Costs in insolvency moratorium proceedings

ZZ.1996.13Übriges Gericht11.08.1996Modified

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellate court held that insolvency moratorium proceedings are a special one-party procedure. The applicant debtor bears the court costs even if fully successful, because there is no opposing party from whom costs could be recovered. The removed administrator had no party status and therefore could not be charged with costs or compensation. Likewise, the creditor-appellant Y. could not receive party compensation. The appeal was otherwise successful in that A. was replaced by B.

Omnilex-Regeste

§ 101 ZPO; costs in insolvency moratorium proceedings and party compensation in a one-party procedure: The ordinary cost rule for adversarial civil proceedings is not applicable, even by analogy, where the proceeding lacks a losing opposing party. In moratorium proceedings the applicant debtor is the sole party and must bear the court costs even when the application is fully granted, the moratorium is extended, or the composition agreement is approved. A removed administrator has no party quality and therefore cannot be charged with court costs or ordered to pay party compensation. Likewise, a creditor whose appeal is admitted acquires standing to appeal but not party status for purposes of cost allocation; where no losing party exists, all party costs are offset.

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1996.13**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:12.08.1996
FindInfo-Nummer:O_ZK.2015.11
Titel:** Kosten im Nachlassverfahren**
Resümee:§ 101 ZPO. Kosten- und Entschädigungsentscheid im Einparteienverfahren. Im Nachlassverfahren ist immer der Nachlassschuldner als Gesuchsteller kostenpflichtig.
SOG 1996 Nr. 13 **§ 101 ZPO.*Kosten- und Entschädigungsentscheid im Einparteienverfahren. Im Nachlassverfahren ist immer der Nachlassschuldner als Gesuchsteller kostenpflichtig. Der Gerichtspräsident gewährte X. die Nachlassstundung und setzte A. als Sachwalter ein. Dagegen appellieren X. sowie Y., ein Gläubiger von X. Das Obergericht heisst die Appellation gut und ersetzt A. durch B. 13. Bei der Liquidation von Kosten und Entschädigung ist zu beachten, dass es sich um ein zivilprozessual untypisches Einparteienverfahren handelt. Die übliche Regel von § 101 ZPO kann nicht einmal analog angewandt werden, da es an einer unterliegenden Partei mangelt. Die abgesetzte Sachwalterin A. dringt zwar mit ihren Anträgen nicht durch, hat aber nicht Parteiqualität. Ihr können deshalb weder Gerichtskosten auferlegt noch kann sie zu einer Parteientschädigung an die Appellanten verpflichtet werden. Die Appellantin X. obsiegt zwar, ist aber als Nachlassschuldnerin die einzige Partei. Ihr fehlt die Gegenpartei, die zu Kosten verpflichtet werden könnte. Gerade deshalb hat ein Gesuchsteller die Kosten des Nachlassrichters immer auch dann zu bezahlen, wenn er vollständig obsiegt, also etwa die Nachlassstundung antragsgemäss bewilligt, der von ihm gewünschte Sachwalter eingesetzt, die Nachlassstundung verlängert und der Nachlassvertrag vollumfänglich genehmigt wird. Die Gerichtskosten sind eine Gebühr für die Inanspruchnahme einer staatlichen Tätigkeit. Sie können nur dann auf einen anderen abgewälzt werden, wenn ein solcher überhaupt vorhanden ist, mithin im Zweiparteienverfahren. Andernfalls hat der Gesuchsteller diese Kosten zu tragen. Daher erliegen auch die zweitinstanzlichen Gerichtskosten auf der Appellantin X. als Nachlassschuldnerin. Ihr kann auch keine Parteientschädigung zugesprochen werden. Zu Lasten des Staates besteht diese Möglichkeit ohnehin nur bei integraler unentgeltlicher Rechtspflege gemäss §§ 106 ff. ZPO (oder allenfalls gestützt auf das Verantwortlichkeitsgesetz). Auch dem Appellanten Y. schliesslich kann keine Parteientschädigung ausgerichtet werden. Auch er obsiegt zwar, ist aber nicht im eigentlichen Sinne Partei. Dass ihm in ständiger Praxis die Legitimation zur Appellation zugesprochen wird, macht das Verfahren nicht in zweiter Instanz zu einem Zweiparteienprozess. Hinzu kommt, dass wie erwähnt eine unterliegende Partei fehlt. A. verliert, ist aber nicht Partei, X. ist zwar Partei, hat aber ebenfalls obsiegt. Die Parteikosten aller Beteiligten sind folglich wettzuschlagen. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 12. August 1996

Schlagwörter

cost allocationinsolvency moratoriumone-party proceedingparty compensationcourt costsstanding to appeal

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the ordinary cost rule of § 101 ZPO applies by analogy in insolvency moratorium proceedings.

Extrahierter Entscheid

No. The proceeding is a special one-party procedure, so the ordinary rule cannot be applied even by analogy because there is no losing party.

Extrahierte Begründung

Court costs are charges for state activity and can be shifted only if there is an opposing party in a two-party procedure. In a moratorium proceeding the applicant is the only party; there is no opponent to bear the costs.

Kernrechtsfrage

Whether the disused administrator A. can be ordered to pay court costs or party compensation.

Extrahierter Entscheid

No. Although A. did not succeed with her requests, she had no party status.

Extrahierte Begründung

Because A. was not a party to the proceedings, neither court costs nor party compensation can be imposed on her.

Kernrechtsfrage

Whether X., as applicant and successful appellant, must bear the appellate court costs and is entitled to party compensation.

Extrahierter Entscheid

Yes, X. must bear the appellate costs and receives no party compensation, despite prevailing on the appeal.

Extrahierte Begründung

The applicant in moratorium proceedings always bears the costs of the court even when fully successful, since there is no opposing party from whom costs could be recovered; party compensation is likewise unavailable absent legal aid or another statutory basis.

Kernrechtsfrage

Whether Y., as successful creditor-appellant, is entitled to party compensation.

Extrahierter Entscheid

No. Y. was entitled to appeal but was not a party in the strict sense, and there was no losing party against whom compensation could be awarded.

Extrahierte Begründung

Appellate standing does not transform the second instance into an adversarial two-party process; since A. lacked party status and X. was successful, all party costs are offset.

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