Interpellation Fankhauser
1456
N
5 octobre 1984
Wirtschaftlich allein betrachtet hätten gute Argumente für die Erteilung der Bewilligung unter Einschluss von Frauen gesprochen. Sozialpolitisch gesehen wäre eine Ver- suchsphase von einem Jahr im Hinblick auf die kommende generelle Problematik Gleichstellung/Sonderschutz für Frauen interessant gewesen. Ausschlaggebend für den negativen Entscheid war aber letztlich die rechtliche Beur- teilung. und zwar eben im Bereich des internationalen Rechts. Zu berücksichtigen war unter anderem auch, dass bei einem positiven Entscheid es wohl schwierig gewesen wäre, den Fall ETA/Ebauches zu isolieren, d. h. eine präjudi- zielle Wirkung zu verhindern. Es galt, nicht zuletzt, den Ruf einer Schweiz zu wahren, die sich an eingegangene Ver- pflichtungen hält, auch wenn diese unbequem werden.
Der Auftrag auf Gleichstellung von Mann und Frau (Art. 4 Abs. 2 BV) verlangt eine Revision des Arbeits- und des Arbeitszeitgesetzes, wie dies der Bundesrat in den Richt- linien der Regierungspolitik 1983 bis 1987 angekündigt hat. Es muss dabei geprüft werden, ob die Schutzbestimmun- gen, wo immer möglich, geschlechtsneutral ausgestaltet werden können. Dabei wird sich zeigen, ob die angestrebte Gesetzesrevision mit dem Übereinkommen Nr. 89 in Über- einstimmung zu bringen ist oder das Übereinkommen allenfalls gekündigt werden muss. Die Situation ist noch offen, da die Internationale Arbeitskonferenz das Thema «Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Mann und Frau/Allgemeine Diskussion» für 1985 auf ihre Tagesord- nung gesetzt hat.
Der Bundesrat ist sich der Probleme um die Nacht- und Schichtarbeit bewusst. Mit Befriedigung kann er feststellen, dass gemäss BIGA-Statistik die Anzahl der in industriellen Betrieben in der Nacht beschäftigten Arbeitnehmer in unse- rem Lande nicht zunimmt. Überdies ist zu vermerken, dass sich die Eidgenössische Arbeitskommission intensiv mit die- sen Fragen beschäftigt.
Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
51 Stimmen 72 Stimmen
84.390 Interpellation Fankhauser Nachtarbeit für Frauen Travail de nuit des femmes
Wortlaut der Interpellation vom 22. März 1984
Die Antwort des Bundesrates auf meine Frage (Fragestunde vom 12. März 1984, behandelt als dringliche Einfache Anfrage) ist nicht zufriedenstellend. Deshalb folgende Fragen:
Unentbehrlichkeit der Frauennachtarbeit: Aus welchen Überlegungen übernimmt der Bundesrat die Begründung des Gesuchstellers, Frauen würden sich für diese Arbeit besser eignen als Männer?
Anhörung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände: Der Artikel 5 Absatz 1 des Übereinkommens 89 sieht vor, die Regierung müsse die beteiligten Verbände anhören, bevor das Verbot der Nachtarbeit für Frauen ausser Kraft gesetzt werde.
Hat der Bundesrat eine Vernehmlassung durchgeführt oder wird er eine solche durchführen?
Nimmt die Begründung, der internationale Druck («Abhän- gigkeit gegenüber der fernöstlichen Konkurrenz» in der Antwort des Bundesrates) werde grösser, nicht dem interna- tionalen Abkommen zum Teil den Sinn?
Eidgenössische Arbeitskommission: In welcher Absicht soll die Grundsatzfrage der Nachtarbeit von Frauen der Eidgenössischen Arbeitskommission unterbreitet werden?
Mögliche Zustimmung des Internationalen Arbeitsamtes: Wann und in welcher Form hat das Internationale Arbeits- amt einer Abweichung des Übereinkommens 89 zuge- stimmt?
Texte de l'interpellation du 22 mars 1984
La réponse du Conseil fédéral à la question que j'ai posée lors de l'heure des questions du 12 mars 1984, et qui a été traitée comme question ordinaire urgente, n'est pas satisfai- sante, ce qui m'incite à demander ce qui suit:
Nécessité du travail de nuit féminin: sur quelles considé- rations le Conseil fédéral se fonde-t-il pour accepter l'argu- ment du requérant affirmant que les femmes sont plus aptes au travail nocturne?
Consultation des organisations intéressées: le premier alinéa de l'article 5 de la convention 89 de l'OIT, relative au travail de nuit des femmes (RO 1950 | 405) prévoit que le gouvernement consulte les organisations d'employeurs et de travailleurs intéressées avant de lever l'interdiction du travail nocturne féminin. Le Conseil fédéral a-t-il procédé à cette consultation ou va-t-il le faire ?
Intérêt national: l'alinéa susdit précise en outre que l'in- terdiction peut être levée lorsque l'intérêt national l'exige «en raison de circonstances particulièrement graves». Le Conseil fédéral juge-t-il notre intérêt national menacé au point qu'il faille suspendre un effet de la convention interna- tionale précitée? Invoquer, comme le fait le Conseil fédéral dans sa réponse, l'accroissement de la «pression internatio- nale» et de la «concurrence de l'Extrême-Orient», ne revient-il pas à enlever à la convention une partie de sa portée ?
Commission fédérale du travail: dans quel but entend-on soumettre le principe du travail nocturne féminin à cette commission?
Approbation de l'OIT: quand et sous quelle forme l'Orga- nisation internationale du Travail a-t-elle approuvé une déro- gation à la convention 89?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Braunschweig, Bundi, Deneys, Euler, Friedli, Gloor, Jaggi, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch, Morf, Pitteloud, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Schmid, Stamm Walter (19)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Interpellantin verzichtet auf eine Begründung, erwartet aber eine schriftliche Beantwortung.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. September 1984 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 septembre 1984
Siehe Interpellation Gurtner, Seite 1955 hiervor Voir Interpellation Gurtner, page 1955 ci-devant
Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
60 Stimmen 71 Stimmen
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Interpellation Fankhauser Nachtarbeit für Frauen Interpellation Fankhauser Travail de nuit des femmes
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1984
Année
Anno
Band
IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.390
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 05.10.1984 - 08:00
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Data
Seite
1456-1456
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20 012 795
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