment disputeappeal admissibilitymissing prayer for relieftime limitjudicial vacationsnon-entryprocedural defectscosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal was admissible despite being filed with the wrong authority.

Extrahierter Entscheid

The filing defect did not by itself bar admissibility.

Extrahierte Begründung

The appeal had been declared to the wrong court president, but this formal defect alone was not a reason for non-entry.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal contained a sufficiently formulated request for amendment of the first-instance judgment.

Extrahierter Entscheid

No admissible request was stated, and the desired modification could not be inferred from the submission.

Extrahierte Begründung

The appellant complained about costs and referred to an unrelated prior decision, but did not clearly state in what respect the judgment should be changed.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal was filed within the statutory time limit.

Extrahierter Entscheid

The appeal was late.

Extrahierte Begründung

The appellant received the judgment on 2007-07-24; in this type of case judicial vacations did not apply; the 20-day appeal period expired on 2007-08-13.

Kernrechtsfrage

Whether the impugned submission contained improper language warranting return for reworking.

Extrahierter Entscheid

The submission contained unseemly statements contrary to procedural rules.

Extrahierte Begründung

The court noted insulting/unseemly remarks and irregular attachments, which would in any event have justified returning the filing for correction.

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